• Kleines Handbuch für den Unterricht in Tanztheater, Tanzimprovisation und Körpersymbolik
  • Kleines Handbuch für den Unterricht in Tanztheater, Tanzimprovisation und Körpersymbolik
  • Kleines Handbuch für den Unterricht in Tanztheater, Tanzimprovisation und Körpersymbolik

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Unterrichtsphilosophie Tanzimprovisation
Curriculum Tanzimprovisation
Unterrichtsphilosophie Körpersymbolik
Unterrichtsphilosophie Tanztheater
Curriculum Tanztheater
Unterrichtsphilosophie der Gastdozenten
Unterrichtsphilosophie Anna Borreda
Körper- und Bewegungstheater
Unterrichtsphilosophie Christine Brunel
Tanztechnik und Gestaltung
Unterrichtsphilosophie Sayonara Pereira/Simonne Rorato
Tanztechnik und Gestaltung
Unterrichtsphilosophie der Gastdozenten
Unterrichtsphilosophie Howar Sonenklar
Kontaktimprovisation
Unterrichtsphilosophie Patricia Bardi
Vocal Dance
Marlene Felten: Tanzimprovisation, Körpersymbolik und Tanztheater mit verhaltensauffälligen und verwahrlosten Kindern und Jugendlichen in er Heimarbeit
Schlußbetrachtung
Praktische Hinweise
Anhang: Internationales Tanzforschungsprojekt

Kleines Handbuch für den Unterricht in Tanztheater, Tanzimprovisation und Körpersymbolik

Buch (Kunststoff-Einband)

20,90 €

inkl. gesetzl. MwSt.
  • Kostenlose Lieferung ab 30 € Einkaufswert
  • Versandkostenfrei für Bonuscard-Kund*innen

Beschreibung

Details

Einband

Kunststoff-Einband

Erscheinungsdatum

01.01.1994

Illustrator

Henrike Gralfs

Verlag

Kappert, D

Seitenzahl

180

Beschreibung

Details

Einband

Kunststoff-Einband

Erscheinungsdatum

01.01.1994

Illustrator

Henrike Gralfs

Verlag

Kappert, D

Seitenzahl

180

Maße (L/B/H)

20,8/14,4/1,7 cm

Gewicht

317 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9802590-1-9

Unsere Kundinnen und Kunden meinen

0.0

0 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel

Helfen Sie anderen Kund*innen durch Ihre Meinung

Erste Bewertung verfassen

Unsere Kundinnen und Kunden meinen

0.0

0 Bewertungen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

Was ist die Besonderheit dieser Kombination von Technik (Struktur) und Improvisation (Freiheit)?
Warum ist eigentlich Technik so wichtig für Improvisationstanz?
Natürlich gibt es auch Ansätze, die nur oder ganz überwiegend mit freier Improvisation arbeiten. Das Problem ist dann aber, das Bewegungsklischee der TänzerInnen zu durchbrechen. Menschen haben ein mehr oder weniger eng begrenztes Repertoire an Bewegungen und bestimmte Muster, diese zu kombinieren. Die scheinbar so große Freiheit der Improvisation ist dadurch real eingeschränkt.
Die Techniken erweitern den Bewegungshorizont des Körpers und eröffnen der Phantasie neue Möglichkeiten. Die Einschränkung auf ein Improvisationsthema zwingt dazu, eingefahrene Muster zu verlassen. Ergebnis ist ein anderes Verstehen der Dimensionen von Tanz und ein verbessertes Bewegungsgefühl.
Die freie Improvisation gewinnt dabei ungemein. Da die Techniken nicht isoliert geübt werden, sondern eine direkte Umsetzung in freie Bewegung innerhalb des Themas erfolgt, wird immer ein ganzes Feld von Bewegungsmöglichkeiten angeeignet.
In der freien Improvisation überraschen diese Inspirationen zu neuen Lösungen die Tänzer selbst, es gibt immer wieder Aha-Erlebnisse.

