"For She Was a Woman". Die Kaiserin Irene bei Theophanes
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
29.09.2026
Verlag
GRINSeitenzahl
16
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,2 cm
Gewicht
40 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-389-20833-5
Die Arbeit untersucht die Darstellung der byzantinischen Kaiserin Irene (reg. 780-802) in der Chronographia des Theophanes Confessor. Als erste Frau, die im Byzantinischen Reich aus eigenem Recht als Kaiserin herrschte, stellt Irene einen besonderen Fall für die Untersuchung mittelbyzantinischer Vorstellungen von Herrschaft und Geschlecht dar. Im Zentrum steht die Frage, wie Theophanes ihre politische Handlungsmacht beschreibt und welche Rolle dabei zeitgenössische religiöse, moralische und geschlechtsspezifische Deutungsmuster spielen. Besondere Aufmerksamkeit gilt Irenes Beteiligung an der Wiederherstellung der Bilderverehrung und dem Zweiten Konzil von Nikäa 787. Die Analyse zeigt, dass Theophanes Irene einerseits als fromme, von Gott begünstigte Herrscherin präsentiert, ihr andererseits jedoch nur begrenzte eigenständige politische Initiative zuschreibt. Entscheidende Handlungen erscheinen wiederholt als Ergebnis göttlicher Fügung, männlicher Beratung oder äußerer Einflussnahme. Selbst problematische Entscheidungen im Konflikt mit ihrem Sohn Konstantin VI. werden teilweise durch ihre vermeintliche "weibliche Schwäche" und die Verführung durch andere Akteure erklärt. Die Untersuchung ordnet diese Darstellung in die literarischen Topoi der byzantinischen Historiographie sowie in den Forschungsstand zu Geschlecht, Herrschaft und weiblicher agency ein. Dabei wird deutlich, dass die scheinbare Einschränkung Irenes als autonome politische Akteurin weniger als unmittelbares Abbild ihrer tatsächlichen Herrschaft denn als Ausdruck zeitgenössischer Vorstellungen von Weiblichkeit und legitimer Herrschaft verstanden werden kann. Gerade dadurch bietet die Chronographia wertvolle Einblicke in die Mentalitäts- und Geschlechtergeschichte des mittelbyzantinischen Reiches.
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