Ein berührender Roman über Liebe, Lebensentwürfe und die flauschigste Stelle zwischen zwei Kaninchenohren.
Leo ist stolz auf ihre Scheidung. Jetzt hat sie Lust auf etwas Leichtes. Bei ihrer Suche begegnet sie verschiedensten Männern und einer ungewöhnlichen Freundin. Leos Herz erobert allerdings erst mal nur Frederic, ein deutscher Riesenschecke.
Eine Geschichte über das, was nach der Trennung kommt, und den Mut zur Freiheit.
"Zauberhaft!" Mareike Fallwickl
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Bewertung
5/5
07.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leichtigkeit, die nachhallt!
„Jakob schlief, als wäre Leo gar nicht da. Leo schlief, als wollte sie niemanden stören. Er war ganz aus. Und sie war ganz an.“ (S. 16)
Unter anderem diese Feststellung hat dazu geführt, dass Leo jetzt von Jakob geschieden ist. Sie wagt einen Neustart. Allein. In ihrer eigenen Wohnung. Ohne Mann. Allein diese Umstände werfen in ihrem Umfeld bereits Fragen und Unverständnis auf. Anzuerkennen, dass Leo sich das selbst ausgesucht hat, fällt schwer. Dabei ist Leo glücklich und will nur ein bisschen mehr Leichtigkeit in ihrem Leben, ohne sich ständig rechtfertigen zu müssen. Dazu zählen unter anderem ihr Job im Tierheim, ihr Gemüsehändler Adam, ihr neues Hobby und der neue, flauschige Freund Frederic.
„Etwas Leichtes“ ist mein erstes Buch von Eva Lohmann und mit dem hat sie mich gleich ziemlich erwischt. Sie schafft es, ganz nebenbei Fragen aufzuwerfen, über die man auch nach dem Lesen noch ein bisschen nachdenkt. Denn eigentlich wünschen wir uns doch alle ein möglichst leichtes, glückliches Leben. Aber was bedeutet das überhaupt? Bedeutet es für jeden das Gleiche? Und warum meinen wir eigentlich so oft zu wissen, wie andere ihr Leben zu führen haben?
Leo zumindest weiß genau, was sie will. Zumindest glaubt sie das. Und trotzdem lässt sie sich auf das Abenteuer Online-Dating ein und macht sich auf die Suche nach einem Mann, der vielleicht doch noch einmal alles verändern könnte. Das Internet hat ja schließlich eine schier unerschöpfliche Auswahl parat, da wird doch „der Eine“ dabei sein, oder?
Leo hat sich mit ihrer direkten, manchmal etwas eigenwilligen Art, ohne Umwege in mein Herz geschlichen. Sie verbiegt sich nicht und hinterfragt vieles. Sie tut Dinge aus Überzeugung und strauchelt dann doch. Genau das macht sie so sympathisch! Und dann sind da ja noch die anderen Charaktere, die durch die Bank liebenswert sind und sich der Reihe nach bei mir festgesetzt haben. Vor allem Frederic und Heide ♥️ Ich will hier nicht zu viel verraten, denn sonst würde ich zu viel vorwegnehmen. Ihr müsste sie einfach alle kennenlernen!
Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch nicht alle Antworten vorgibt, sondern man selbst ins Überlegen kommt. Wie viel Nähe braucht man eigentlich zum Glücklichsein? Muss ein erfülltes Leben automatisch aus Partner und Kindern bestehen? Oder darf „Glücklichsein“ für jeden einfach etwas ganz anderes bedeuten? Das sind die Gedanken, die man nach dem Lesen mitnimmt und die noch länger nachhallen
„Etwas Leichtes“ ist ein Buch über das Glücklichsein, über die Liebe zu sich selbst – und zu einem Riesenschecken! Große Empfehlung und schon wieder ein Highlight!
Lesens_werte
5/5
04.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Auf die eigenen Bedürfnisse hören
Noch vor der Scheidungsrichterin stellt sich Leo die Frage, ist eine geschiedene Ehe eine gescheiterte Ehe? Für sich selbst bevorzugt sie das Wort "beendet". Und obwohl sie mit dem neuen jungen Familienglück ihres Ex-Mannes hadert, beginnt sie es zu genießen, eine geschiedene Frau zu sein. Nichtsdestotrotz fängt sie wieder mit dem Daten an, wobei ihr Hobby fremde Gräber zu pflegen und ihre Liebe zu Tierheim-Kaninchen Frederic diesen Umstand nicht wirklich erleichtern.
