Eine Reise in den Rausch!Nach ihrem Hörbuch über den Opernball legt Stefanie Sargnagel mit einem weiteren Abenteuer nach: Allen Warnungen zum Trotz und in ein Dirndl geschnürt begibt sie sich an einen Ort, der für viele eine Zumutung ist und für andere der Himmel: das Münchner Oktoberfest.Das bietet viel Anlass zum Nachdenken über die liebenswerten und weniger schmeichelhaften Gemeinsamkeiten von Österreich und Bayern. Vor allem ist es aber eine mitreißende, mitreißend komische Höllenfahrt in ein Paradies des Exzesses, wie es nur in Bayern vorstellbar ist. Es wird nicht getrunken, sondern gesoffen, gefressen und gehurt, gewankt, gekotzt, das Bewusstsein verloren, alles in dem Hochgefühl, dass es genau so sein soll.Stefanie Sargnagel schaut zu, macht mit, und die Hörerin, der Hörer kommt aus dem Staunen nicht heraus über die Frage: Was hat sie da erlebt, was hat sie sich ausgedacht?
Kundinnen und Kunden meinen
2.7/5.0
Majo C.
aus Wien
4/5
14.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Beste das Deutschland je passiert ist
Mit ihrem gewohnten Witz und einer großen Portion Schamlosigkeit nimmt uns Sargnagel durch ihre Worte mit nach München und schreibt alles nieder, von den Aggregatszuständen der Männer beim Saufen und Schnackseln und fantastischen bis realitätsbefreiten Beobachtungen der breiten und immer breiter werdenden Masse auf der Theresienwiese. Clever, humorvoll und gerade ausgedacht genug, dass man sich als Normalsterbliche:r beim Thema Oktoberfest nicht zugrunde langweilt – weil am Ende des Tages passiert dort auch nichts, was meine Welt tatsächlich bewegen würde (außer natürlich die Sargnagel schreibt darüber). Auch wenn das Thema an sich, losgelöst von der Autorin, weit außerhalb meines Interessensgebiets fällt, ist es doch gut zu wissen, dass es zum Beispiel die Rosa Wiesn gibt und was dort außer Brezen gegessen wird. Damit ist dieses Buch die einzige Art und Weise auf die ich mit dieser Veranstaltung etwas zu tun haben und darüber lernen möchte, das aber dafür unbedingt.
Irritiert hat mich der zweite Teil, der dann nicht mehr viel mit dem Oktoberfest an sich zu tun hat und der nahtose Übergang davon, dass Sargnagel ihren Traumprinzen zum schwanger werden sucht und dann mit einem auf Reise ist.
Eignet sich hervorragend als Lektüre für Zugfahrten und als Geschenk an Menschen, denen man sonst Socken, Grillschürzen oder Schnapsgläser in Bierkrugoptik schenken würde sowie intellektuelle Literaturinteressierte.
Johanna
aus München
3/5
10.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Mythos in der Groteske
Weil das Oktoberfest nie auserzählt ist und das Immer-Gleiche sich in immer neuen Variationen zu einem Mythos aufgebaut hat, braucht auch die Gegenwartsliteratur einen Wiesnbesuch. Rustikal und derb darfs ruhig sein und zum Lachen aus sicherem Abstand.
Gleich zu Beginn betont die Sargnagelstefe, ihr seien „Volksfeste dieser Art nicht unbekannt. […] Nationalstolz, Alkoholmissbrauch und Übergriffe kennt man in der geliebten Heimat von Kindheit an.“ Der Unterschied sei, dass kein FPÖ-Mann vorne stehe und über den Islam schimpfe. Staunen wird sie dann über das Ausmaß des Exzesses.
Zwei Wochen lang stand Stefanie Sargnagel nicht nur am Wiesnrand, sondern auch im biersumpfigen Zelt, am Kotzhügel, im Flohzirkus und vor der Toilettentür und verdichtete dann das Ergebnis ihrer teilnehmenden Beobachtung des seltsamen Gebarens der hiesigen und auswärtigen Erdbewohner mit kenntnisreichem feministisch-satirischen Blick, scharf, unappetitlich, ordinär (wie sonst?). Dass die Beschreibung bei Sargnagel genauso drastisch und grotesk ausfällt wie das Geschehen da unten auf der Theresienwiese, ist für Sargnagel-Leserinnen eh selbstverständlich.
Sehr treffende Beobachtungen (ins Absurde verzerrt) gelingen ihr immer wieder: zum Beispiel beim Aufmascheln der Wiesngängerinnen, denen in Friseursalons pseudobayerische Frisuren gedrechselt werden:
„Kordelzöpfe, Gretchenschwänze, Kränze, Gräten, Kronen, Dutte, Bauerntaue, Wasserfälle, Schnecken. Selbst die Wimpern werden eingeflochten. Ganze Frauengruppen, bestehend aus Töchtern, Tanten und Großmüttern, lassen sich ineinander verknüpfen, bis sie sich in einen großen deutschen Zopf mit zappelnden kleinen Gliedmaßen verwandeln, der wie ein Rattenkönig Richtung Festgelände wackelt.“
Sargnagels Ausrüstung für die Expedition ist ebenso bemerkenswert. Neben dem obligatorischen Wegwerfdirndl aus Polyester wird die Berichterstatterin von einer Freundin mit „Pfefferspray, Gleitgel, Pflaster, Notrufnummern für Sexualstraftaten“ ausgestattet. Den Traumprinzen, den sie sich erhofft hat, wird sie da nicht finden. Es geht halt um den Rausch, die schnelle Nummer und eigenartige Attraktionen. Teufelsrad-Moderatoren werfen mit zotigen sexistischen Kommentaren um sich. Achtzehnjährige Polizisten-Bürscherln überbieten sich im Festnehmen, besonders von Cannabis-Konsumenten (denn Rauschgift ist hier nicht erlaubt).