Ist es nicht sinnvoller, eine Technik wie zum Beispiel "Graham" richtig zu lernen?
Normale Tanztechniken, seien sie klassisch oder modern orientiert, sind eigentlich für die Bühne konzipiert. Richtig gekonnt werden sie normalerweise nach drei oder vier Jahren Vollzeitausbildungen, und man müßte sehr jung anfangen. Ziel ist auch nicht die Improvisation, sondern formbares Material der Choreographie zu sein. Dabei sind die technischen Anforderungen so hoch und die Formensprache so stark, daß auch viele professionelle TänzerInnen nicht improvisieren können oder wollen.
Laien, auch wenn sie relativ geübt sind, haben damit ein ganz anderes Problem:
Sie verlieren als erstes durch eine (im Gegensatz zu den "weichen" Improvisationstechniken) "harte" Technik meist den inneren Bezug zu ihrer Bewegung. Komplexität, Prägnanz, Kraft, Koordination, Spannung und Athletik sind ein paar Nummern zu hoch. Die Menschen haben in der Nachahmung einen sehr starken Ausdruck kennengelernt, der nicht ihr eigener ist. Sie versuchen dann ständig, ihn als Bewegungsklischee zu wiederholen, weil diese geborgte Form prägnanter ist, als das, was sie selbst ausdrücken könnten. Die Technik kann dann wie eine Droge wirken, die für die begrenzte Dauer einer "Combination" dem Individuum eine fremde, ungleich leuchtendere, artikuliertere und phantasievollere Formensprache als die eigene gibt.
Das kann Spaß machen, zumal man langsam Fortschritte macht und die Technik immer weiter geübt werden muß. Es kommt zu kleinen Fortschritten und oft zu einer bestimmten Allüre gegenüber weniger Geübten.

Die Improvisationsfähigkeit nimmt dabei jedoch oft ab. Einmal, weil die Eigenkontrolle mittels Bewegungssinn durch Fremdkontrolle wie Spiegel und Korrektur ersetzt wird, ohne daß eine genügend lange Ausbildung diese äußere Kontrolle zu verinnerlichen gestatten würde. Da die gelernten Bewegungen außerdem so viel stärker sind, als die eigenen, werden sie meist in Improvisationen relativ ratlos und beziehungslos zitiert. Sie haben keine Verbindung zum Rest der Bewegung, da sie nicht beherrscht und verinnerlicht sind. Ihre isolierte, äußerliche Perfektion läßt das Eigene fad und provinziell erscheinen. Ergebnis ist eine Improvisation aus Versatzstücken, die mit der eigenen Bewegung nichts zu tun haben, beziehungslos nebeneinander stehen und oft eine Atmosphäre peinlicher Entfremdung vermitteln.
Das soll nicht heißen, daß reguläre Tanztechnik schlecht ist. Es ist nur ungünstig, mit Technik zu beginnen, wenn das Ziel Improvisation ist.
Tanztechniken haben einen beträchtlichen Wert und werden auch normalerweise von den Studenten verlangt, wenn eine bestimmte Improvisationsfähigkeit da ist und die TänzerInnen ihren eigenen Zugang zu Bewegung gefunden haben.

Was ist, abschließend, das Ziel von Improvisationstechnik?
Die Improvisationstechnik soll den Spielraum der TänzerInnen erweitern, ohne ihnen Bewegungsmuster überzustülpen. Der individuelle Bewegungsstil soll erhalten, ja sogar verstärkt werden. Der Tanzstil soll nur variabler, anpassungsfähiger an die Musik, die Situation mit anderen TänzerInnen, die eigenen Gefühle und ähnliches werden.
"Tanzimprovisation als Alltagskunst" soll auch die Eigenarten von Bewegungsdimensionen wie Raum, Dynamik, Form, Fluß, Rhythmus erlebbar machen. Dadurch entsteht, quasi en passant, ein enormer Übungseffekt, der den eigenen Bewegungsstil erweitert und im Idealfall eine authentische Improvisation mit Witz, Erotik, Spontaneität und Poesie erlaubt, ohne daß das Spielerische einer freien Bewegung verloren ginge und ständiger bedeutungsschwangerer Ernst vorherrschen müßte.

