Es ist noch kein Mörder vom Himmel gefallen.Denver Brady behauptet, der erfolgreichste Serienkiller aller Zeiten zu sein. Basierend auf seinem reichen Erfahrungsschatz, bietet er nun einen Ratgeber für angehende Mörder im Internet an: »Killing Made Easy«. Als ein Mädchen, das im Besitz dieses Buches war, brutal ermordet wird, übernimmt DI Samantha Hansen den Fall. Sie soll den mysteriösen Autor jagen: wie es scheint, ein Profi, darauf spezialisiert, keine Spuren zu hinterlassen, der vor nichts zurückschreckt. Und je bekannter Denvers Buch wird, desto mehr steigt der Druck auf Sam, bis sie an dieser Jagd zu zerbrechen droht. Doch wer jagt hier eigentlich wen? Denn nicht nur der mysteriöse Autor hat etwas zu verbergen ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
S. L.
aus Berlin
5/5
29.10.2026
eBook (ePUB)
Mord nach Anleitung
Denver Brady weiß genau, wie man mit Morden ungestraft durchkommt. Er gibt dafür ein Anleitungsbuch heraus. Ein makabrer Witz? Nein, Nachahmer gehen genau danach vor. Ein Schulmädchen wird ermordet. Detektive Sam, gerade noch dienstunfähig, setzt sich auf des Autors und seiner Anhänger Spuren.
Der Kriminalroman ist geschickt aufgebaut: Anleitungen und Persönliches der Mörders wechseln mit Sams Arbeit und Befinden. Mörder Brady: kalt, zynisch. Detektive Sam: kaputt, engagiert. Wer bleibt?
Sowohl die Auszüge aus dem Killer-Buch als auch die Arbeit von Sam und ihren Kollegen sind faszinierend beschrieben. Gefühlskalt der eine, perfiderweise mit einem fragwürdigen Humor ausgestattet; mit psychischen Problemen kämpfend die andere. Spannend, interessant und beeindruckend.
Rebecca Philipson zeichnet ihre Sam als verletzliche, dennoch einsatzbereite und für Gerechtigkeit sorgende Frau. Ihr wird es oft nicht leicht gemacht, traumatisierende Erlebnisse hinterlassen Spuren. Eine gelungene Frauenfigur.
Dramatische Twists nehmen den Leser mit, es bleibt spannend bis zum Schluss.
Kann ich absolut empfehlen!
Bewertung
aus Köln
5/5
13.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Der Ratgeber hat mich überzeugt, und auch die Suche nach dem Mörder
Serienkiller. Sie üben eine Faszination auf uns aus. Von Unglauben, ekel, Bewunderung. Die Gefühlspalette ist hier sehr weit und jeder wird etwas dazu sagen können.
So gibt Denver Brady im Buch von sich an, dass er der erfolgreichste und ungefangene Serienkiller der Geschichte sei. Im Buch „Killing Made Easy“ geht es um den gleichnamigen Ratgeber. Brady behauptet von sich, sehr viele Menschen getötet zu haben und niemand hat ihn bis heute erwischt.
In Kapiteln, die sich zwischen den Ratgeber (den wir lesen wir ein zweites Buch im Buch) und den Kapitel um die Polizistin DI Samantha (Sam) Hansen abwechseln, erfahren wir nach und nach mehr über die Abgründe des Serienkillers und wie die Ermittlungen vorrangehen. Die bis dato sehr erfolgreiche Polizistin hat zum Beginn des Buches eine Auszeit, wegen psychologischer Probleme und kommt dann eines Tages an einem Tatort vorbei. Dort liegt die junge Charlotte. Ermordet und mit dem Buch „Killing Made Easy“ im Arm. Sam kann und will nicht nach Hause gehen und ihrem jetzigen Zustand weiter nachgehen, sie will den Mörder des Mädchens finden.
