Eine bewegende Geschichte über den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen
E-Book basiert auf: 01. Auflage 2026
MIT GERADE EINMAL SIEBEN JAHREN sticht Suzanne mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder auf dem Segelschiff Wavewalker in See, um die Welt zu umrunden. Doch was als aufregendes Abenteuer beginnt, wird bald zur gnadenlosen Realität: Monsterwellen, Einsamkeit - und ein Vater, der seinen Lebenstraum über alles stellt. Das Schiff wird Heimat und Gefängnis zugleich. Suzanne wächst heran, kämpft nicht nur gegen die Naturgewalten, sondern auch um ihre eigene Stimme. Wird sie es schaffen, sich aus dem Schatten ihres Vaters zu befreien und ihren eigenen Weg zu gehen? Eine wahre, mitreißende Geschichte über das Erwachsenwerden - über Mut, Selbstbehauptung und unbändige Willenskraft.
Abenteuergeschichte und tief bewegendes Familiendrama
Mitreißend, erschütternd, wunderschön erzählt
Ein Zeugnis dessen, was Mut und Willenskraft vollbringen können
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
22.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Mitreißend
Wavewalker ist eine Kindheitserinnerung von Suzanne Heywood, die ab dem 7. Lebensjahr 10 Jahre ihres Lebens auf dem Segelboot Wavewalker verbracht hat. Ihre Eltern hatten beschlossen mit dem Segelschiff einmal die Welt zu umrunden. Da träumt ja so manch einer von. Die Realität sieht da aber ganz anders aus und das kommt in dem Buch total gut rüber. Sicherlich ist es toll, fremde Länder zu erkunden, nicht in die Schule gehen zu müssen, Meerluft zu schnuppern und ein Leben in Freiheit zu führen. Auf der anderen Seite ist das Meer aber unberechenbar, man ist sich selbst überlassen, begibt sich in Lebensgefahr, hat zuwenig Nahrung und Frischwasser an Bord.
Das Taschenbuch ist im Dumont Reiseverlag erschienen. Im vorderen Umschlagcover befindet sich eine Illustration vom Inneren der Wavewalker. Die 440 Seiten sind in 5 Kapitel geteilt, von denen jedes in Teilabschnitten, die mit Jahreszahlen und Altersangaben sowie Landkartenausschnitten gekennzeichnet sind, berichtet wird. In der Mitte des Buches befinden sich einige Seiten mit privaten Fotos.
Susanne Heywood schildert uns hier ihre Kindheit, die sie auf dem Meer verbingen musste, weil ihre Eltern es so entschieden haben. Sie erzählt hier schonungslos aus der Sicht eines Kindes, das seiner Kindheit beraubt wurde. Zahlreiches lässt einen während des Lesens erschaudern z.B. die mangelnde Hygiene, die Ängste während eines Sturmes. Der Erzählstil ist mitreißend, erschütternd, spannend, aber auch interessant. Mich konnte jeder einzelne Abschnitt für sich einnehmen. Suzanne stellt alles sehr realistisch und glaubhaft dar. Ich habe gerne meine Zeit mit ihr auf der Wavewalker verbracht, auch wenn mich vieles hier doch erschüttert hat. Man muss übrigens nicht unbedingt Segler sein um das Buch zu lesen.
Manja Teichner
aus Krefeld
5/5
19.06.2026
Buch (Taschenbuch)
eine sehr bewegende Erzählung
Meine Meinung
Bisher hatte ich noch nie etwas von Suzanne Heywood gehört. Als ich nun von ihrem Buch „Sturmkind“ gehört und ich es mir genauer angeschaut hatte, war ziemlich schnell klar dieses Buch muss ich lesen. Und genau deshalb stand es dann eben jetzt auf meiner Leseliste.
Das Cover hat mir gut gefallen und der Klappentext machte mich total neugierig. Also habe ich mir das Buch nach dem Erhalt geschnappt und mit dem Lesen begonnen.
Die Autorin ist hier in diesem Buch selbst involviert. Sie erzählt über ihre Kindheit und Jugend. Zu Beginn ist sie 7 Jahre alt, sie, ihr kleiner Bruder und ihre Eltern gehen auf ein Segelschiff und machen eine große Reise. Für Suzanne in diesem Alter nicht einfach zu verstehen, immerhin gab es ja noch die Schule. Und dann erlebt sie Stürme und Nächte an Bord, Tage gehen ineinander über und auch wenn Suzanne nie alleine ist so ist sie doch einsam. Ich als Leser konnte mich sehr gut in Suzanne hineinversetzen, ich habe ihre Gefühle und Emotionen richtig nachempfinden können.
