1961. Anwalt Tamás Bethlen arbeitet unter falschem Namen im spanischen Cala Dorada, als er mit der Erbschaft der vermögenden Witwe Martha Cayetana betraut wird – ein Fall, der ihn in ein Netz aus Magie, Intrigen und Verrat verwickelt und seine wahre Identität zu enthüllen droht: Die Verstorbene gehörte, wie er selbst, einer einflussreichen Druidenfamilie an. Als er die Stadt verlassen will, wird er von Werwölfen und dem unheimlichen Halbdarkadier George McKay verfolgt; die geheimnisvolle Wahrsagerin Sophia geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Die Ereignisse überschlagen sich und er muss sich entscheiden: Wählt er Freiheit oder Liebe? "A Darkadian Tale - Tango und Tod" bildet den Auftakt zu dem Dark-Fantasy-Multiversum "Darkadium", ist aber in sich abgeschlossen und unabhängig von weiteren Büchern lesbar. Das vorliegende Buch richtet sich an Fans von Urban und Dark Fantasy mit einem Sinn für Humor und Romantik.
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5.0/5.0
phantastische_fluchten
aus Walzbachtal
5/5
22.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Wie weit kann man fliehen, um der Familie zu entkommen?
Nach dem Bruch mit seiner Familie lebt Tamas Bethlen unter falschen Namen in der Kleinstadt Cala Dorada und arbeitet dort als Anwalt. Er ist spezialisiert auf Finanzwesen, daher überrascht es ihn, als sein Chef ihn beauftragt, den vorbestraften Blackwood zu vertreten. Dazu kommt noch die Testamentseröffnung von Martha Cayetana. Beide Aufträge hängen zusammen, denn es ist Francisco Cayetana, der die Anwaltskanzlei mit der Vertretung Blackwoods beauftragt hat.
Tamas entschließt sich, Cala Dorada zu verlassen, bevor seine Tarnung auffliegt und er in Ereignisse hineingezogen wird, die ihn zu sehr an sein altes Leben erinnern. Aber da ist Sophia Mendoza, die von Martha im Testament großzügig bedacht wird. Die Cayetana Kindern sind nicht willens, ihr Erbe einer Fremden zu hinterlassen und sie schrecken vor nichts zurück, um Sophia zu vertreiben. Je mehr sich Tamas auf den Fall einlässt, desto gefährlicher wird es für ihn und die junge Frau. Er weiß, dass mächtige Familien wie die Cayetanas auch vor Mord nicht zurückschrecken werden, um ihr Ziel zu erreichen. Stammt er doch selber aus einer dieser mächtigen Familien.
Kommentar:
Hier handelt es sich um Contemporary oder zeitgenössische Fantasy, einen Zweig der Fantasy, die in der realen Gegenwartswelt spielt und magische Elemente mit Alltäglichen verknüpft ( hier habe ich Google gefragt). Zwar spielt die Geschichte 1961, ich denke aber, dass der Begriff durchaus passend ist.
Dieser Auftaktband von Sonja Tornefeld ist spannend, kreativ und unterhaltsam Man findet sich sofort zurecht und folgt den Ereignissen gerne. Das Buch hat nur 272 Seiten, es gibt keine Längen und keine unnötigen Wiederholungen, das Tempo ist rasant und die Spannung durchgehend hoch.
Bevor man mit der Geschichte beginnt ist es ratsam, zuerst das Glossar zu lesen, denn die Autorin führt sehr viele neue Begriffe ein. Die meisten sind selbsterklärend, aber ich hätte gerne detaillierte Informationen über die Darkadier gehabt. Wer sie genau sind und warum sie so mächtig sind. Warum ein Pakt mit ihnen einem Pakt mit dem Teufel ähnelt. Ich hoffe, die Autorin geht in den weiteren Bänden mehr in die Tiefe.
Tamas Bethlen, der sich hier Istvan Capulet nennt, kehrt seiner Familie den Rücken, nachdem seine große Liebe Katharina „gestorben“ ist. Obwohl sein Vater zu einer der mächtigsten Druidenfamilien zählt, weigert er sich, seinem Sohn zu helfen und Katharina zu retten.
Tamas führt ein bescheidenes und unauffälliges Leben in Cala Dorada. Er hat diese Kleinstadt nicht aus Zufall ausgesucht. Ein Zirkus schlägt dort regelmäßig sein Winterquartier auf und dieser Zirkus beherbergt eine Hexe, von der sich Tamas Hilfe erhofft. Als er von seinem Chef die beiden Aufträge erhält weiß er, dass es Zeit ist, seine Zelte in der Stadt abzubrechen. Er sieht seinem Vater zu ähnlich und wenn er zu tief in die Angelegenheiten der Familie Cayetana verwickelt wird, kann er seine Tarnung sicher nicht aufrechterhalten. Denn auch die Cayetanas zählen zu den Druidenfamilien.
Sophia ist die Tochter der Frau, die Tamas im Zirkus aufsuchen möchte. Er ist fasziniert von der jungen Frau und wider besseren Wissens lässt er sich wegen ihr in die Ereignisse hineinziehen. Zu diesen beiden Charakteren gesellt sich George McKay, dessen Figur zuerst nur schemenhaft skizziert ist. Er ist immer da, wenn Tamas und Sophia in Gefahr geraten, doch der Grund seines Handels bleibt im Verborgenen.
Ich bin eher eine Liebhaberin der klassischen high oder dark fantasy und lese wenig urban fantasy oder moderne fantasy. Umso überraschter war ich von der Sogwirkung dieser Geschichte und ich war wirklich enttäuscht, dass es noch keinen Nachschub gibt,
Aber der wird kommen, denn Sonja Tornefeld hat ein ganzes, komplexes Universum geschaffen, dass sie mit Leben zu füllen beabsichtigt. Der Schreibstil ist dem flotten Tempo der Geschichte angepasst, es gibt nur wenige ruhige Momente. Modern, spritzig und fehlerfrei.
Das Cover ist in verschiedenen rot/schwarz Tönen gehalten, mit ein wenig Lichteinfall. Es passt sehr gut zu der Stimmung der Geschichte, die teilweise düster ist, aber immer wieder etwas Aufhellung bekommt.
Besonderen Spaß machen die Fun&Facts am Anhang, in denen die Autorin noch einige Bonmots rund um die Enstehung der Geschichte zur Verfügung stellt. Und wir bekommen noch einen kurzen Einblick in Band 2, der sich um Byron Blackwood drehen wird.
Fazit:
Der Auftakt einer neuen Reihe zu einer Welt, die der Lesende auf jeden Fall erneut besuchen möchte. Sprachlich und inhaltlich ist es für mich perfekt und freue mich auf weitere Bände.
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