Was macht die Eigenart von Tanzimprovisation in der Unterrichtspraxis aus?
Der Unterrichtsstil ist durch einen Angebotscharakter geprägt und betont individuelles Lernen.
Das heißt nicht, daß alle etwas verschiedenes machen oder keine Konzentration nötig wäre. Im Gegenteil ist die Arbeit meist sehr konzentriert und alle sind mit der gleichen Übung beschäftigt. Bloß können die jeweiligen Elemente in einer Übung, die für einzelne TeilnehmerInnen im Vordergrund stehen, sehr unterschiedlich sein. Während zum Beispiel jemand versucht, den Grundbewegungsansatz zu verstehen, versuchen andere zur gleichen Zeit, die Bewegung ziemlich perfekt zu kopieren. Wieder andere konzentrieren sich vielleicht mehr auf den "Flow" und machen immer die ganze Bewegung, aber nicht im Detail korrekt, sondern nur ungefähr.
Es geht ja nicht in erster Linie um technisches Üben und konkrete Verbesserung. Hier findet ein komplexes Lernen auf verschiedenen Ebenen statt:
Die Stunden sind immer bunt, sinnlich reichhaltig und erlebnisorientiert, so daß ein ganzes motorisches, emotionales, kognititives und ästhetisches Feld aufgenommen wird. Es ist eine Illusion, zu glauben, daß sich das völlig in Lernschritte und eine Unterrichtseinheit operationalisieren ließe. Prozesse werden im Körper und im intellektuellen und emotionalen Verstehen angeregt, die oft erst einmal scheinbar abtauchen und dann unverhofft an späterer Stelle wieder zum Vorschein kommen. Das wird dann verständlich, wenn man sich klarmacht, daß in allen Unterrichtseinheiten aller Themen relativ komplexe Bewegungen unterschiedlicher Stilrichtungen mit ungewöhnlichen Musiken verwandt werden. Das bedeutet eine Konfrontation mit Technik, die einen massiven Versuch, ein starkes Bemühen auslöst, es richtig zu machen.

Wo liegt genau der Unterschied zu "normalem" Technikunterricht?
Normaler Technikunterricht geht in mehr oder weniger kleinen Schritten vor, und die Bewegungen sollen so lange geübt werden, bis sie gekonnt werden. In TIA dagegen dienen sie nur als Anregung. Dabei gibt es grundlegende Dinge, die auch entsprechend geübt werden. Ansonsten werden die Studenten sehr gefordert, zu so etwas wie selbstständigem, selbstverantwortlichen Lernen zu kommen. Da es nicht um die konkrete Bewegung, sondern um Bewegungsmöglichkeiten geht und nach der Herausforderung durch eine geschlossene Form eine entsprechende Improvisationsmöglichkeit kommt, löst sich die Spannung einer solchen kalkulierten Überforderung und führt zu einer beschleunigten Aneignung.

Kann die Konfrontation von Studenten unterschiedlicher Levels mit komplexen, anspruchsvollen Formen nicht auch in das Gegenteil, Frustration oder Festhalten führen?
Das hängt sehr von einer sorgsam abgestimmten Stundenkomposition aber besonders auch vom Lehrerverhalten ab. Es ist wichtig, immer wieder zu betonen, daß es nicht auf die Technik an sich ankommt, sondern darauf, daß der/die Einzelne die persönlich optimale Anregung für sich selbst findet.

Ist für individuelles, selbstverantwortliches Lernen in der Tanzimprovisation nicht genaue Korrektur nötig?
Ja und nein. Generell wird am Anfang wenig individuelle Korrektur beim technischen Üben stattfinden. Hier würde ich
-immer dann eingreifen, wenn Bewegungen mißverstanden werden. Es ist wichtig, daß alle genau verstehen, worum es in einer Übung geht, sich dann aber individuell entscheiden, wie sie damit umgehen, was sie aus einer Übung machen. Feed Back ist
-auch angesagt, wenn Leute mit diesem selbstverantwortlichen Lernen Probleme haben.
Konfrontation mit Technik ist eine wichtige Herausforderung. Ich halte es für wichtig, daß nicht alles immer häppchenweise mit garantiertem Lernerfolg verabreicht wird.
Ich orientiere mich da mehr an Lernen von Kindern. Die sind immer mit einer enormen komplexen Welt konfrontiert und wählen sich inuitiv und spontan das aus, was ihnen Spaß macht, für sie eine gute Herausforderung darstellt und sie optimal weiterbringt. Anerkannterweise lernen Kinder ja viel und schnell.
Genauso geht es idealerweise in TIA-Stunden. In dem reichhaltigen Angebot finden die Teilnehmer das Level an Konfrontation, das ihnen Spaß macht und für sie die optimale Herausforderung darstellt.

