Cora Zeng ist Tatortreinigerin in New York. Die blutigen Überreste stören sie nicht, denn sie hat Schlimmeres gesehen. Sie war dabei, als ein Fremder ihre Schwester vor eine U-Bahn stieß.
Der Täter wurde nie gefasst, doch sein letzter hasserfüllter Ausruf verfolgt Cora bis heute: Fledermausfresser.
Seitdem schleicht sich das Grauen langsam in ihr Leben – das ständige Gefühl, beobachtet zu werden, Bissspuren in ihrem Couchtisch, Fledermäuse an den Tatorten und immer mehr ermordete asiatische Frauen.
Ihre Tante warnt sie vor dem Fest der hungrigen Geister, bei dem sich die Pforten zur Unterwelt öffnen und die Toten nach den Lebenden greifen.
So muss Cora lernen, dass man rachsüchtige Geister nicht ignorieren kann.
Grady Hendrix: »Dieses Buch hat mich vollkommen erschüttert.«
Paul Tremblay: »Ein fesselnder und blutiger Ritt, und ein Aufschrei gegen den Rassismus während der Corona-Hölle.«
Booklist: »Unverzichtbare Lektüre von einer neuen Stimme im Horror.«
Alice Slater: » Bat Eater stürzt wie eine Fledermaus der Verdammnis herab und wird dich komplett verschlingen.«
Alma Katsu: »Body-Horror und weibliche Wut vereinen sich zu einem kraftvollen Roman.«
Veronica G. Henry: »Ein Porträt der Feindseligkeit und Gewalt, die New York in der Corona-Pandemie heimsuchten.«
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Ramona Schroller
aus Klein Rönnau
5/5
27.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Rassenhass und Pandemien
Cora musste mitansehen, wie ihre Schwester vor eine einfahrende U-Bahn gestoßen und getötet wurde durch einen Fremden. Das hat sie mehr als nur aus der Bahn geworfen. Dazu kommt die anhaltende Ausnahmesituation während der COVID-Pandemie, die ihrem OCD zuspielt.
Als Tatortreinigerin arbeitend, fällt Cora Monate später auf, wie viele asiatische Frauen Opfer von brutalen Mördern werden. Eines ist an allen Tatorten das gleiche: Fledermäuse, die, mal tot, mal verstümmelt, irgendwo in der Wohnung lauern.
Als dann der Monat der hungrigen Geister beginnt, fühlt Cora sich mehr als nur verfolgt, sie wird von einem dieser hungrigen Geister heimgesucht und ihre ohnehin schon schwache Psyche wird auf eine weitere Probe gestellt ...
Ich hatte einige sehr positive Rezensionen über diesen Roman gelesen und gesehen, daher war ich mehr als nur angenehm überrascht, dass sich der Festa-Verlag des Buches angenommen hatte und bestellte es vor. Als es letzten Freitag bei mir eintrudelte war mir sofort klar, dass ich es umgehend lesen würde und war auf eine wilde Achterbahnfahrt vorbereitet - allerdings nicht für die, die mich erwartete.
Cora ist eine Halb-Chinesin, ihre Mutter ist Amerikanerin und sie auch in den Staaten geboren. Sie kann kaum Kantonesisch, ist Amerikanisch doch ihre Muttersprache. Trotzdem wächst sie zwischen den beiden unterschiedlichen Kulturen auf mit einer chinesischen und einer erz-konservativen amerikanischen Tante. Da ihre Mutter sich früh einem Kult anschloss, ist sie zwischen diesen beiden und der Familie ihrer Halbschwester immer wieder gependelt, was ihrer Psyche offensichtlich nicht gut getan hat.
Die Art, wie Baker hier den Charakter Cora angelegt hat, lässt den Leser über eine lange Zeit diese Figur einfach nur schütteln wollen, während man die restliche Zeit einfach nur sprachlos ist darüber, wie viel Cora einfach nur über sich ergehen lässt. Die OCD und auch das PTSD ist sehr gut und bildreich geschildert und mir wurde nur allein bei Coras Duschverhalten ganz anders.
Die Zeit der Pandemie ... Ich denke, ich bin nicht die einzige, die diese am liebsten aus ihrem Gedächtnis streichen würde. Mal ganz von den ganzen Verschwörungen und deren Wahrheitsgehalt - oder dem Mangel eines solchen - außen vor, es war hässlich, und ich denke, die meisten werden mir zustimmen. Ich beispielsweise wollte warten bis zur Totimpfung, riskierte meinen Job bis ich dann schließlich einknickte, weil mein Chef alle Nicht-Geimpften fristlos rauszuschmeißen drohte. War das verboten? Ja. Kam es vor? Ja. Auf meinen täglichen Gängen zu den Testzentren und dem stundenlangen Anstehen habe ich vieles mitmachen dürfen: Ich wurde angespuckt, beschimpft, angerempelt, dass ich einmal fast von einem Auto angefahren worden wäre. Ich fühlte mich, als sei ich plötzlich eine Aussätzige. Kein unbekanntes Gefühl für mich. Doch der Hass, der mir plötzlich entgegenschlug, weil jeder Passant wusste, dass ich nicht geimpft war, mit dem hatte ich nicht gerechnet.
Baker erzählt ihre Geschichte aus der Sicht einer asiatischen Frau, die in den USA lebt, dort auch geboren und aufgewachsen ist. Trotzdem muss sie sich auf öffentlicher Straße beschimpfen und anspucken lassen, sie wird mit Müll beworfen und auf die Straße gerempelt. Warum? Weil ein gewisser Präsident den Virus als "China-Virus" bezeichnete und das Gerücht umging, dass COVID von Fledermäusen auf Menschen gesprungen sei, weil jemand Fledermäuse gegessen hat.
Lassen wir jetzt einmal die Tatsache außen vor, dass in einigen Provinzen Chinas tatsächlich Hunde und Katzen gegessen werden neben einigen anderen Tieren, die in westlichen Augen nun wirklich nicht auf die Speisekarte gehören, so ist es doch unwahrscheinlich, dass ein Virus auf diese Weise von einem Tier auf den Menschen mutiert.
Rassenhass ist noch immer ein viel zu großes Thema in der heutigen Welt, wenn man mich persönlich fragt. Die asiatisch-stämmige Bevölkerung der USA hat damit auch nicht erst seit Heute zu kämpfen, nur ist das sehr wenigen bewusst. Umso wichtiger ist ein Buch wie dieses, um den Fokus auf diesen Missstand zu richten.
Die Art, wie Baker die hungriigen Geister beschreibt ist Horror pur und so gut, dass man sie sich wirklich sehr gut vorstellen kann. Diese Wesen sind so widerwärtig geschildert, dass es mir kalt den Rücken runterlief bei der Schilderung. Dabei auch so fremdartig für westliche Augen, dass es gleichzeitig faszinierend war.
Ich habe dieses Buch verschlungen und kann es nur jedem Horror- und Krimifan ans Herz legen, denn im Verlauf des Romans wird gerade die kriminalistische Seite immer wichtiger. Ein hervorragendes Buch mit lebendiger Zeitkritik.
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