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Produktbild: Thomas Mann
Artikelbild von Thomas Mann
Tilmann Lahme

1. Thomas Mann

Thomas Mann Ein Leben | Nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 | »Lest dieses Buch!« Daniel Kehlmann

Gesprochen von
11
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Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Heiko Grauel + weitere

Spieldauer

15 Stunden und 42 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

01.07.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

54

Verlag

dtv

Sprache

Deutsch

EAN

9783423390187

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Spieldauer

15 Stunden und 42 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

01.07.2026

Hörtyp

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Fassung

ungekürzt

Medium

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Anzahl Dateien

54

Verlag

dtv

Sprache

Deutsch

EAN

9783423390187

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  • AB

    aus MUC

    5/5

    09.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wahnsinnig interessant und menschlich

    Ich habe schon einiges über Thomas Mann gelesen und war deshalb zunächst etwas skeptisch, ob eine weitere Biografie tatsächlich noch neue Facetten zeigen kann. Tilmann Lahme hat mich mit „Thomas Mann. Ein Leben“ allerdings sehr schnell eines Besseren belehrt. Was dieses Buch für mich so besonders macht, ist der Blick hinter die sorgfältig gepflegte Fassade des großen Schriftstellers. Lahme zeigt Thomas Mann nicht nur als gefeierten Nobelpreisträger, Familienvater und politischen Intellektuellen, sondern vor allem als einen widersprüchlichen, oft schwierigen und zutiefst verletzlichen Menschen. Gerade diese Spannung zwischen öffentlicher Selbstinszenierung und privatem Erleben fand ich ausgesprochen interessant. Besonders eindringlich ist Lahmes Auseinandersetzung mit Thomas Manns Homosexualität. Dabei geht es erfreulicherweise nicht darum, einen großen Schriftsteller nachträglich auf einen einzigen Aspekt seines Lebens zu reduzieren. Vielmehr wird deutlich, wie sehr unterdrücktes Begehren, Sehnsucht und die gesellschaftlichen Vorstellungen seiner Zeit mit seinem Denken und Schreiben verbunden waren. Einige Zusammenhänge zwischen Leben und Werk erscheinen nach dieser Lektüre tatsächlich in einem anderen Licht. Sehr beeindruckt haben mich auch die neu erschlossenen Quellen. Vor allem die Briefe an Otto Grautoff geben einen unmittelbaren Einblick in den jungen Thomas Mann und machen spürbar, wie früh er mit den eigenen Wünschen und den Grenzen seiner Zeit gerungen hat. Dadurch bekommt die Biografie an vielen Stellen eine erstaunliche Nähe. Lahme schreibt dabei ausgesprochen klar und ohne unnötige Ehrfurcht vor seinem Gegenstand. Das gefällt mir besonders. Thomas Mann wird weder zum Denkmal erhoben noch künstlich demontiert. Seine Eitelkeit, seine Kälte und seine Fähigkeit zur Rücksichtslosigkeit stehen neben seiner enormen literarischen Leistung und seiner politischen Haltung. Gerade diese Widersprüche machen die Person am Ende greifbarer. Auch die Verbindung von Biografie und Werk ist sehr gelungen. Man liest nicht nur, was Thomas Mann erlebt hat, sondern bekommt immer wieder einen Eindruck davon, wie sich bestimmte Erfahrungen, Konflikte und Obsessionen in seiner Literatur verwandelt haben. Dadurch hatte ich mehrfach den Impuls, einen seiner Romane noch einmal mit anderen Augen zu lesen. Die knapp 600 Seiten sind natürlich kein kleines Leseprojekt, aber für mich war kaum eine Seite zu viel. Im Gegenteil: Je weiter ich kam, desto stärker hatte ich das Gefühl, nicht nur einen Schriftsteller, sondern einen ganzen Menschen kennenzulernen – und zwar einen weitaus widersprüchlicheren, als es das vertraute Bild des souveränen „Zauberers“ vermuten lässt. Eine hervorragend recherchierte und zugleich erstaunlich lebendige Biografie, die Thomas Mann weder verklärt noch vorschnell verurteilt. Sie macht ihn nicht unbedingt sympathischer, aber verständlicher. Und vielleicht ist genau das die größte Leistung dieses Buches.

