Ein berührender Roman über Liebe, Lebensentwürfe und die flauschigste Stelle zwischen zwei Kaninchenohren.
Leo ist stolz auf ihre Scheidung. Jetzt hat sie Lust auf etwas Leichtes. Bei ihrer Suche begegnet sie verschiedensten Männern und einer ungewöhnlichen Freundin. Leos Herz erobert allerdings erst mal nur Frederic, ein deutscher Riesenschecke.
Eine Geschichte über das, was nach der Trennung kommt, und den Mut zur Freiheit.
"Zauberhaft!" Mareike Fallwickl
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Anjas_Buchspuren
5/5
27.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vom Mut, sich leicht zu machen
Leo, Anfang 40, leitet das Kleintierhaus eines Tierheims, ist frisch geschieden und damit eigentlich ziemlich zufrieden. Nach dem Ende ihrer Ehe sehnt sie sich vor allem nach einem - nach etwas Leichtem. Doch wie soll dieses neue, leichte Leben aussehen? Freundin, Eltern, Schwester – alle haben ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, was Leo jetzt tun, fühlen oder erleben sollte. Aber was möchte Leo eigentlich selbst?
Auf der Suche nach einer Antwort begegnet sie ganz unterschiedlichen Menschen und auch Tieren. Da ist der Gemüsehändler Adam, der reiche Witwer Konrad und schließlich Heide, mit der eine Frau in Leos Leben tritt, deren Lebensentwurf sich deutlich von denen ihrer Mutter und ihrer Freundinnen unterscheidet. Jede dieser Begegnungen verändert Leos Blick auf Beziehungen, Nähe, Freundschaft und die Frage, wie ein erfülltes Leben aussehen kann. Und dann ist da noch Frederic, ein Deutscher Riesenschecke aus dem Tierheim, der sich ziemlich schnell einen Platz in Leos Herzen erobert.
So beschäftigt Leo schließlich eine Frage, die vermutlich viele von uns kennen: Was macht uns wirklich glücklich und zufrieden? Und sieht dieses Glück vielleicht für jeden Menschen anders aus? Braucht es einen Partner und Kinder für ein erfülltes Leben? Oder können Freundschaften, Hobbys und Haustiere genauso sehr erfüllen? Können wir uns tatsächlich von gesellschaftlichen Erwartungen und Zwängen lösen und nur darauf hören, was wir selbst wollen? Und wie gelingt es überhaupt, ein leichtes Leben zu führen?
Eva Lohmann erzählt diese Geschichte leise und unaufgeregt, während die Fragen, die sie aufwirft, umso intensiver nachhallen. Leo und auch die anderen Figuren habe ich dabei durchweg als sympathisch, vielschichtig und authentisch empfunden. Besonders gut gefallen haben mir die letzten Absätze der einzelnen Kapitel. Dort wird das zuvor Geschehene noch einmal kurz aus der Perspektive einer anderen Figur betrachtet. Dadurch verschiebt sich der Blick auf manche Situation und es zeigt sich immer wieder, wie schnell wir das Verhalten anderer interpretieren und wie oft wir mit unseren Annahmen auch danebenliegen.
Fazit: Ein leiser, kluger und warmherziger Roman über die Freiheit, das eigene Leben nicht nach den Vorstellungen anderer führen zu müssen. Und vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieses Romans: Manchmal wird das Leben erst dann leichter, wenn wir den Mut finden, all das Schwere loszulassen, das andere uns auferlegt haben.
Fee04
Thalia Book Circle Community
5/5
22.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leseempfehlung
Etwas Leichtes von Eva Lohmann,
Eisele Verlag
„…die Sehnsucht danach, gemeinsam mit einem anderen Menschen etwas Leichtes vor sich zu haben, die legte sich in diesem Moment neu und unerwartet über ihr Herz.“ (Pos. 221)
Leo, frisch geschieden, lebt glücklich in ihrer kleinen Wohnung. Verliebt sich in Frederic, ein wunderschönes Kaninchen in ihrem Tierheim, und beginnt eine unverbindliche Affäre mit ihrem Gemüsehändler Adam.
