Meine letzte RezensionSecret – Du sollst mich fürchtenvon S.T. Abby
Secret – Du sollst mich fürchten erzählt die Geschichte einer jungen Serienmörderin, die ihre Opfer gezielt auswählt und dabei auf einen Ermittler trifft, der ihr gefährlich nahekommt. Zwischen den beiden entsteht schnell ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, während ihre Vergangenheit Stück für Stück ans Licht kommt. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Jäger und Gejagter.
Der Einstieg hat mich sofort abgeholt. Die Grundidee einer Serienmörderin und eines Ermittlers mit spürbarer Chemie verspricht unglaublich viel und auch der lockere, minimalistische Schreibstil sorgt dafür, dass sich das Buch sehr schnell lesen lässt. Besonders die humorvollen Dialoge und die Einblicke in ihre Vergangenheit haben mich neugierig gemacht und ich wollte unbedingt erfahren, wie alles zusammenhängt.
Leider hatte ich im weiteren Verlauf immer mehr das Gefühl, dass das enorme Potenzial der Geschichte nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Viele Entwicklungen gehen sehr schnell, Konflikte lösen sich oft überraschend einfach auf und wirkliche Herausforderungen bleiben größtenteils aus. Gerade das psychologische Katz-und-Maus-Spiel hätte für meinen Geschmack deutlich mehr Raum bekommen dürfen.
Trotzdem steckt hinter der Geschichte eine wirklich interessante Idee, die mich bis zum Ende weiterlesen ließ. Der Plottwist hat mir gefallen und macht neugierig auf den nächsten Band. Wer eine leicht zu lesende Mischung aus Thriller und Romance sucht, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen. Für mich eine 2.5 Sterne von 5 Sternen!
(SPOILER) Gerade die Beziehung zwischen den beiden hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Anfangs war ihre Dynamik voller Schlagabtausche, Spannung und unterschwelliger Anziehung. Genau dieses langsame Annähern hätte ich gerne viel länger verfolgt. Stattdessen entwickelt sich ihre Beziehung für mein Empfinden etwas zu schnell, wodurch die Chemie, die anfangs so stark war, leider an Wirkung verliert.
Auch die Darstellung der Protagonistin hätte für mich noch deutlich mehr psychologische Tiefe vertragen können. Sie ist eine Serienmörderin mit traumatischer Vergangenheit und einem starken Rachemotiv. Genau hier hätte ich mir mehr innere Konflikte, mehr moralische Grauzonen und tiefere Einblicke in ihre Gedankenwelt gewünscht. Vieles bleibt leider eher an der Oberfläche.
Am Ende blieb bei mir deshalb vor allem ein Gedanke zurück: Die Autorin hatte eine fantastische Idee und viele spannende Ansätze, die jedoch oft nur angerissen wurden. Mit mehr Zeit für die Figuren, mehr psychologischer Tiefe und einem intensiveren Spannungsaufbau hätte diese Geschichte für mich ein echtes Highlight werden können!