Zu den Kapiteln des Ratgebers: Wir lesen diese Kapitel, wie, als wäre es ein extra Buch. Beschrieben aus der Sicht von Brady, überheblich zeigt er sich, mit seinen Taten und bis heute nicht erwischt wurden sein. Große Namen wie Jeffrey Dahmer (17 Jungs und Männer) und Theodore Bundy (30 Bekannte Opfer und vermutet über 100), wären Anfänger gewesen und hätten zu viele Fehler gemacht. Interessant war für mich der Vergleich, da ich erst vor kurzem die Serienkillerausstellung bei mir in Köln besucht habe und sich als besser zu behaupten, ist schon heftig. Der Ratgeber geht auf Beziehung zum Opfer ein, Tatort, Tatwaffe etc. Aber wir lesen auch in jedem von einem seiner Morde und wie er zu den Opfern kam. Er ist bemüht von den klassischen Klischees zu befreien und zu zeigen, warum gerade Profiler immens daneben liegen und nicht alle immer aus schlechtem Elternhaus stammen müssen.
Parallel zu diesen Kapiteln lesen wir, wie Sam bemüht ist den Mörder von Charlotte zu finden. Diese wird wegen ihrer längeren Abwesenheit dem Team zugeordnet, welches den Herausgeber des Buches finden soll. Denn ein Buch tötet keine Menschen, höchstens der Autor. Und ist der Autor der Mörder von Charlotte oder ein Nachahmungstäter, vom Buch inspiriert?
Die Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen. Neben dem Ratgeber, wo mit vielen Details und Recherche gearbeitet wird (Statistiken, zuständige Behörden, Kollegen von anderen Büchern wie McDermid gelobt werden) und dann den detailgetreuen Erzählungen, was seinen Opfern passierte. Es geht nicht zu blutig zu und es ist, hart gesagt, abwechslungsreich. Ein guter Mörder tötete niemals zwei Mal auf dieselbe Art.
Die Kapitel um Sam, sind gegenüber dem kalten und nüchternen Kapiteln des Ratgebers, eher emotional. Man sieht diese taffe Frau, die so viele Fälle gelöst hat. Und nun psychisch angeschlagen wegen Vergehen in Ihrer Dienstzeit, welche ihr angetan wurden. Die verletzt ist und dies sieht man auch in ihrem Alltag, der Wohnung, des Auftretens und Unsicherheiten, die nicht zu ihr passen. Ich empfinde sie als toll beschrieben. Nah und gleichzeitig distanziert, man hat Mitleid und ekelt sich zugleich vor dem, was man liest, wie es gerade am Anfang des Buches um ihr Umfeld steht. Die Entwicklung, welche sie mitmacht, ist wahnsinnig gut zu lesen. Selten habe ich eine so tolle, weibliche Charakterin in Büchern erlebt.
Für mich ist „Killing Made Easy“ eines der Jahreshighlights im Bereich Krimi/Thriller. Es ist innovativ und anders. Es ist unauffällig wegen seines Covers, welches aber super zum Inhalt passt. Ich hoffe das Buch erhält noch einiges an Aufmerksamkeit, denn meine hat die Autorin für sich gewonnen.
Gelincik
5/5
17.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Gut
Der namenlose Täter präsentiert dem Publikum ein fiktives Handbuch: Er schildert seine Morde nicht nur als blutige Taten, sondern als präzise durchdachte Handwerkskunst. Schritt für Schritt erklärt er seine Strategien – von der Opferauswahl über das Aushebeln von Alibis bis hin zur Spurenbeseitigung. Doch je selbstgefälliger und detaillierter der Killer seine „Tipps“ zum Besten gibt, desto tiefer blickt man in eine Abgrundwelt aus Soziopathie und Narzissmus. Und während er prahlt, wie unfehlbar sein System ist, zieht sich im Hintergrund unbemerkt die Schlinge zusammen.
Der Schreibstil ist schnörkellos, hochpräzise und extrem flüssig. Die Kapitelführung erinnert an kurze Lektionen, was dem Buch ein unheimlich hohes Tempo verleiht.
