Atticus FoxGemmologe - ArchäologeKunstsachverständigerLondon - Paris - New YorkSo steht es auf seiner Visitenkarte. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Atticus Fox ist ein Meisterdieb mit einem genialen Geschäftsmodell: Er stiehlt Diamanten und Preziosen, um diese nach angemessener Zeit als Held der Stunde zurückzubringen und Finderlohn von seinen Opfern aus der High Society zu kassieren. Nebenbei genießt er den wilden Rhythmus der Roaring Twenties in vollen Zügen, bis eines Tages Gräfin Elisabeth von Trock aus dem Fenster fällt und sich Diamanten, auf die es Atticus Fox abgesehen hat, vor seiner Nase in Luft auflösen. Das kann er sich nicht bieten lassen! Der Meisterdieb wird zum Meisterde-tektiv, und eine rasante Hatz zwischen der Côte d'Azur und Paris beginnt.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
12.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Reisen ins Jahr 1923…
ewertet in Deutschland am 11. August 2026
Formatieren: Kindle
Edda Minck, Atticus Fox, Meisterdieb
Fast gäbe es das Buch nicht, weil ganze zweimal das „N-Wort“ vorkommt. Doch so sagte man im Jahr 1913 eben…
Das hinreißende Cover im Jugendstil ist wie eine Pforte in eine verlockende vergangene Welt: in die Zeit nach dem 1.Weltkrieg an die Côte d’Azur, wo sich die Schönen, reichen und Verrückten vom Trauma des Krieges erholen. Russische Exilanten, mondäne Schwule, reiche und frustrierte Witwen und ein geheimnisvolles Medium im Rollstuhl.
Hier wirkt auch Atticus Fox, ein eleganter und angesehener „Kunstsachverständiger“, doch eigentlich ein Meisterdieb: Er stiehlt teure Preziosen, um sie nach einer gewissen Zeit zurückzubringen und von den betuchten Besitzern Finderlohn zu kassieren. Es sind die Roaring Twenties, es wird gefeiert, bis der Arzt kommt und Atticus ist mittendrin.
In der Wiege wurde ein solches Luxusleben dem schottischen Waisen nicht gesungen. Er ist erst sieben Jahre alt, doch er hat sich vorgenommen, ein Meisterdieb zu werden. Noch hat er selten Glück bei Jossele Birnbaum, der schöne Dinge kauft, aber bislang hat Atticus nur Talmi geliefert. Doch diesmal auf der Flucht durch London landet er im Glück, obwohl alles für ein Unglück spricht: er stiehlt das Diadem, das der Maharadscha von Jonghanpur der Queen verehren will. Jetzt ist ganz London hinter ihm her. Doch todesmutig kämpft sich der Junge zum Maharadscha durch – und der spendiert „Little Fox“ ein neues Leben: Schulausbildung, Studium in Oxford, viele Aufenthalte in Jonghanpur.
Man muss als schottischer Waise nur die richtigen Leute kennen.
Als Atticus Jahre später aus dem Großen Krieg zurückkehrt, als hochdekorierter Offizier ihrer Majestät, hat er sich bereits ein Stadthaus in London leisten können. Im Sommer 1923 taucht er im Cap des Pins an der Côte d’Azur auf, wo sich die High Society am Strand verlustiert, darunter Kriegswitwen, die versucht hatten, ihren Kummer beim Glücksspiel zu vergessen und dabei ihre teuren Geschmeide einsetzten.
Der Dieb und Kunstexperte war an der richtigen Stelle, aber keineswegs außer Gefahr.
Der ebenso spannende wie aufregende und dennoch heitere Krimi von Edda Minck ist die richtige Strandlektüre, es muss ja nicht immer die Côte d’Azur sein, die längst nicht mehr sonderlich mondän ist. Doch beinahe hätte das Buch gar nicht erscheinen können: In der Branche der Selfpublisher (mit Millionenumsätzen) gehen die Sprachzensoren um. Und obwohl das Buch im Jahr 1923 spielt, stört man sich dort daran, dass zweimal das Wort Neger vorkommt. Wie man das damals eben so sagte. Doch sogar Drucker reagieren heute „sensibel“, wenn ein solcher Wortgebrauch ruchbar wird.
Wie unendlich peinlich ist denn das?
Egal. Das Buch gibt’s zur Freude der Leser.
Weniger anzeigen
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.