Herodes Atticus und sein Sohn. Griechische Elitenidentität im römischen Kaiserreich
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
29.09.2026
Verlag
GRINSeitenzahl
24
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,3 cm
Gewicht
51 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-389-20831-1
Die Arbeit untersucht die Identität und Integration griechischer Eliten im Römischen Reich des 2. Jahrhunderts n. Chr. am Beispiel des Sophisten und Euergeten Herodes Atticus und seines Sohnes Atticus Bradua. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich griechische kulturelle Traditionen mit der Zugehörigkeit zur römischen Reichselite verbinden konnten und in welchem Verhältnis lokale, regionale und imperiale Identitäten zueinander standen. Herodes Atticus eignet sich für diese Fragestellung in besonderer Weise. Einerseits war er tief in der griechischen Bildungs- und Elitenkultur verwurzelt, bekleidete Ämter in Athen und trat als bedeutender Wohltäter griechischer Städte hervor. Andererseits war er als römischer Senator und Konsul eng in das politische System des Imperiums und in das Umfeld des Kaiserhauses eingebunden. Seine Ämter, seine Stiftungen und seine familiären Verbindungen zeigen dabei keine einfache Ablösung einer griechischen durch eine römische Identität, sondern eine Verbindung beider kultureller Bezugssysteme. Diese Entwicklung wird anhand seines Sohnes Atticus Bradua weiterverfolgt. Als Sohn eines griechischen Vaters und einer Angehörigen der römischen Senatsaristokratie verkörperte er diese doppelte Zugehörigkeit noch unmittelbarer. Trotz des konfliktreichen Verhältnisses zu seinem Vater verlief auch seine Karriere sowohl innerhalb des römischen Herrschaftssystems als auch in der athenischen Polisgesellschaft. Ausgehend von diesen beiden Fallbeispielen ordnet die Studie die griechische Oberschicht in die breitere Elitenstruktur des Römischen Reiches ein. Sie zeigt, dass erfolgreiche Integration nicht zwangsläufig mit der Aufgabe lokaler oder kultureller Identität verbunden war. Vielmehr konnten griechische Eliten römische politische, soziale und repräsentative Praktiken übernehmen und zugleich an hellenischen Traditionen festhalten. Die Lebensläufe von Herodes Atticus und Atticus Bradua verdeutlichen damit die Vielschichtigkeit und Wandelbarkeit von Elitenidentität im Imperium Romanum.
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