Über Suzannes Eltern habe ich mich oftmals wirklich aufgeregt. Das sie ihre Kinder mitgenommen haben, ich habe es nicht verstanden. Das sie nicht gemerkt haben welcher Belastung sie Suzanne und ihren Bruder ausgesetzt haben, da konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Sie haben ihre Träume gelebt und darüber hinaus ihre Kinder vergessen. Und das über immerhin 10 Jahre.
Vom Stil der Autorin war ich sehr beeindruckt. Sie schreibt eindringlich und sehr anschaulich, als Leser kann man sich alles wirklich auch vorstellen und nachempfinden.
Die Handlung selbst ist dann quasi wie eine Biografie, alles was man liest hat due Autorin selbst erlebt. Klar es gibt hier einige schöne Orte und Länder, alles ist so beschrieben das man es sich vorstellen kann. Dazu die Ereignisse an Bord, es ist alles nachvollziehbar und chronologisch ausgebaut. Dennoch aber kann man zwischen den Zeilen auch Vorwürfe lesen. Suzanne musste sich unterordnen, das normale Leben das sie hatte gab es an Bord und dann auch danach auch nicht. Dass Suzanne ihre Geschichte, ihre Erlebnisse aufgeschrieben hat ist für sie wie ein Schlussstrich, das sie mit den Erlebnissen ihrer Kindheit endlich abschließen und sie verarbeiten kann.
Fazit
Insgesamt gesagt ist „Sturmkind“ von Suzanne Heywood ein Buch, eine Biografie, die mich beeindruckt und total mitgenommen hat.
Die Geschichte ist spannend und dramatisch zugleich, sie weiß den Leser zu fesseln und dann eben auch zu berühren. Nach dem Beenden hallt es definitiv noch nach.
Absolut zu empfehlen!
Jasika
5/5
18.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Gefangen im Segeltraum der Eltern
"Wir segelten weiter durch die Salomonen, hielten in Buchten mit weißem Sand und strohgedeckten Pfahlhütten über türkisfarbenen Lagunen. (...) Ich lebte in einer außergewöhnlichen Welt, doch ich ignorierte sie weitgehend und verschanzte mich lieber zum Lernen (...)." (Zitat S. 277, verkürzt)
Das Buch basiert auf den wahren (Kindheits-)Erlebnissen der Suzanne Heywood an Bord eines Segelschiffes. Auf der Innenseite des Covers ist eine interessante farbliche Darstellung des Schiffsinnern abgebildet, in der Mitte des Buches finden sich zudem einige Fotos aus dem privaten Album der Autorin.
Jedem Kapitel sind Zeiträume, Orte/Länder/Inseln sowie eine Skizze der Route vorangestellt. Damit kann die beeindruckende Reise der Familie nachvollzogen werden.
1975. Suzanne war gerade sieben Jahre alt, als ihr Vater beschloss das bisherige Familienleben in Plymouth, England, hinter sich zu lassen, den Besitz zu veräußern, ein Segelboot zu kaufen und mit der Familie auf den Spuren von Captain James Cook mit der "Wavewalker" um die Welt zu reisen. Zusammen mit ihren Bruder musste sie ihr vertrautes Heim, ihre beste Freundin und ihren Hund verlassen, um fortan mit ihren Eltern und ihrem ein Jahr jüngeren Bruder Jon auf einem Schiff zu leben.
Dort wurden die Geschwister zeitweise von ihrer Mutter, einer Lehrerin, in Englisch und Mathematik unterrichtet.
Aus den ursprünglich geplanten drei Jahren wurden schließlich zehn Jahre, bis Suzanne sich endlich von ihren Eltern lösen und zurück nach England reisen konnte. Dort folgte sie ihren eigenen Träumen und begann ein Studium der Zoologie.
Beim Lesen kam ich nicht umhin, Suzanne um die zahlreichen wunderschönen Orte, die sie gesehen hat, zu beneiden. Sie hat in ihrer Kindheit mehr von der Welt gesehen, als wohl die meisten Erwachsenen in ihrem ganzen Leben jemals erblicken werden. Sie konnte ferne Orte sowie fremde Kulturen kennenlernen und faszinierende Meeresbewohner aus nächster Nähe beobachten. Sie hat ganze 47.000 Seemeilen auf der "Wavewalker" zurückgelegt, was einer zweifachen Umrundung der Erde entspricht. Sie war u.a. in Brasilien, Südafrika, Australien, Neuseeland, Ozeanien.
Auf den Spuren des James Cook zu reisen, bedeutete allerdings auch entgegen dem Wind zu segeln. So kamen sie mitten im Indischen Ozean in einen gewaltigen Sturm, bei dem das Schiff stark beschädigt, ihr Vater von Bord ging und Sue schwer verletzt wurde. Nur knapp fanden sie schließlich völlig entkräftet auf einer kleinen Insel Rettung und das Mädchen musste sich dort vom einzigen Inselarzt mehreren Operationen (ohne Betäubung) am Kopf unterziehen.
