Produktbild: Die größere Hoffnung

Die größere Hoffnung Roman

Aus der Reihe Klangbücher
2

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

7259

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.11.1991

Herausgeber

Richard Reichensperger

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

18,9/11,9/2,3 cm

Gewicht

408 g

Farbe

Graublau

Auflage

17. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-11041-4

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

7259

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.11.1991

Herausgeber

Richard Reichensperger

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

18,9/11,9/2,3 cm

Gewicht

408 g

Farbe

Graublau

Auflage

17. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-11041-4

Herstelleradresse

FISCHER Taschenbuch
Hedderichstr. 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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Keine Hoffnung - und doch!

Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 07.01.2026

Bewertungsnummer: 2695279

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ilse Aichingers Roman Die größere Hoffnung, erstmals 1948 erschienen, ist ein literarisches Meisterwerk von seltener Kraft. Es erzählt von jüdischen Kindern während der NS-Zeit, die isoliert, verhöhnt und schließlich deportiert werden. Die Hauptfigur Ellen, die nur zwei „falsche“ Großeltern hat, bleibt zunächst verschont – doch am Ende wird auch sie Opfer der Gewalt. Doch diese Geschichte ist keine konventionelle Erzählung des Grauens. Aichinger schreibt anders. Sie schreibt poetisch, traumwandlerisch, mit Bildern, die zugleich verstören und verzaubern. Das Wort „Jude“ oder „Nazi“ fällt kein einziges Mal, und doch ist das Unsagbare überall. Der Horror des Nationalsozialismus wird nicht nüchtern berichtet, sondern durch die Augen eines jungen Mädchens erlebt – und damit auf eine Weise, die ebenso verstörend wie berührend ist. Ellen bewegt sich zwischen Angst und Hoffnung, zwischen Realität und Fantasie. Ihre Welt ist voller magischer Bilder, voller unerwarteter Zärtlichkeit und grausamer Abgründe. Manchmal wirkt sie beinahe wie eine Träumerin, doch ihre Träume haben eine schmerzhafte Klarheit: „Peitscht uns, tötet uns, trampelt uns nieder, einholen könnt ihr uns erst dort, wo ihr lieben oder geliebt werden wollt.“ Aichingers Sprache ist einzigartig. Ihre Sätze haben einen Sog, der einen durch das Buch trägt, und doch bleibt vieles rätselhaft. Das ist keine lineare, realistische Erzählung, sondern eine Abfolge von Bildern – zehn Kapitel, die in ihrer Chronologie eher einer inneren als einer äußeren Logik folgen. Es ist kein Buch, das man einfach konsumiert. Es verlangt, dass man sich ihm hingibt. Mich hat die Erzählweise tief beeindruckt. Sie ist anspruchsvoll, aber genau das macht sie so stark. Die Mischung aus Unmenschlichkeit und Menschlichkeit, Ausweglosigkeit und zarter Hoffnung, Verzweiflung und Schönheit – all das macht Die größere Hoffnung zu einem unvergesslichen Leseerlebnis. Dieses Buch sollte man gelesen haben. Und dann, wenn man es kennt, kann man einzelne Kapitel erneut lesen – denn jedes für sich ist ein kleines Universum. Ich bin dankbar, dass ich es entdeckt habe. Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil.

Keine Hoffnung - und doch!

Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 07.01.2026
Bewertungsnummer: 2695279
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ilse Aichingers Roman Die größere Hoffnung, erstmals 1948 erschienen, ist ein literarisches Meisterwerk von seltener Kraft. Es erzählt von jüdischen Kindern während der NS-Zeit, die isoliert, verhöhnt und schließlich deportiert werden. Die Hauptfigur Ellen, die nur zwei „falsche“ Großeltern hat, bleibt zunächst verschont – doch am Ende wird auch sie Opfer der Gewalt. Doch diese Geschichte ist keine konventionelle Erzählung des Grauens. Aichinger schreibt anders. Sie schreibt poetisch, traumwandlerisch, mit Bildern, die zugleich verstören und verzaubern. Das Wort „Jude“ oder „Nazi“ fällt kein einziges Mal, und doch ist das Unsagbare überall. Der Horror des Nationalsozialismus wird nicht nüchtern berichtet, sondern durch die Augen eines jungen Mädchens erlebt – und damit auf eine Weise, die ebenso verstörend wie berührend ist. Ellen bewegt sich zwischen Angst und Hoffnung, zwischen Realität und Fantasie. Ihre Welt ist voller magischer Bilder, voller unerwarteter Zärtlichkeit und grausamer Abgründe. Manchmal wirkt sie beinahe wie eine Träumerin, doch ihre Träume haben eine schmerzhafte Klarheit: „Peitscht uns, tötet uns, trampelt uns nieder, einholen könnt ihr uns erst dort, wo ihr lieben oder geliebt werden wollt.“ Aichingers Sprache ist einzigartig. Ihre Sätze haben einen Sog, der einen durch das Buch trägt, und doch bleibt vieles rätselhaft. Das ist keine lineare, realistische Erzählung, sondern eine Abfolge von Bildern – zehn Kapitel, die in ihrer Chronologie eher einer inneren als einer äußeren Logik folgen. Es ist kein Buch, das man einfach konsumiert. Es verlangt, dass man sich ihm hingibt. Mich hat die Erzählweise tief beeindruckt. Sie ist anspruchsvoll, aber genau das macht sie so stark. Die Mischung aus Unmenschlichkeit und Menschlichkeit, Ausweglosigkeit und zarter Hoffnung, Verzweiflung und Schönheit – all das macht Die größere Hoffnung zu einem unvergesslichen Leseerlebnis. Dieses Buch sollte man gelesen haben. Und dann, wenn man es kennt, kann man einzelne Kapitel erneut lesen – denn jedes für sich ist ein kleines Universum. Ich bin dankbar, dass ich es entdeckt habe. Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil.

