Am südlichen See des Campingplatzes Großer Weserbogen in Porta Westfalica stirbt an einem schönen Sommertag ein junger Mann. Plötzlich, unerwartet und unter rätselhaften Umständen. Ein tragischer Zufall? Oder hat jemand nachgeholfen?Während die Dauercamper noch über Heckenhöhen und die besten Vorzelte diskutieren, ermitteln Brandt und Nolting bereits in ihrem zweiten Fall, der sie schon bald tiefer in ein Geflecht aus Lügen, alten Konflikten und verborgenen Motiven führt, als ihnen lieb ist. Denn zwischen Wohnwagen, Seeblick und Urlaubsidylle ist längst nicht alles so friedlich, wie es scheint.Auch Lokalreporterin und Spürnase Lottie ist wieder zur Stelle. Mit Charme, Hartnäckigkeit und beneidenswert wenig Respekt vor den polizeilichen Ermittlungen mischt sie abermals kräftig mit. Doch der Fall endet nicht am Campingplatzzaun. Die Spur führt bis nach Rinteln und plötzlich gerät auch Lottie selbst ins Zentrum der Ereignisse. Zufall? Wohl kaum.Ein atmosphärischer Krimi mit Humor, Spannung, regionalem Charme und einem Fall, der bis zur letzten Seite Rätsel aufgibt.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
MoMe
5/5
13.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein herrlich lebendiger Wohlfühlkrimi mit ganz besonderem Campingplatzcharme
Ravioli mal anders beginnt für mich überraschend und angenehm idyllisch. Ich treffe Anna und Florian wieder, die ich bereits aus Das Schweigen des Kaiserhofs kenne. Ihre Beziehung hat sich in den drei Jahren seit den dortigen Ereignissen verändert, was mich sehr freut. Obwohl die Geschichte an den Vorgänger anknüpft, lässt sich das Buch völlig unabhängig lesen, da der Fall in sich abgeschlossen ist. Was in der Zwischenzeit passiert ist, wird in ein paar kurzen Details beschrieben. Ich mag es sehr bekannten Gesichtern wie Anna, Florian Nolting, Hauptkommissar Wilhelm Brandt und der Journalistin Lottie erneut zu begegnen. Neue Charaktere kommen dazu und wirbeln die vertraute Runde ordentlich auf, besonders die Camper, die als Verdächtige auftreten.
Der rätselhafte Todesfall eines jungen Mannes geschieht recht früh. Ich mag die anfängliche Ungewissheit, ob es sich um Mord oder ein tragisches Unglück handelt. Schnell führt die Ermittlung Hauptkommissar Brandt und Florian zu einem Campingplatz. Tamy Büsching schafft sofort ein anschauliches Bild dieses Dauercamper-Milieus. Ich kann mir die Gemeinschaft direkt vorstellen und liebe es, wie diese ganz eigene Welt dargestellt wird. Die Autorin arbeitet nicht mit platten Klischees, sondern nutzt pointierte Beobachtungen, die vor allem durch die Befragungen der Polizei und die Gespräche von Lottie mit den Campern herrlich lebendig werden.
Ravioli mal anders ist ein wunderbar gemütlicher Regionalkrimi, der im Weserbergland spielt und den Lokalkolorit gekonnt aufgreift. Durch den leichtgängigen, oft humorgespickten Schreibstil fliegen die Seiten dahin und ich tauche tief in die Geschichte ab. Tamy Büsching rückt geschickt falsche Fährten sowie potenzielle Verdächtige in meinen Fokus, sodass beim Lesen niemals Langeweile aufkommt. Ich schätze es sehr, dass neben der klassischen Polizeiarbeit und dem Lokaljournalismus viel Raum für das private Umfeld bleibt. So bin ich dicht an den Hauptfiguren dran und baue eine echte Beziehung zu ihnen auf.
Die Gliederung nach Wochentagen statt klassischen Kapitelnummern erleichtert es mir erheblich, den Überblick zu behalten. Das hilft enorm bei den vielen Perspektiven des personalen Erzählers, durch die ich mehrere Personen gleichzeitig begleite, aktiv mitermittel und tief in die Gedanken und Gefühle der Beteiligten blicke. Das verleiht der Dynamik eine großartige Tiefe.
Ravioli mal anders unterhält mich bis zum Schluss richtig gut. Das Finale wirkt zwar ein bisschen überhastet, weil die Auflösung nach der langen Ermittlungsphase recht flott erfolgt. Zu dem Täter habe ich von Anfang an ein ambivalentes Verhältnis, verliere ihn zwischenzeitlich aber als Verdächtigen aus dem Blick. Die Auflösung aller Verflechtungen ist gelungen und schließt diesen Kriminalroman klasse ab.
Fazit:
Ravioli mal anders überzeugt mich mit seiner Mischung aus gemütlicher Weserbergland-Idylle, dem Camper-Setting und einer interessanten Ermittlung. Perfekter Lesestoff für entspannte, aber nie langweilige Stunden auf dem Sofa.
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