„Sie wusste, dass viele Dinge schwer erschienen, bevor sie irgendwann leicht wurden. Man musste sie nur ein paarmal hintereinander tun.“ (Pos. 267)
Und so war es auch mit Adam, bevor sich die Leichtigkeit einstellte.
Ihre Freundin Caro, genau wie ihre Eltern und ihre Schwester, hofften, dass Leo nun endlich den richtigen Partner findet.
Frauen wie Leo, alleine lebend, haftete ein gesellschaftliches Urteil an, das man nicht einfach abstreifen konnte.
Warum musste man immer ein Date oder einen Partner haben, um interessant zu sein?!
Caro ermuntert Leo, sich bei einer Dating App anzumelden, und dann kamen gleichzeitig Konrad und Heide in Leos Leben.
Konrad, charismatisch, etwas älter, reich und Witwer, ist fasziniert von Leo. Und Leo fühlt sich von seiner ungeteilten Aufmerksamkeit angezogen wie eine Motte vom Licht!
Heide, eine ältere verwitwete Dame, die unglaubliche Pirouetten auf der Rollschuhbahn drehte, lebte allein, und ihr Haus war stets offen für Frauen, die einfach Zeit für sich benötigten.
Heide war nicht einsam, sie lebte ihr Leben genau so, wie sie es gerne mochte.
„Du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ (Pos. 1667)
Das galt nicht nur für Frederic, ihren flauschigen Freund, sondern auch für Menschen, wurde Leo bewusst.
„Es gab eine Zeit, in der es keine Worte brauchte, und eine andere, in der es keine mehr gab. Dazwischen saß man sich gegenüber und schaute dem anderen beim Reden ins Gesicht.“ (Pos. 1685)
Eva Lohmann begeistert mit ihrem leisen Roman. Zeigt uns, dass das Glück aus uns herauskommt und wir uns nicht von Erwartungen und gesellschaftlichen Zwängen leiten lassen sollen.
Dass Freundschaften wertvoll sind, Menschen, auf die man sich verlassen kann, ein Segen.
Man mit der Vergangenheit abschließen muss und weitermachen, neue Wege gehen und sich selbst Zeit geben.
Wie schön es auch als alleinstehende Frau sein kann.
Leo und auch Frederic lernen, alte Erfahrungen mit neuen zu überschreiben.
Und genau das hat mir an diesem leisen Roman so gut gefallen.
Nicht alles muss sofort wieder perfekt sein. Manchmal braucht es einfach ein bisschen Zeit, neue Menschen und den Mut, seinen eigenen Weg weiterzugehen.
Bewertung
5/5
07.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leichtigkeit, die nachhallt!
„Jakob schlief, als wäre Leo gar nicht da. Leo schlief, als wollte sie niemanden stören. Er war ganz aus. Und sie war ganz an.“ (S. 16)
Unter anderem diese Feststellung hat dazu geführt, dass Leo jetzt von Jakob geschieden ist. Sie wagt einen Neustart. Allein. In ihrer eigenen Wohnung. Ohne Mann. Allein diese Umstände werfen in ihrem Umfeld bereits Fragen und Unverständnis auf. Anzuerkennen, dass Leo sich das selbst ausgesucht hat, fällt schwer. Dabei ist Leo glücklich und will nur ein bisschen mehr Leichtigkeit in ihrem Leben, ohne sich ständig rechtfertigen zu müssen. Dazu zählen unter anderem ihr Job im Tierheim, ihr Gemüsehändler Adam, ihr neues Hobby und der neue, flauschige Freund Frederic.
„Etwas Leichtes“ ist mein erstes Buch von Eva Lohmann und mit dem hat sie mich gleich ziemlich erwischt. Sie schafft es, ganz nebenbei Fragen aufzuwerfen, über die man auch nach dem Lesen noch ein bisschen nachdenkt. Denn eigentlich wünschen wir uns doch alle ein möglichst leichtes, glückliches Leben. Aber was bedeutet das überhaupt? Bedeutet es für jeden das Gleiche? Und warum meinen wir eigentlich so oft zu wissen, wie andere ihr Leben zu führen haben?