Gedichte nach Auschwitz In…

Bories vom Berg aus München am 11.03.2016

Bewertungsnummer: 2708459

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Gedichte nach Auschwitz In ihrem einzigen Roman «Die größere Hoffnung» thematisiert die österreichische Schriftstellerin Ilse Aichinger das Schicksal eines halbjüdischen Mädchens während der Nazizeit. Der 1948 erschienene Band ist eine vehemente Absage an die nach dem Zweiten Weltkrieg weitverbreitete Kahlschlagliteratur, die darauf abzielte, die politische Vergangenheit ein für alle mal zu überwinden, einen radikalen Neubeginn zu erzwingen. Unbeirrt der Wahrhaftigkeit verpflichtet, schreibt die literarisch vielseitige Autorin mit diesem teilweise autobiografischen Roman nicht nur gegen die Verdrängung einer unliebsamen historischen Vergangenheit an, sie hinterfragt auch geschickt deren reale Vorbedingungen und analysiert ebenso scharfsinnig wie misstrauisch die wirksamen seelischen Triebkräfte, eine entschiedene Absage an jede Form von Konformismus. Protagonistin des Romans ist Ellen, ein halbjüdisches Mädchen im Backfischalter, die bei der Großmutter lebt, weil die jüdische Mutter in die Emigration gehen musste und der Vater als Offizier die Familie verlassen hat, um seine Karriere nicht zu gefährden. Ellens große Hoffnung ist, der Mutter nach Amerika folgen zu können, dafür aber braucht sie ein Visum. In zehn Kapiteln entwickelt Ilse Aichinger ihre allegorische Geschichte über die Judenverfolgung am Beispiel von verfolgten Kindern mit «falschen Großeltern», die einen Judenstern tragen müssen, denen vieles verboten ist und die ständig mit der Angst vor der «geheimen Polizei» leben. Als der Krieg schließlich die Stadt erreicht, weitet sich der zunächst nur politische Wahnsinn zum absoluten Inferno, das sich jeder Deutung entzieht. Die traumatischen Erlebnisse und abenteuerlichen Begegnungen Ellens mit absurden Figuren sind konsequent aus Teenagersicht erzählt, deren Naivität literarisch als Vehikel genutzt wird, um das Unsagbare in Worte fassen zu können. Damit wird der Schrecken der Geschehnisse abgemildert, werden ihm fast märchenhafte Züge verleiht, eine konträre «Alice im Wunderland», ins Grauenhafte transformiert. Die aus dieser speziellen Perspektive erzählte Geschichte bildet ein kunstvolles Konstrukt aus Träumen, Ängsten, Mythen und historischer Realität, chronologisch ungeordnet einer mal personalen, mal auktorialen Erzählhaltung folgend. Der lyrische Text dieser Gefühlswelt ist weitgehend unkonkret, bleibt beharrlich unbestimmt, ist geradezu surreal, in den Ängsten und Zwangsvorstellungen entfernt an Kafka erinnernd, aufgeladen mit reichlich Symbolismus. Er vermeidet konsequent jede Nennung von Namen und Orten des historischen Hintergrunds, umschreibt ganz bewusst reale Begriffe aus der Welt dieser schlimmsten Bösewichte der Menschheit. Die im ersten Drittel dominierende, ebenso märchenhafte wie konfuse Erzählweise wird später etwas abgemildert in ihrer Unstetigkeit, die wirren Gedankensprünge weichen einem etwas mehr auf Kontinuität im Erzählfluss setzenden Schreibstil, der gleichwohl die stete Aufmerksamkeit des Lesers fordert. Wer sich jedoch einlässt auf diese sehr spezifische sprachliche Form, wer sich den erzeugten Bildern überlässt, der schwimmt schon bald mit auf einem Wörterstrom von beeindruckender imaginativer Kraft, dessen Wirkung man sich kaum noch entziehen kann. Die zur Verknappung neigende Ilse Aichinger hat sich über ihren wenig gelesenen Roman wie folgt geäußert: «Ich wollte zunächst eigentlich nur einen Bericht über die Kriegszeit schreiben. An ein Buch habe ich gar nicht gedacht, ich wollte nur alles so genau wie möglich festhalten. Als das Buch dann bei Fischer erschienen ist, stand noch immer viel zuviel drin. Ich wollte am liebsten alles in einem Satz sagen, nicht in zwanzig». Die so entstandenen Lücken muss der geneigte Leser füllen in diesem Klassiker, der auf beeindruckende Weise das Verdikt von Theodor W. Adorno über die Gedichte nach Auschwitz widerlegt.

