Ich kenne diese Tage, an denen ich morgens wach werde und schon keine Kraft mehr habe, bevor der Tag überhaupt angefangen hat. Ein Brief liegt seit ner Woche ungeöffnet auf dem Tisch, auf dem Handy warten Menschen auf eine Antwort und in der Wohnung fliegt noch die Wäsche von vor zwei Wochen überall zerstreut herum.. eigentlich müsste ich das alles längst gemacht haben, ich weiß das ja, und genau das macht das alles so schlimm. Ich sehe selbst, was alles liegen bleibt, ich sehe, wie alles immer mehr wird, und trotzdem bekomme ich meinen Arsch manchmal einfach nicht hoch. Danach sitz ich dann da und hab noch ein schlechtes Gewissen, weil selbst die einfachsten Sachen plötzlich aussehen wie etwas, das ich nicht schaffen kann..Dann ziehe ich mich zurück, gehe nicht ans Telefon und irgendwann melde ich mich bei niemandem mehr, weil mir schon der Gedanke daran zu anstrengend ist. Gleichzeitig will ich aber auch nicht allein sein, das ist das beschissenste daran. Ich will manchmal einfach nur meine Ruhe haben und im selben Moment wünsche ich mir, dass mich irgendjemand mal nicht aufgibt.Dieses Buch hier handelt von genau diesen Tagen, also von Erschöpfung, Einsamkeit, Rückzug und dem Gefühl, sich selbst langsam aus dem eigenen Leben zurückzuziehen. Ich wollte daraus keine schöne Geschichte machen und auch nicht so tun, als würde am Ende plötzlich alles Sinn ergeben, nur damit man ein gutes Gefühl beim Lesen hat. Manchmal ist man eben einfach kaputt und weiß selbst nicht mehr, wie man da wieder rauskommen soll. Man steht am nächsten Morgen trotzdem wieder auf.. nicht weil alles besser geworden ist, oder so, sondern weil wieder Morgen ist.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
08.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Ich weiß gar nicht so richtig, was ich zu dem Buch schreiben soll.
Ich hab es angefangen und dachte erst, okay, ziemlich harter Stoff. Dann hab ich immer weitergelesen und irgendwann gemerkt, dass ich bei einigen Stellen einfach hängen geblieben bin. Es beschreibt ziemlich genau dieses Gefühl, wenn man eigentlich nichts mehr auf die Reihe bekommt. Nicht mal Sachen, die für andere völlig normal sind. Aufstehen, duschen, Nachrichten beantworten, einkaufen. Und irgendwann schämt man sich sogar dafür, dass man das nicht schafft. Was ich gut fand: Es wird einem nicht ständig erklärt, was man daraus lernen soll. Es gibt keine Tipps und kein „du schaffst das“. Es ist einfach da. Und genau dadurch fand ich es ziemlich ehrlich. Ein paar Stellen waren mir fast zu viel. Aber wahrscheinlich soll es auch gar nicht angenehm sein. Ich hatte jedenfalls mehrmals dieses "Scheiße, genau das kenn ich“ Gefühl.
Kein Buch, das ich jedem empfehlen würde. Aber eins, das mir definitiv im Kopf geblieben ist.
5 Sterne.
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