Sind die Teilnehmer da nicht in ihrer Selbständigkeit überfordert, wenn sie sich das Ausmaß an Herausforderung selbstverantwortlich aussuchen sollen?
Genau hier ist das Feed Back entscheidend.
Es gibt zwei Hauptfehler, die diese eigentlich jedem Menschen eigene, intuitive Selbstregulation verhindern können:
1 Die Gier, etwas haben zu wollen und der Wunsch nach Kontrolle. Zuviel Ehrgeiz, eine Bewegung, die man toll findet, richtig machen und beherrschen zu wollen, führt zu Überforderung und Verkrampfung. Es ist wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, daß die TänzerInnen loslassen können müssen, eine Bewegung an einem Punkt stehen lassen und damit frei improvisieren, sie nur als Anregung begreifen sollen.
2 Mißerfolgsmotivation... Psychologischen Leistungsmotivationtheorien zufolge (Atkinson, Heckhausen) suchen sich Menschen mit einem Grundlebensgefühl, zu versagen, Situationen aus, die entweder zu leicht oder zu schwer für sie sind. Sie können dann das Gelingen oder Mißlingen ihrer Bemühungen der zu leichten oder zu großen Schwierigkeit in die Schuhe schieben, müssen den Erfolg ihrer Bemühungen also nicht auf sich selbst beziehen. Diese Furcht vor Mißerfolg und der zugrundeliegende Wunsch, der Situation und nicht sich selbst alles zuschreiben (externale Kausalattribuierung) behindern natürlich die Fähigkeit, das für sich mit echter Anstrengung gerade noch Machbare auszusuchen.
Was meiner Erfahrung nach hilft, sind persönliches Interesse an dem individuellen Stand jedes/r Einzelnen, ehrliche Rückmeldung und wirkliche Akzeptanz.
Da Üben und Improvisieren enormen Spaß machen, ich-nah sind und alles in einer Atmosphäre von Nicht-Bewertung oder z. T. individueller Rückmeldung stattfindet, gibt es eine gute Chance für eine Umorientierung zu mehr Selbstverantwortlichkeit auch bei den TänzerInnen, die damit Probleme haben.

Zusammenfassung: Angebotsorientierter selbstverantwortlicher Unterricht und Feed Back
Lernen wird als komplexer Vorgang, der auf mehreren Ebenen in kurzen und langen Zyklen abläuft, angesehen.
Die TeilnehmerInnen werden in jeder Stunde mit einer komplexen, sinnlich reichhaltigen Botschaft konfrontiert.
Darin orientieren sie sich intuitiv. Der gesamte Lernvorgang ist intuitiv.
LehrerInnen müssen an drei Punkten eingreifen, wenn dieser Rahmen durchbrochen wird:

1 Jemand versteht ein Thema falsch, übt die Bewegung technisch
grob unkorrekt oder ist in der Improvisation desorientiert.
2 Jemand strengt sich offensichtlich so sehr an, daß er/sie sich in die
Übung verbeißt und die Balance zwischen dem aktiven Wollen und dem
Geschehenlassen verliert.
3 Jemand hat auffällige Probleme, den richtigen Maßstab für sich zu
finden und fühlt sich zum Beispiel bei Polyrhythmik überfordert, weil
er/sie sich nicht auf die Beine beschränken kann und sich stattdessen
mit der gleichzeitigen Bewegung von Armen, Rumpf und Beinen in
verschiedenen Rhythmen verrückt macht.

Was ist die persönliche und soziale Bedeutung dieses Ansatzes?
Tanz scheint, wie andere Künste auch, den Zeitgeist nicht unbedingt zu spiegeln, aber in einer engen inhaltlichen und stilistischen Beziehung zu dem, was allgemein in einer Gesellschaft geschieht und die Menschen bewegt, zu stehen.
Das Konzept eines selbstverantwortlichen Lernens ist nur in einer demokratischen und individualistischen Gesellschaft denkbar. Dieses Konzept ist auf den Alltag ziemlich direkt übertragbar. Bevor ich darauf eingehe, möchte ich erst noch einige Worte zu TIA sagen:
Natürlich ist es, völlig unabhängig von den sonstigen sozialen Lerneffekten, an sich wichtig zu tanzen. Alle Dimensionen, über die hier gesprochen wurde, stellen wesentliche Ebenen des Verhaltens und Erlebens dar. Sie machen tierisch Spaß, schärfen die Aufmerksamkeit, geben Energie und stellen ein Element von Freude und Witz dar. Tanz in dieser Kombination von physischer Herausforderung und Gestaltung befreit den Körper, nährt die sinnliche Intelligenz und befriedigt das Schönheitsbedürfnis.
Allein das sind Gründe zu tanzen.
Heute wird aber auch der Aspekt eines persönlichen und sozialen Lernens immer wichtiger, und dafür bildet die Beschäftigung mit der eigenen Power, mit Schönheit und Sinnlichkeit, einen großartigen Hintergrund.

