Allem antinationalen Furor zum Trotz, der Mensch bleibt das in seiner Nation verwurzelte Wesen. Die herrschende Kulturpolitik ist hierfür blind, sie weicht vor dem Nationalen ins Regionale und Internationale aus. Sie redet die Nationalkultur klein und übersieht, dass Regionen immer nur Regionen von Nationen sind und auch das Internationale ohne Nationen nichts mehr wäre. „Kulturpolitik – Wie es ist deutsch zu sein“ nimmt dieses Offenkundige zu ihrem Ausgangspunkt und baut darauf eine neue identitätsbejahende Kulturpolitik. Vom Hauptautor des Regierungsprogramms der AfD Sachsen-Anhalt ist es so etwas wie das Grundlagenbuch zum politischen Programm.
Kundinnen und Kunden meinen
2.3/5.0
BK
5/5
25.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was bedeutet es eigentlich, deutsch zu sein?
Hans-Thomas Tillschneider formuliert eine Frage, die erstaunlich selten gestellt wird: Warum sollte ausgerechnet ein deutscher Staat seine eigene nationale Kultur nicht als etwas Bewahrenswertes begreifen?
Seine Antwort überzeugt mich. Regionale Eigenheiten, Einflüsse von außen und künstlerische Vielfalt stehen einer Nationalkultur nicht entgegen – sie können sich innerhalb ihres gemeinsamen kulturellen Rahmens entfalten. Vielfalt braucht einen Boden, auf dem sie wachsen kann.
Besonders richtig erscheint mir deshalb Tillschneiders Kritik an einer Kulturpolitik, die das Nationale gerne überspringt und sich stattdessen im Regionalen oder Internationalen einrichtet. Deutsche Sprache, Geschichte, Literatur, Musik, Kunst und gewachsene Traditionen sind kein peinliches Überbleibsel, sondern ein kulturelles Erbe, das weitergegeben werden darf und sollte.
Das Buch ist stellenweise philosophisch anspruchsvoll und nicht immer leichte Kost. Aber gerade deshalb ist es mehr als eine kulturpolitische Streitschrift: Es zwingt dazu, darüber nachzudenken, was eine Gesellschaft kulturell zusammenhält.
Staatspräsident Meri aus Estland sagte über Deutshland: „Es ist eine Art Canossa Republik geworden, eine Republik der Reue…Man kann einem Volk nicht trauen, das rund um die Uhr eine intellektuelle Selbstverachtung ausführt.“ Seit dieser Aussage, die 1995 getätigt wurde, ist einige Zeit vergangen und es kam noch schlimmer. Nichts ist dem Deutschen lieber als die eigene Nation zu verachten, sie vorzuführen und Bittgänge, Selbstgeißelungen und Beschimpfungen auszusprechen.
Ein anregendes und notwendiges Buch über eine fast selbstverständlich gewordene Fragevermeidung: Was bedeutet es eigentlich, deutsch zu sein?
Bewertung
1/5
09.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Werk eines rechtsradikalen Vordenkers
Meiner Meinung nach fragwürdig und problematisch, dass Thalia solche Bücher vertreibt. Hier wird einem radikalen Vordenker die Bühne gegeben eine menschenunwürdige Ideologie zu verbreiten und salonfähig zu machen.
Bewertung
1/5
26.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Gefahr vermeintlich intellektueller Ausschmückung von Menschenfeindlichkeit
Man sollte sein inhaltliches Gegenüber nie verklären, indem man ihm seinen Verstand und sein rhetorisches Geschick in Abrede stellt. Das macht man bei Joseph Goebbels retrospektiv genau so wenig. So kann man Tillschneider seine akademische Laufbahn und strategische Überlegungen zu Gesellschaft und ihren Zusammenhängen in einer bestimmten Finesse zugestehen. In der Pointe seiner Ausführungen und hinter der Nutzung seiner Imponiervokabeln, steht am Ende runtergebrochen dennoch ein zutiefst Ethnien und Personengruppen pauschalisierendes und menschenfeindliches Weltbild, das alles zuvor wohlwollend Platziertes Nichtig werden lässt. Ich hoffe wir entwickeln uns als Gesellschaft wieder dahin, dass die politischen Gegenangebote die verbale Ästhetik eingeübter Intellektualität, die qua Ihrer modernen Rassifizierung aus soziologischer Sicht gar nicht intellektuell sein kann, maximal klein hält.
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