Howard Freeman hat Geld, Einfluss und sein Leben scheinbar unter Kontrolle. Er ist Unternehmer, Großkotz, Familienmensch und ein Mann, der Nähe lieber analysiert, als sie zuzulassen. Besonders Vanessa bringt dieses sorgfältig gebaute System ins Wanken. Als sie ihm schonungslos seine Bindungsangst vor Augen führt, beginnt Howards Fassade zu bröckeln. Alkohol, Exzess und schließlich die Flucht nach Österreich mit einer Prostituierten namens Jenny sollen Abstand schaffen. Doch Howard entdeckt schnell: Man kann den Ort wechseln, das Konto wechseln und Menschen zurücklassen. Sich selbst nimmt man trotzdem mit. Zwischen schwarzem Humor, psychologischen Abgründen und überraschend stillen Momenten erzählt „Howard“ von Geld und Macht, Familie und Einsamkeit, Selbsttäuschung und der unangenehmen Erkenntnis, dass völlige Unabhängigkeit vielleicht nur ein anderes Wort für Einsamkeit ist. Ein rauer Outsiders-Blues-Shortread über einen Mann, der alles kontrollieren kann. Außer sich selbst.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
4/5
09.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Macht Geld wirklich glücklich?
Geld macht nicht glücklich – aber ein Feuerlöscher auch nicht. Wenn es brennt, ist man trotzdem froh, dass man einen hat. (Hab ich mir aus dem Buch gemopst - der Satz ist einfach perfekt zur Aussage).
Bei Howard war ich ein bisschen hin- und hergerissen. Auf der einen Seite der taffe Made-Man, der in der Geschäftswelt hart unterwegs ist. Auf der anderen Seite ein Familienmensch, für den besonders sein Bruder ein Schwachpunkt ist.
Geld ist für Howard ein Mittel zum Zweck. Es kann verloren gehen und wiederkommen. Familie dagegen nicht. Trotzdem wirkt er trotz seines Erfolgs und seiner Familie erstaunlich einsam.
Die Geschichte beginnt mitten in Howards Leben und nimmt uns auf nur 76 Seiten mit in einen intensiven Ausschnitt daraus. Dabei geht es um Geld, Familie, Unabhängigkeit und die Frage, ob man wirklich einfach neu anfangen kann – oder ob man sich selbst und seine Probleme immer mitnimmt.
Besonders interessant fand ich die beiden Frauen in Howards Leben. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Die eine trifft ihn emotional unerwartet, während die andere sich für ihre Zeit mit ihm bezahlen lässt und ihn trotzdem erstaunlich gut versteht.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Der derbe Humor passt zur Geschichte, ohne schleimig oder eklig zu werden. Und obwohl die Geschichte so kurz ist, regt sie ordentlich zum Nachdenken an.
- Mein Fazit: - Eine interessante, intensive Kurzgeschichte, die mehr in sich trägt, als man bei 76 Seiten vielleicht erwartet. Denn was bringt einem völlige Unabhängigkeit, wenn sie am Ende nur in Einsamkeit mündet?
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