  • buecherwurm_01

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    12.07.2026

    eBook (ePUB 3)

    Interessante Lebensgeschichte

    Thomas Mann war eine interessante Persönlichkeit, die viel Stoff für eine Biographie liefert. Der Autor beginnt mit seinem Elternhaus, lässt seine Kindheit und Jugendzeit Revue passieren. Dies gibt schon Aufschluss über sein Verhalten im Erwachsenenalter. Die Unterdrückung seiner Homosexualität begleitet und beeinflusst ihn sein Leben lang, was in dieser Biographie einen entscheidenden Teil seiner Persönlichkeit offenlegt. Frau und Kinder finden Einlass in sein Umfeld, es hat jedoch den Anschein, dass er damit nicht glücklich wird. Sein (Privat)-Leben in unruhigen Zeiten, familiär wie politisch, gibt der Autor kurzweilig und detailliert wieder. Die menschliche Seite steht immer wieder im Mittelpunkt. Aber die Werke von Thomas Mann kommen nicht zu kurz, der Autor gibt Inhaltsangaben und ausführliche Interpretationen seiner Werke, angefangen in der nicht einfachen Jugendzeit von Thomas Mann bis hin zu seinen letzten literarischen Ergüssen. Die hervorragende Recherche zu Familie und Werk hat mich beeindruckt. Hinzu kommen die bisher unveröffentlichten Briefe. Sie runden das Gesamtbild eines Schriftstellers ab, der Zeitlebens mit sich gekämpft hat. Wer mehr über den Menschen Thomas Mann erfahren möchte, sollte diese Biographie unbedingt lesen. Die Nominierung für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 hatte absolut seine Berechtigung.

  • Bewertung

    aus Buchen

    5/5

    02.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Leidende

    Es gibt schon viele Thomas Mann-Biographien. Doch Tilmann Lahmes Buch zeichnet sich durch dessen guten Stil aus. Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen. Als zentrales Element dient Lahme die Homosexualität von Thomas Mann und wie diese Unterdrückung sein Leben bestimmte. Besonders die Beschreibungen seiner Schulzeit bis zum jungen Mann wirkt sehr lebendig. Dabei dient als Vergleich sein Schulfreund Otto Grautoff. Tilmann Lahme zeichnet deren Freundschaft durch Analyse von einen unveröffentlichten Briefwechsel nach. Auch um die schwierige Beziehung zum großen Bruder Heinrich Mann geht es. Schließlich folgen die Katia-Kapitel. Besonders gelungen sind die Abschnitte über die Romane, wobei Lahme die Verbindung zwischen Text und Leben aufzeigt. Zahlreiche Fotos und Abbildungen durchziehen das Buch. Das Buch ist für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert. Der Preis wäre eine gute Entscheidung.

  • Alrik Gerlach

    aus NordWestMecklenburg

    5/5

    21.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischen Genie und Abgrund – ein Leben auf der Rasierklinge