"Etwas Leichtes" nähert sich humorvoll und fast spielerisch der philosophischen Frage, was will ich eigentlich aus meinem Leben machen? Und wem will oder muss ich dabei gefallen? Für Leo sind das vordergründig die Eltern, die beste Freundin, die Arbeitskollegin. Aber dankenswerterweise ist sie geerdet genug, dass sie lernen kann, mehr auf sich und ihre eigenen Bedürfnisse zu hören. Dieses Buch vereint für mich so vieles, was eine Leseempfehlung ausmacht: Humor, Tiefsinn und Spannung. Nach "Wie du mich ansiehst" ist auch "Etwas Leichtes" ein großer Wurf von Autorin Eva Lohmann und ein Roman zum Verschlingen.
Hornita
aus Augsburg
5/5
29.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Treffend beobachtet und analysiert
Dieser Roman hat mir ab der ersten Seite sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm und auf den Punkt. Ich fand die Beobachtungsgabe und Analysefähigkeit der Autorin bemerkenswert. Sie hat Beschreibungen für viele Dinge gefunden, die ich diffus schon gefühlt und erlebt habe, aber nicht so gekonnt in Worte fassen könnte. Die Charaktere fand ich sehr gut getroffen und die verschiedenen weiblichen Lebensentwürfe sehr glaubhaft geschildert. Die genannten Erwartungen an Rollenbilder, insbesondere Frauen, sind auch mir gut bekannt und werden realistisch umgesetzt. Es gelingt Eva Lohmann, das alles in einen schönen, leichten Roman zu bringen, der mich sehr gut unterhalten hat. Die Entwicklung der Hauptfigur Leo und ihre Begegnungen mit Männern fand ich sehr erfrischend und die Liebe zum Riesenkaninchen Frederic ist eine sehr nette Parallelhandlung. Die Geschichten aus dem Tierheim haben mir auch gut gefallen und sind ein überraschend guter Rahmen für Leos neuen Lebensentwurf nach der Scheidung.
Bewertung
5/5
29.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührend
Leo ist glücklich geschieden und genießt ihre eigene Wohnung und die Vorzüge des Alleinseins. Männer möchte sie trotzdem kennenlernen, am besten im Internet. Sie hat sich für ein Leben ohne Kinder entschieden. Ihre Eltern haben kein Verständnis dafür. Da kümmert sie sich lieber um die Tiere im Tierheim. Und eigentlich wünscht sie sich viel mehr Leichtigkeit in ihrem Leben. Warum eine Familie gründen, wenn man dann noch einsamer ist als allein? So wie ihre Eltern möchte sie nicht werden. Aber wie soll das gehen? Ein erfülltes Leben ohne Kinder und Mann. Geht das, wenn die meisten Menschen doch gerade nach diesem Leben streben?
Eva Lohmann hat es wieder geschafft. Sie stellt dem Leser kluge Fragen, bringt ihn zum nachdenken. Leichtigkeit wünscht sich doch fast jeder. Aber wer schafft das schon richtig gut? Ja, jeder soll so leben wie er mag aber verurteilt wird man trotzdem. Leo weiß eigentlich was sie will. Lässt sich aber dazu verleiten zu daten und einen neuen Mann fürs Leben zu finden. Im Internet gibt es davon genug. Jeder Mann könnte ein neues Leben sein. Leo ist eigenwillig, bleibt sich treu und hinterfragt. Besonders charmant sind die Nebenfiguren. Am Ende jedes Kapitels gibt es noch einen kurzen Absatz aus Sicht eines anderen Charakters. Heide und Kaninchen Frederic tragen maßgeblich zur Entscheidungsfindung bei und dann…Ja, dann fühlt sich alles plötzlich ganz leicht an. Wie viel Nähe braucht ein Mensch? Muss man unbedingt einen Partner und Kinder haben, um ein ausgefülltes Leben zu führen? Diese Fragen werden hier nicht beantwortet aber Lohmann lädt den Leser sein, sich genau damit zu beschäftigen. Sich zu hinterfragen, wie man leben möchte.
