Nach dem großen Erfolg von HEIMAT kehren wir nach St. Vinzenz zurück: in ein Dorf, in dem Tradition und Aufbruch, Zusammenhalt und Eigensinn nah beieinanderliegen.
Wir begegnen Menschen, die mit ihren Sehnsüchten, Geheimnissen und Widersprüchen fest in diesem Ort verwurzelt sind. Ein heimkehrender Dichter, als großer "Sohn" des Ortes gefeiert, hält den Menschen den Spiegel vor. Ein theaterbesessener Pfarrer gerät in Gefühle, die nicht sein dürfen. Franziska Klug wird mit 91 Jahren noch Mutter, alte Bräuche werden gefeiert - und neue Konflikte brechen auf.
Doch der Wein ist gut und kalt. Denn in St. Vinzenz hat es immer schon geheißen: Man hat weder Angst noch Geld - und macht weiter. Wie gestern. Nur anders.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bellis-Perennis
aus Wien
5/5
28.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Leseempfehlung!
Schauspieler und Autor August Schmölzer nimmt seine Leser abermals in die Weststeiermark mit. Diesmal gibt es in St. Vinzenz große Aufregung! Paul Himmel, der berühmte Schriftsteller und Sohn des Dorfes kehrt in seine Heimat zurück. Einst als Bankert der ledigen und wenig später verschwundenen Cäcilie Himmel der Fürsorge überantwortet, soll ihm, wenn es nach Bürgermeister Lukas Loch geht, ein grandioser Empfang bereitet werden. Ob das dem Schriftsteller recht ist, ist dem Bürgermeister ziemlich egal. Also wird alles aufgeboten, was St. Vinzenz zu bieten hat.
Gleichzeitig herrscht auch im Sommerhansl-Hof geschäftigen Treiben: Josef Sudi, Ex-Gendarm, und seine Freundin Karin wollen heiraten. Eine richtige kirchliche Trauung verweigert der Dorfpfarrer mit dem Hinweis, Josef sei geschieden. Das ist in Anbetracht des Lebenswandels des Pfarrers doch eine bigotte wie abstruse Begründung. Denn der gute Mann unterhält mit seiner Köchin Reserl eine Beziehung sowie ein Gsupsi mit einer verheirateten Frau aus der Theatergruppe.
Kurzfristig empört sich ein Teil der Dorfbevölkerung als bekannt wird, dass das aufgelassene Dorfwirtshaus von einer syrischen Familie übernommen wird. Aber bald kehrt wieder Ruhe ein.
Eine Ruhe, die sich bei der betagten Franziska Klug, vorerst nicht einstellen will, hat sie doch wegen des unbekannten Vaters von Paul Himmel einen Verdacht.
Und dann ist er da, der große Tag, an dem Paul Himmel gefeiert wird.
„Aber sonst bleibt alles wie immer, nur ein bisserl anders.“
Meine Meinung:
Wie schon im ersten Band dieser Liebeserklärung an die Heimat, hält August Schmölzer den Einwohnern von St. Vinzenz einen Spiegel vors Gesicht. Sei es die Bigotterie des Pfarrers oder das Verhalten der Altvorderen in der Vergangenheit, alles kommt ans Tageslicht. Manches scheint im Laufe der Jahre ein wenig abgemildert zu sein. So meint Paul Himmel in seiner Dankesrede:
„Aber, lassen Sie mich gleich anfangs dankend darauf hinweisen, dass mich St. Vinzenz als kleinen Buben in ein Waisenhaus abgegeben hat. So erhielt ich gleich als Kind die Prägung, die mich ein Leben lang schmerzhaft begleitet hat: Lieblosigkeit, Heimatlosigkeit und Elternlosigkeit. Hätte ich das nicht so intensiv erlebt, und Gott sei Dank, überlebt, würde ich nicht so schreiben, wie ich muss. Andererseits ermöglicht mir mein Schreiben ein schönes, spannendes Leben. Was für eine Koinzidenz! Kurzum, ich bin St. Vinzenz rundum und aus ganzem Herzen dankbar. Ich will auf keinen Fall zynisch sein, lassen Sie mich auch sagen, dass es nicht Ihre Schuld ist, und die Hoffnung, dass ein Fall heute anders und menschlicher gelöst werden würde, ist groß.“.
Das Cover symbolisiert den Blick auf St. Vinzenz und seine Bewohner durch das Schlüsselloch und passt perfekt zum Inhalt.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Roman, der abermals mit Wortwitz besticht, 5 Sterne.
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