Welche Prinzipien, die im Unterricht geübt werden, können sich direkt im Alltag auswirken ?
1 Selbstverantwortung und Selbstregulation
Die Menschen wollen herausfinden, was für sie persönlich gut ist, was ihr Weg sein könnte. Dabei sind sie mit einem ungeheuren Angebot konfrontiert. Für die meisten von uns ist das durchaus zwiespältig: Einerseits ist es phantastisch, alle diese Möglichkeiten zu haben. Andererseits verleitet das zum Konsumieren, dazu, sich nur immer abzulenken oder von oberflächlichen Impulsen bei der Auswahl und Entscheidung leiten zu lassen.
Deshalb halte ich allgemein ein Lernen für wichtig, bei dem ständig die Intuition dafür gefordert wird, wie weit man selbst gehen will.

2 Geschmackliche Bildung
Das gilt auch für den Aspekt der "Ästhetischen Bildung durch den Körper", den TIA darstellt. Um in einer Welt des ständigen, gleichzeitigen Überangebots an Eindrücken und Wahlmöglichkeiten das "Richtige" aussuchen zu können, ist eine geschmackliche Bildung wichtig, die gegen eine chaotische, diffus verunsichernde Überflutung schützt.

3 Integration von körperlichem Training, persönlichem Erleben und künstlerischem Ausdruck
Das gleiche gilt für die Verbindung der persönlichen Bedeutung des Tanzes mit künstlerischen und Trainingsaspekten.
Postmoderne Gesellschaften erzeugen eine ziemliche Desintegration.
- Einmal werden immer mehr abstrakte Leistungen gefordert, bei denen alles Persönliche nur noch als Störgröße auftritt.
Dementsprechend gibt es ein Überbetonen der Hochleistung in allen Lebensbereichen.
- Davon abgespalten werden persönliche Erfüllung, emotionale Intensität und das Bedürfnis, verstanden zu werden, in ganz anderen Lebenssegmenten gesucht.
Persönliche Beziehungen werden überfrachtet und in vielen Psychotherapien wird weniger eigentliches persönliches Leid behandelt, als daß ein persönliches Gespräch gesucht würde, das in einer weniger isolierten Gesellschaft auch unter Freunden möglich wäre.
- Schließlich sind die meisten Menschen auch in einem bisher ungeahntem Ausmaß Entfremdung ausgesetzt. Sie sind umgeben von einer vollständig durchgeplanten, bis ins Detail fertigen Welt und hochprofessioneller käuflicher Kunst, die sie zu reinen Konsumenten macht. Das selbstverständliche Formen von etwas Eigenem ist in einer übervölkerten vorgefertigten, extrem arbeitsteiligen Welt schwierig geworden.
Deshalb ist es ein nicht zu überschätzender persönlich integrierender Effekt, wenn das Befürfnis sich anzustrengen, etwas gut zu machen (Training) das Bedürfnis, etwas sinnlich und emotional zu erleben (Musik, gestaltete Bewegung) und das Bedürfnis nach eigener Gestaltung (Improvisation) IN EINER EINHEIT ZUSAMMENKOMMEN.
  • Kleines Handbuch für den Unterricht in Tanztheater, Tanzimprovisation und Körpersymbolik
  • Kleines Handbuch für den Unterricht in Tanztheater, Tanzimprovisation und Körpersymbolik
  • Kleines Handbuch für den Unterricht in Tanztheater, Tanzimprovisation und Körpersymbolik
  • Einleitung
    Unterrichtsphilosophie Tanzimprovisation
    Curriculum Tanzimprovisation
    Unterrichtsphilosophie Körpersymbolik
    Unterrichtsphilosophie Tanztheater
    Curriculum Tanztheater
    Unterrichtsphilosophie der Gastdozenten
    Unterrichtsphilosophie Anna Borreda
    Körper- und Bewegungstheater
    Unterrichtsphilosophie Christine Brunel
    Tanztechnik und Gestaltung
    Unterrichtsphilosophie Sayonara Pereira/Simonne Rorato
    Tanztechnik und Gestaltung
    Unterrichtsphilosophie der Gastdozenten
    Unterrichtsphilosophie Howar Sonenklar
    Kontaktimprovisation
    Unterrichtsphilosophie Patricia Bardi
    Vocal Dance
    Marlene Felten: Tanzimprovisation, Körpersymbolik und Tanztheater mit verhaltensauffälligen und verwahrlosten Kindern und Jugendlichen in er Heimarbeit
    Schlußbetrachtung
    Praktische Hinweise
    Anhang: Internationales Tanzforschungsprojekt