    Ich dachte ja, ich wüsste schon einiges über Thomas Mann – Buddenbrooks, Zauberberg, Schnauzer, Krawatte, bürgerliche Würde deluxe. Tja. Denkste. Tilmann Lahme hat mit dieser Biografie das literarische Porzellanservice einmal komplett vom Tisch gefegt und durch ein sehr viel spannenderes, menschlicheres ersetzt. Ich hab das Buch regelrecht gefressen – und zwar mit Wonne! Hier geht’s nicht nur um den Literaturgott, sondern auch um den Mann hinter der Maske: einer, der mit sich selbst mehr Ringen veranstaltet hat als jeder griechische Halbgott in der Antike. Lahme serviert keine trockene Kost, sondern ein prall gefülltes Buffet aus privaten Abgründen, schrägen Familienkonstellationen und einer inneren Zerrissenheit, die fast schon romantisch ist – wenn sie nicht so weh tun würde. Ich meine: Mann liebt Männer, aber darf nicht. Mann heiratet Katia, hat sechs Kinder (sechs!!), schreibt Weltliteratur im Halbschlaf, flüchtet vor Hitler, wird im Weißen Haus empfangen – und ist trotzdem nie wirklich angekommen. Diese Mischung aus Genie und tragischem Held liest sich wie ein Roman, nur dass alles wahr ist. Und Lahme kriegt das Kunststück hin, das alles weder anbiedernd noch akademisch trocken zu erzählen. Stattdessen haut er einem mit feiner Klinge die Wahrheit um die Ohren. Besonders cool fand ich die Einblicke in die unveröffentlichten Briefe und Tagebuchstellen – da geht's wirklich ans Eingemachte. Und dann noch Susan Sontag aus dem Off – das ist wie Bonusmaterial bei einem richtig guten Film. Was bleibt? Ich hab Thomas Mann nach diesem Buch mehr verstanden, mehr bewundert und auch mehr bemitleidet. Ein Mensch aus Widersprüchen, Sehnsüchten, Anstand und Schmerz. Fazit: Diese Biografie ist wie Thomas Manns literarisches Innenleben auf Speed – klug, schräg, herzzerreißend und mit einem überraschend hohen Unterhaltungswert. Lahme hat nicht nur recherchiert, er hat gegraben. Und gefunden. Ich bin begeistert. Fünf Sterne – ohne Wenn und Aber.

  • Bewertung

    aus Bamberg

    5/5

    13.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    »Es kenne mich die Welt«

    »Es kenne mich die Welt nicht nur in dem, was ich als Literarisches geleistet habe, sondern in meinem Leid und in meinem Kampf.« Was Hermann Kurzke bereits vor über 25 Jahren angerissen, wird von Tilmann Lahme mehr in den Fokus gerückt, gar zur Hauptthematik des Buchs – Thomas Manns Homosexualität. Doch war er ein Homosexueller, ein bisexueller Mann oder doch heterosexuell mit den in der Forschung sog. beschönigten „homoerotischen Neigungen“? Laut Tilmann Lahme war er eindeutig homosexuell und das belegt seine Argumentation an bisher unveröffentlichten Briefen mit seinem Schulfreund Otto Grautoff, zensierten Tagebucheinträgen, die bewusst (!) zurückgehalten wurden und deutlichen Hinweisen in seinen Werken. All das lässt kaum Zweifel offen und trotzdem erregt dieses Buch großen Unmut. Warum will man Thomas Mann nicht als Homosexuellen sehen? Thomas Mann selbst sprach oft von seinen fünf großen Lieben, alles junge Männer, darunter nicht mal seine Frau. Noch dazu wollte er selbst, dass seine Tagebücher veröffentlicht und er als derjenige erkannt werde, der er wirklich war und nicht nur vorgab zu sein. Frühe „wissenschaftliche“ Lektüren, wie die „Psychopathia sexualis“ von Richard Krafft-Ebing, die Homosexualität im harmlosesten Fall als Perversion schildert, hat ihn zeitlebens sehr beeinflusst und animiert gegen seine Sexualität vorzugehen, worauf der Autor detailliert eingeht. Anders wie bei sonstigen Biografien über Mann nehmen seine frühen Jahre bis zur Ehe im Jahr 1905 die Hälfte des Buchumfangs ein. Zudem ist die Biografie unterhaltend geschrieben und regt zum Nachdenken an. Nachdem diese Biografie Thomas Mann erstmals als Homosexuellen schildert, der sein Leben grandios als ein heterosexuelles inszeniert hat, wäre als Nächstes ein neuer Blick auf die Ehe mit Katia – mit der er sich selbst eine „Verfassung“ gegeben hat – interessant. Und was hat überhaupt Susan Sontag mit Thomas Mann zu tun? In diesem Buch erfährt man so viel über Thomas Mann und ich gebe Daniel Kehlmann recht: „Wer nur ein einziges Buch über Thomas Mann lesen möchte, sollte dieses auswählen.“

Kundinnen und Kunden meinen

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