Gegen den Rat seines Vaters, der ihm ein ruhiges, bürgerliches Leben ans Herz legt, geht der junge Robinson Crusoe 1651 zur See. Er übersteht Sturm und Schiffbruch, gerät in die Gefangenschaft nordafrikanischer Seeräuber, entkommt und wird in Brasilien ein wohlhabender Pflanzer. Doch die Unrast lässt ihn nicht los: Eine Handelsfahrt endet vor einer unbewohnten Insel nahe der Küste Südamerikas — und Robinson ist der einzige Überlebende.
Was er aus dem Wrack retten kann, wird zum Grundstock eines neuen Lebens. Er baut sich eine befestigte Behausung, zähmt Ziegen, sät Getreide, führt Tagebuch und ringt mit Einsamkeit, Krankheit und Gott. Jahre vergehen — bis er eines Tages am Strand den Abdruck eines nackten Menschenfußes entdeckt. Daniel Defoes Roman von 1719 begründete eine ganze Gattung, die Robinsonade, und ist bis heute die Urgeschichte vom Überleben aus eigener Kraft.
Diese Ausgabe erscheint in einer neuen deutschen Übersetzung als gekürzte Hörbuchfassung.
Gekürzte Fassung.
Dieses Hörbuch wurde mit KI-Stimmtechnologie erstellt — mit der lizenzierten Stimme des Vorlesers Hans Jochim Schmidt. Die deutsche Neuübersetzung entstand KI-gestützt und wurde von einer Übersetzerin bearbeitet.
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4.0/5.0
Stefan Heidsiek
aus Darmstadt
4/5
01.03.2012
Buch (Taschenbuch)
Eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur
Robinson Crusoe ist Bildungs- und Entwicklungsroman zugleich, vereint die unterschiedlichen Formen der zeitgenössischen Literatur wie Abenteuerroman, Reisebericht, Utopie, Bekehrungsliteratur und Seelentagebuch zu einem für damalige Zeit völlig neuem Ganzen. Besonders bei jüngeren Generationen genießt das Buch eine große Beliebtheit, in dessen Vorwort sich Defoe nur als Herausgeber präsentiert, um Anspruch auf die Authentizität des Geschilderten zu erheben und den Roman explizit von der bis dato üblichen Form der fiktiven Romanze abzugrenzen. Anhand verschiedenster Quellen lässt sich die Geschichte auf das wahre Leben des schottischen Seefahrers Alexander Selkirk zurückführen, der über vier Jahre lang einsam auf der Pazifikinsel Juan Fernandez lebte und somit wohl als Vorbild für Robinson diente. Diese Authentizitätsfiktion hat sich seit diesem Werk zu einem entscheidenden Merkmal des Romans entwickelt.
Die vielfältigen Erlebnisse und Erfahrungen auf der Insel, welche durch 28 Jahre führen, offenbaren dem Leser die seelische Wandlung und den Reifeprozess des Hauptprotagonisten Robinson. Im autobiographischen Stil verfolgt man den Weg dieses romantischen und risikofreudigen jungen Mannes, welcher der behütenden Geborgenheit des Elternhauses und einer bürgerlichen Laufbahn entfliehen will und durch diese Entscheidung unglücklicherweise in die Isolation und Einsamkeit einer Insel getrieben wird. Heraus kommt ein nüchterner, von Pragmatismus geprägter Mensch, der inmitten einer martialischen und spartanischen Welt bei seinem Kampf ums Überleben gleichsam das so lang gesuchte Glück findet. Gut möglich, dass Defoe, der mit einiger Bitternis auf seine missratene Karriere zurückblickte, sich absichtlich einen Helden schuf, mit dem er auf einer fernen Insel von neuem und unter freieren Bedingungen beginnen konnte.
Darüber hinaus versteckt sich hinter dem Roman eine gut versteckte Gesellschaftskritik, wirft grundlegende Fragen des Menschen und der Zivilisation auf. Kann ein Mensch auf Dauer alleine leben? Was braucht der Mensch wirklich, um überleben zu können? Was macht den Menschen aus und wofür ist er geschaffen? Diese Fragen verleihen dem Roman eine große Dynamik. Sie regen zum Philosophieren und Nachdenken an. In seine Abenteuergeschichte flocht Defoe vielerlei weitere Motive ein, die zur allgemeinen Attraktivität beitragen. Die Ambivalenz von Mensch und Natur, Erziehung und Politik, Wissen und Bildung, aber auch Spiritualität und Romantik. Bestimmte Arbeitsprozesse und Kompetenzen werden von Defoe minutiös beschrieben. Der "Bau" einer kleinen Festung, das Anbauen von Getreide, die Ziegenzucht, die Herstellung von Kleidern. Arbeiten, die den Menschen am Ursprung zeigen und dem Autor, muss es ein großes Anliegen gewesen sein, dass man sie nachvollziehen kann. Und nicht zuletzt führt Robinson Crusoe als zentrales Thema vor Augen, dass der Mensch mithilfe von Gottvertrauen, Ausdauer, Tat- und Willenskraft, die Widerstände der Natur überwinden kann.
Bis heute bleibt dieses Werk ein lesenswerter Klassiker, der auch in der zweiten, sich in Europa abspielenden Hälfte des Romans, nichts von seiner Faszination verliert, und trotz manch langatmiger Passage durch seine berührende Tiefe längerfristig im Gedächtnis haften bleibt. Das haben bereits damals Autoren wie Jules Verne und Robert Louis Stevenson erkannt, welche sich von Defoe stark inspirieren ließen.
Insgesamt ist Robinson Crusoe ein Meilenstein in der Geschichte der Literatur, der mich nachhaltig beeindruckt und nachdenklich gemacht hat.
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