Die Stärke des Buches liegt im bitterbösen Tonfall. Die Mischung aus Ratgeber-Jargon („praxiserprobt und bewährt“) und eiskalter Tathergangs-Beschreibung erzeugt eine verstörende Faszination. Man ertappt sich als lesende Person immer wieder dabei, der absurden Logik des Täters zu folgen, nur um im nächsten Moment von der absoluten Skrupellosigkeit der Taten vor den Kopf gestoßen zu werden.
Bewertung
4/5
30.10.2026
eBook (ePUB)
Ein tiefschürfender Thriller mit viel düsterem Humor und genialen Wendungen
Denver Brady, ein Pseudonym?, ist der Autor des autobiographischen Ratgebers Killing Made Easy. Er will Interessierten beibringen, wie man mit Mord davonkommt. In dem Buch erzählt er von seinen Taten und gibt Tipps zur Opferwahl, Kleidung, Vorgehensweisen sowie falschen Fährten für die Polizei.
Dieser Ratgeber wird bei einer ermordeten Jugendlichen in einem Londoner Park gefunden und die Initialen DB, für Denver Brady?, sind in dem Baumstamm, an dem sie liegt, eingeritzt.
DI Samantha Hansen ist seit mehreren Monaten krankgeschrieben, weil ein berufsbezogener Vorfall sie psychisch schwer belastet. Es geht ihr ziemlich schlecht, doch der Fall reizt sie, also geht sie wieder zur Arbeit. Sie liest das Buch und geht folgenden Fragen nach: Verrät der Autor Dinge, die auf seine Identität hinweisen könnten? Wohin fließen die Einnahmen? Wo wird es gedruckt? Der Autor hinterlässt allerdings kaum verwertbaren Spuren und je bekannter das Buch wird, desto mehr steigt der Druck, sodass sie sich erneut einem Zusammenbruch nähert. Dann überschlagen sich die Ereignisse …
Der lebendige, ausdrucksstarke Erzählstil mit viel düsterem Humor hat mich sofort gepackt!
Über das Buch im Buch erfährt man aus der Sicht des Serienmörders faszinierend verstörende Dinge: manches fand ich galgenhumorig unterhaltsam, anderes (erwartbar) abstoßend und einiges waren für mich unschöne Wahrheiten über Schwächen bzw. Vorurteile von Individuen oder Systemen, die er zu seinem Vorteil nutzen kann.
Aus DI Hansens Perspektive erlebt man ihre Fragilität und ihren Frust, weil sowohl die Ermittlungen als auch ihr Privatleben in eine ernüchternde sowie verwirrende Richtung gehen. Ich muss zugeben, dass ich kaum Sympathie für sie aufbringen konnte, da sie auf mich oft verantwortungslos wirkte: aufgrund ihrer psychischen Verfassung ist sie mit alltäglichen Aufgaben (persönlicher Hygiene, dem Beantworten von E-Mails) überfordert - trotzdem mutet sie sich beruflich wie privat unnötig viel zu. Besonders schwer nachvollziehbar fand ich ihren Umgang mit einem Untergebenen, den sie trotz guter Leistungen schikaniert, weil er ihr zu geschniegelt ist. Ich vermute allerdings, dass ihre Ungefälligkeit gewollt ist, denn sie ist einigermaßen selbstkritisch und entwickelt sich ein bisschen weiter. Oder es ist eine beispielhafte Darstellung, wie sich unverarbeitete Traumata und enormer Stress auswirken können.
„Killing Made Easy“ ist ein beeindruckendes Debüt! Für mich wurde die Handlung erst zum Ende des ersten Drittels richtig spannend, dann greifen die Kapitel des Ratgebers und die Ermittlungserkenntnisse auf großartige Weise ineinander! Oder eben nicht, denn die Entwicklungen, die nicht zu den Informationen aus dem Ratgeber passen und Sam zum Umdenken zwingen, sind genial gestaltet. Dieser makaber humorvolle Thriller hat mich nach Anfangsschwierigkeiten überzeugt: Clever, tiefschürfend, fesselnd und voller Überraschungen!
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