Irgendwann werden mir die Monstrositäten dann doch zu viel. Das Amüsement hält sich in Grenzen. Das Immer-Gleiche kann auch langweilen. Noch mehr im zweiten Teil, der ihren Besuch in Bayreuth dokumentiert. Einst (2016) im Auftrag der Zeit verfasst geht es hier um das Befremden im Angesicht der verknöcherten Wagner-Hochkultur, aber eigentlich ums pausenlose Essen, mit dem Sargnagel der Kultur ausweicht, mit der sie nichts anfangen kann (Buch-Füllstoff?).
Viel besser, versponnener, geschickter ins Groteske kippend und zugespitzter ist ihre Satire „Opernball“ (2026). Auch das amerikanische Reisetagebuch „Iowa“ (2023) hat mir gefallen.
Bewertung
aus Waldkraiburg
1/5
24.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Oktoberfestbesucher - das "abartige Wesen"
Um es vorweg zu nehmen: Ich bin kein Spießer und selbst eher mal für anzügliche oder unpassende Kommentare unrühmlich bekannt.
Aber was Frau Sprengnagel (alias Sargnagel) hier zu Papier bringt, ist jenseits jedes toleranten Geschmacks. Wer eine humorvoll überzogene Satire über Sitten und Unsitten der Wies'n erwartet wird enttäuscht. In beispiellos ordinärer, geschmackloser Weise werden auch die positivsten Seiten in den Dreck gezogen. Da wird aus jedem Wiesenbesucher, insbesondere den Bayern, ein dumpfer, besoffener, sexsüchtiger Volltrottel mit Hang zur Glorifizierung des Nationalsozialismus und ohne Kontrolle über Speichelfluss, Harn- und Stuhldrang. Polizisten werden ausnahmslos als unreife (18jährige), gewalttätige Sadisten beschrieben, die das Oktoberfest benutzen um ihre Brutalo-Phantasien straflos auszuleben. Aus dem weltberühmten Trachten- und Schützenzug, Präsentation des Brauchtums zahlreicher deutscher Regionen und internationaler Gäste, wird die Wiederauferstehung von Nazi-Aufmärschen. Die zig tausenden Zuschauer beschreibt sie als grölenden pöbelnden, die eigenen Kinder vernachlässigenden Mob.
Dass es bei dieser Riesenveranstaltung negative Auswüchse gibt, ist mir, jahrzehntelang als Polizist auch auf der Wies'n im Einsatz, durchaus bewusst und (unangenehm) bekannt.
Wer als unbedarfter Leser auf dieses unsägliche Werk stößt und es für bare Münze nimmt, wird sicher keinen Schritt mehr auf die Münchner Theresienwiese setzen.
Frau Sargnagel konzentriert sich, wohl aus Publicity-Gründen, nur auf die übelsten denkbaren Vorkommnisse und nimmt freudig selbst daran teil. Kein Wort darüber, dass bei jährlich 6 bis 8 Millionen Besuchern über 90 Prozent einfach nur Spaß mit der Familie, Freunden, Arbeitskollegen haben wollen und auch haben. Und auch die wenigsten der zugegebenermaßen zahlreichen Betrunkenen mutieren automatisch zu kotzenden, urinierenden, "gehirnamputierten" Sexualverbrechern.
Der zweite Teil des Buches, über die Bayreuther Wagner-Festspiele ,ist zwar nicht mehr so vulgär wie die Schilderung der Wiesen, zieht aber auch bar jeden Sachverstandes alles an dieser weltberühmten Veranstaltung in den Dreck.
Mein (persönliches!) Fazit: Das hat nichts mit Satire oder Comedy zu tun, sondern ist eine unappetitliche Aneinanderreihung von Obszönitäten.
(Ob ich noch weitere Werke der immerhin preisgekrönten Autorin, in Hoffnung auf einen anderen Stil, lesen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht (hoffentlich) war "Oktoberfest" nur eine einmalige "Entgleisung" ...
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5/5
15.08.2026
eBook (ePUB)
Oans, zwoa, gsuffa!!!!
"Kein Wunder. dass hier alle so besoffen sind." Gewohnt sarkastisch und mit etwas schwarzem Humor begutachtet Stefanie Sargnagel das Münchner Oktoberfest samt bunten Besuchern und Attraktionen. Einfach herrlich!
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3/5
29.08.2026
eBook (ePUB)
Das nächste Fest
Weiter gehts mit dem Oktoberfest! Stefanie Sargnagl erzählt über ihre drei Tage, die sie am Oktoberfest verbracht hat und im Anschluss noch die Bayreuther Festspiele besucht hat.
Eine sehr turbulente Erzählung, mit persönlich hat der Opernball aber mehr zugesagt.
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2/5
21.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sex und Alkohol
Leider empfand ich dieses Werk nicht besonders unterhaltsam, vor allem im Vergleich zu Opernball.
Zu beleidigend und vulgär. Zudem geht es nur in der ersten Hälfte um das Oktoberfest, danach gibt es einen abrupten Wechsel zu den Bayreuther Festspielen.
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