Leo zumindest weiß genau, was sie will. Zumindest glaubt sie das. Und trotzdem lässt sie sich auf das Abenteuer Online-Dating ein und macht sich auf die Suche nach einem Mann, der vielleicht doch noch einmal alles verändern könnte. Das Internet hat ja schließlich eine schier unerschöpfliche Auswahl parat, da wird doch „der Eine“ dabei sein, oder?
Leo hat sich mit ihrer direkten, manchmal etwas eigenwilligen Art, ohne Umwege in mein Herz geschlichen. Sie verbiegt sich nicht und hinterfragt vieles. Sie tut Dinge aus Überzeugung und strauchelt dann doch. Genau das macht sie so sympathisch! Und dann sind da ja noch die anderen Charaktere, die durch die Bank liebenswert sind und sich der Reihe nach bei mir festgesetzt haben. Vor allem Frederic und Heide ♥️ Ich will hier nicht zu viel verraten, denn sonst würde ich zu viel vorwegnehmen. Ihr müsste sie einfach alle kennenlernen!
Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch nicht alle Antworten vorgibt, sondern man selbst ins Überlegen kommt. Wie viel Nähe braucht man eigentlich zum Glücklichsein? Muss ein erfülltes Leben automatisch aus Partner und Kindern bestehen? Oder darf „Glücklichsein“ für jeden einfach etwas ganz anderes bedeuten? Das sind die Gedanken, die man nach dem Lesen mitnimmt und die noch länger nachhallen
„Etwas Leichtes“ ist ein Buch über das Glücklichsein, über die Liebe zu sich selbst – und zu einem Riesenschecken! Große Empfehlung und schon wieder ein Highlight!
Lesens_werte
5/5
04.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Auf die eigenen Bedürfnisse hören
Noch vor der Scheidungsrichterin stellt sich Leo die Frage, ist eine geschiedene Ehe eine gescheiterte Ehe? Für sich selbst bevorzugt sie das Wort "beendet". Und obwohl sie mit dem neuen jungen Familienglück ihres Ex-Mannes hadert, beginnt sie es zu genießen, eine geschiedene Frau zu sein. Nichtsdestotrotz fängt sie wieder mit dem Daten an, wobei ihr Hobby fremde Gräber zu pflegen und ihre Liebe zu Tierheim-Kaninchen Frederic diesen Umstand nicht wirklich erleichtern.
"Etwas Leichtes" nähert sich humorvoll und fast spielerisch der philosophischen Frage, was will ich eigentlich aus meinem Leben machen? Und wem will oder muss ich dabei gefallen? Für Leo sind das vordergründig die Eltern, die beste Freundin, die Arbeitskollegin. Aber dankenswerterweise ist sie geerdet genug, dass sie lernen kann, mehr auf sich und ihre eigenen Bedürfnisse zu hören. Dieses Buch vereint für mich so vieles, was eine Leseempfehlung ausmacht: Humor, Tiefsinn und Spannung. Nach "Wie du mich ansiehst" ist auch "Etwas Leichtes" ein großer Wurf von Autorin Eva Lohmann und ein Roman zum Verschlingen.
Hornita
aus Augsburg
5/5
29.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Treffend beobachtet und analysiert
Dieser Roman hat mir ab der ersten Seite sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm und auf den Punkt. Ich fand die Beobachtungsgabe und Analysefähigkeit der Autorin bemerkenswert. Sie hat Beschreibungen für viele Dinge gefunden, die ich diffus schon gefühlt und erlebt habe, aber nicht so gekonnt in Worte fassen könnte. Die Charaktere fand ich sehr gut getroffen und die verschiedenen weiblichen Lebensentwürfe sehr glaubhaft geschildert. Die genannten Erwartungen an Rollenbilder, insbesondere Frauen, sind auch mir gut bekannt und werden realistisch umgesetzt. Es gelingt Eva Lohmann, das alles in einen schönen, leichten Roman zu bringen, der mich sehr gut unterhalten hat. Die Entwicklung der Hauptfigur Leo und ihre Begegnungen mit Männern fand ich sehr erfrischend und die Liebe zum Riesenkaninchen Frederic ist eine sehr nette Parallelhandlung. Die Geschichten aus dem Tierheim haben mir auch gut gefallen und sind ein überraschend guter Rahmen für Leos neuen Lebensentwurf nach der Scheidung.
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