Ein warmherziger Roman über Selbstbestimmung, Freiheit und Familie. Ein Appell an den Leser mutig zu sein, zu hinterfragen und zu akzeptieren. Und auch das gehört zur Wahrheit dazu. Jeder Mensch ist anders und Toleranz ist keine Einbahnstraße. Eine große Empfehlung.
Bianka
Thalia Book Circle Community
5/5
28.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leichtfüßig, witzig und gleichzeitig erstaunlich tiefgründig
Leo ist 42, frisch geschieden und genießt zunächst vor allem eines: ihre neu gewonnene Freiheit. Sie möchte nach dem Ende ihrer Ehe etwas Leichtes, keine neue große Beziehung, keine komplizierten Zukunftspläne und schon gar nicht wieder das Gefühl, den Erwartungen anderer entsprechen zu müssen.
Mit Adam, dem Gemüsehändler von nebenan, scheint sie genau das gefunden zu haben. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche, aber unkomplizierte Affäre. Doch so einfach, wie Leo sich ihr neues Leben vorgestellt hat, bleibt es natürlich nicht. Ihre Freundin Caro bringt sie auf Dating-Apps und damit zu ganz unterschiedlichen Männern und Begegnungen. Gleichzeitig wird Leo immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie ein Leben als Frau eigentlich aussehen „sollte“.
Besonders spannend fand ich dabei die Kinderfrage. Leo wollte nie Kinder, während sich Jakobs, ihres Ex-Mannes Wunsch danach verändert hat. Inzwischen erwartet er mit seiner neuen Partnerin ein Kind. Und so muss Leo sich nicht nur mit der Trennung auseinandersetzen, sondern auch mit der Frage, ob ihr eigener Lebensentwurf wirklich genauso richtig sein kann, wenn er so völlig anders aussieht als der der Menschen um sie herum.
Und dann kommt Frederic ins Spiel, ein deutscher Riesenschecke, der eher ungeplant Teil von Leos neuem Leben wird. Ausgerechnet dieses ungewöhnliche Kaninchen entwickelt sich zu einer ganz besonderen Konstante und gibt der Geschichte noch einmal eine völlig andere, unerwartet charmante Seite.
Was mir an diesem Roman besonders gefallen hat, ist die Leichtigkeit, mit der Eva Lohmann schwierige Themen erzählt. Es geht um Scheidung, Dating, Kinderlosigkeit, Erwartungen, Nähe und die Frage, wie viel Freiheit man tatsächlich braucht und gleichzeitig darum, dass Freiheit eben nicht automatisch bedeutet, dass man keine Bedürfnisse nach Nähe und Verbundenheit hat.
Leo ist dabei wunderbar menschlich. Sie weiß nicht immer genau, was sie will, trifft Entscheidungen, die vielleicht nicht besonders vernünftig sind, und muss sich selbst immer wieder neu sortieren. Gerade dadurch wirkt sie für mich glaubwürdig und nahbar.
Der Schreibstil hat mir ebenfalls ausgesprochen gut gefallen. Unkompliziert, direkt, humorvoll und wunderbar leicht zu lesen, ohne dass die Geschichte dadurch oberflächlich wird. Im Gegenteil: Unter der Leichtigkeit steckt erstaunlich viel Nachdenkliches. Immer wieder gab es Stellen, bei denen ich schmunzeln musste, während mir gleichzeitig ein Gedanke im Kopf hängen blieb.
Und genau das ist für mich die große Stärke von Etwas Leichtes, das Buch fühlt sich leicht an, obwohl es um ziemlich große Fragen geht. Es macht Spaß, Leo auf ihrem Weg zu begleiten, und gleichzeitig regt es dazu an, über die eigenen Vorstellungen von Glück, Beziehung und einem „richtigen“ Leben nachzudenken.
Für mich eine wunderbar unterhaltsame, warmherzige und kluge Geschichte über einen Neuanfang und darüber, den Mut zu haben, das eigene Leben so zu gestalten, wie es sich für einen selbst richtig anfühlt.
Ein Buch, das seinem Titel alle Ehre macht und dabei trotzdem einiges zu sagen hat.
5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐⭐
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