Klassismus im Journalismus Wie soziale Herkunft journalistische Karrierewege prägt
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Beschreibung
Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
16.07.2026
Verlag
Herbert von Halem VerlagSeitenzahl
144 (Printausgabe)
Dateigröße
3170 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783869627601
Die vorliegende Studie untersucht erstmals systematisch die soziale Herkunft von Volontär:innen und Journalistenschüler:innen in Deutschland und analysiert deren Bedeutung für Rekrutierung und berufliches Rollenverständnis. Grundlage ist eine bundesweite Online-Befragung von 250 Nachwuchsjournalist:innen aus Volontariaten und Journalistenschulen.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche soziale Selektivität im Zugang zum Beruf: Personen aus akademischen Elternhäusern sind im journalistischen Nachwuchs überrepräsentiert, während solche aus nicht-akademischen Herkunftsgruppen seltener vertreten sind. Zugleich prägt eine starke Akademisierung den Zugang zum Journalismus. Zentrale Ressourcen beim Berufseinstieg wie Praktika, freie Mitarbeit, Netzwerke und finanzielle Unterstützung sind sozial ungleich verteilt.
Darüber hinaus zeigt die Studie, dass soziale Herkunft nicht nur den Zugang zum Journalismus, sondern auch das berufliche Rollenverständnis beeinflussen kann. Nachwuchsjournalist:innen aus unterschiedlichen Herkunftsgruppen gewichten journalistische Aufgaben unterschiedlich: Während Personen aus akademischen Elternhäusern stärker die kritisch-überwachende Funktion als >Vierte Gewalt< betonen, legen Befragte aus nicht-akademischen Elternhäusern größeren Wert auf partizipative, entwicklungsorientiert-pädagogische und anwaltschaftlich-repräsentationsbezogene Aufgaben im öffentlichen Diskurs.
Methodisch erweitert die Untersuchung die Journalismusforschung durch die Anwendung der MacArthur-Skala für subjektiven sozialen Status. Neben objektiven Bildungsindikatoren wird damit auch die subjektive soziale Selbstverortung erfasst. Die Kombination beider Perspektiven erlaubt eine differenziertere Analyse sozialer Positionierungen im journalistischen Nachwuchs und eröffnet neue Zugänge zur Untersuchung sozialer Ungleichheit im Journalismus.
Das Buch leistet einen empirischen Beitrag zur Debatte um soziale Ungleichheit, Chancengerechtigkeit und Perspektivenvielfalt im Journalismus.
Die vorliegende Studie wurde von der Otto Brenner Stiftung gefördert.
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