Gedichte nach Auschwitz In…

Bories vom Berg aus München am 11.03.2016
Bewertungsnummer: 2708459
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Gedichte nach Auschwitz In ihrem einzigen Roman «Die größere Hoffnung» thematisiert die österreichische Schriftstellerin Ilse Aichinger das Schicksal eines halbjüdischen Mädchens während der Nazizeit. Der 1948 erschienene Band ist eine vehemente Absage an die nach dem Zweiten Weltkrieg weitverbreitete Kahlschlagliteratur, die darauf abzielte, die politische Vergangenheit ein für alle mal zu überwinden, einen radikalen Neubeginn zu erzwingen. Unbeirrt der Wahrhaftigkeit verpflichtet, schreibt die literarisch vielseitige Autorin mit diesem teilweise autobiografischen Roman nicht nur gegen die Verdrängung einer unliebsamen historischen Vergangenheit an, sie hinterfragt auch geschickt deren reale Vorbedingungen und analysiert ebenso scharfsinnig wie misstrauisch die wirksamen seelischen Triebkräfte, eine entschiedene Absage an jede Form von Konformismus. Protagonistin des Romans ist Ellen, ein halbjüdisches Mädchen im Backfischalter, die bei der Großmutter lebt, weil die jüdische Mutter in die Emigration gehen musste und der Vater als Offizier die Familie verlassen hat, um seine Karriere nicht zu gefährden. Ellens große Hoffnung ist, der Mutter nach Amerika folgen zu können, dafür aber braucht sie ein Visum. In zehn Kapiteln entwickelt Ilse Aichinger ihre allegorische Geschichte über die Judenverfolgung am Beispiel von verfolgten Kindern mit «falschen Großeltern», die einen Judenstern tragen müssen, denen vieles verboten ist und die ständig mit der Angst vor der «geheimen Polizei» leben. Als der Krieg schließlich die Stadt erreicht, weitet sich der zunächst nur politische Wahnsinn zum absoluten Inferno, das sich jeder Deutung entzieht. Die traumatischen Erlebnisse und abenteuerlichen Begegnungen Ellens mit absurden Figuren sind konsequent aus Teenagersicht erzählt, deren Naivität literarisch als Vehikel genutzt wird, um das Unsagbare in Worte fassen zu können. Damit wird der Schrecken der Geschehnisse abgemildert, werden ihm fast märchenhafte Züge verleiht, eine konträre «Alice im Wunderland», ins Grauenhafte transformiert. Die aus dieser speziellen Perspektive erzählte Geschichte bildet ein kunstvolles Konstrukt aus Träumen, Ängsten, Mythen und historischer Realität, chronologisch ungeordnet einer mal personalen, mal auktorialen Erzählhaltung folgend. Der lyrische Text dieser Gefühlswelt ist weitgehend unkonkret, bleibt beharrlich unbestimmt, ist geradezu surreal, in den Ängsten und Zwangsvorstellungen entfernt an Kafka erinnernd, aufgeladen mit reichlich Symbolismus. Er vermeidet konsequent jede Nennung von Namen und Orten des historischen Hintergrunds, umschreibt ganz bewusst reale Begriffe aus der Welt dieser schlimmsten Bösewichte der Menschheit. Die im ersten Drittel dominierende, ebenso märchenhafte wie konfuse Erzählweise wird später etwas abgemildert in ihrer Unstetigkeit, die wirren Gedankensprünge weichen einem etwas mehr auf Kontinuität im Erzählfluss setzenden Schreibstil, der gleichwohl die stete Aufmerksamkeit des Lesers fordert. Wer sich jedoch einlässt auf diese sehr spezifische sprachliche Form, wer sich den erzeugten Bildern überlässt, der schwimmt schon bald mit auf einem Wörterstrom von beeindruckender imaginativer Kraft, dessen Wirkung man sich kaum noch entziehen kann. Die zur Verknappung neigende Ilse Aichinger hat sich über ihren wenig gelesenen Roman wie folgt geäußert: «Ich wollte zunächst eigentlich nur einen Bericht über die Kriegszeit schreiben. An ein Buch habe ich gar nicht gedacht, ich wollte nur alles so genau wie möglich festhalten. Als das Buch dann bei Fischer erschienen ist, stand noch immer viel zuviel drin. Ich wollte am liebsten alles in einem Satz sagen, nicht in zwanzig». Die so entstandenen Lücken muss der geneigte Leser füllen in diesem Klassiker, der auf beeindruckende Weise das Verdikt von Theodor W. Adorno über die Gedichte nach Auschwitz widerlegt.

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