Dieses dramatische Ereignis hat Sue - verständlicherweise - stark zugesetzt und sie auch Jahre danach noch belastet, da es von den Eltern totgeschwiegen wurde.
Sie musste sich dem Segeltraum ihrer Eltern beugen, der für sie zunehmend zum Alptraum geworden ist. Sie hat die meiste Zeit auf hoher See verbracht, mit ständig wechselnder Besatzung, ohne die Möglichkeit Freunde zu treffen. Einfache Dinge des täglichen Lebens wurden dabei zur Herausforderung. Die Familie hatte nur begrenzt Frischwasser zur Verfügung und oft, in den weiten Etappen bis zum nächsten Anlegen am Festland, irgendwann kein Essen mehr - abgesehen von den immer gleichen Konserven. Auch am Festland musste sie helfen das Boot instandzuhalten und konnte kaum eine Schule besuchen. Sie entwickelte allerdings einen bewundernswert großen Ehrgeiz und ihre Eltern ermöglichten den Kindern Fernkurse an einer australischen Schule zu belegen.
Bei all den faszinierenden Orten/Länder/Inseln, die Suzanne zu sehen bekam, darf nicht verkannt werden, dass sie sich den Wünschen ihrer Eltern unterordnen musste. Sie hätte ein "normales" Leben mit planbaren Abläufen, Schule, Freunde treffen etc. bevorzugt. Als sie sich als Teenagerin endlich überwindet ihren Eltern mitzuteilen, dass sie gerne auf ein Internat gehen möchte, um zu lernen und Freundschaften zu schließen, wurde ihr entgegnet, dass diese Entscheidung nicht bei ihr läge.
Ihre Mutter zeigte oft nur wenig Empathie für ihre Tochter. Der Vater legte die Route fest und hatte immer neue Ideen, um Geld zu verdienen. Nur selten bezog er die Kinder in seine Planung ein.
Das Verhältnis zu den Eltern, besonders zur Mutter, blieb auch als Erwachsene angespannt. Ihr Bruder Jon kam mit den Bedingungen auf dem Schiff besser zurecht und wurde als Junge von den Eltern oft bevorzugt behandelt.
Trotz allem war die "Wavewalker" für Suzanne das einzige richtige Zuhause, so dass sie sich nach Beendigung der Segelreise ihrer Eltern auf die Suche nach dem Schiff begibt, wohl auch um mit den Erlebnissen ihrer Kindheit (endlich) abschließen zu können.
Fazit:
Suzanne Heywood Biographie ist faszinierend, höchst beeindruckend und dramatisch zugleich. Ein Buch, welches ich so schnell nicht wieder vergessen werde und bei dem ich auf eine Verfilmung hoffe!
chuckipop
Thalia Book Circle Community
5/5
18.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Stürme, Katastrophen, Ablehnung - eine bewegte, bewegende, tolle Geschichte!
“Sturmkind. Mein Leben auf der Wavewalker” von Suzanne Heywood ist als Taschenbuch mit 450 Seiten bei DuMont Reise im Hause Mairdumont erschienen.
Die Familie Cook tritt auf Wunsch des Vaters in den 70er Jahren mit dem kleinen Segelboot Wavewalker eine Reise an, die 3 Jahre dauern soll, nach 10 Jahren aber noch immer nicht zu Ende ist. Die Tochter der Familie, Sue, hat das Erlebte aufgeschrieben und lässt ihre Leserschaft daran teilhaben - eine Lektüre, die gleichermaßen erschüttert wie fesselt!
Gegen den eigenen Willen aus der Heimat gerissen, ohne Besitztümer, ohne Freunde, mit einer Mutter, die genug mit sich selbst zu tun hat und einem Vater, der egoistisch seinen eigenen Lebenstraum verwirklicht und auch nach zahlreichen Stürmen und Katastrophen nicht daraus erwacht, sondern diesen schier endlos verlängert…die Autorin schildert hier eindringlich und bewegend, wie ihr Leben auf See war: keine bzw. nur hart erkämpfte, autididaktisch angeeignete Bildung, keine echten Freundschaften, keine Privatsphäre, gefährlichen Stürmen ausgesetzt, mehrmals knapp dem Tod entronnen, dafür Abenteuer, dauernd neue Länder bereisen und ständig etwas erleben.
Das ist der unglaubliche Alltag für Suzanne (Sue), deren Vater, als sie 6 Jahre alt war, beschloß, alles zu verkaufen, der Seßhaftigkeit ein Ende zu setzen und mit einem Boot 200 Jahre nach der Weltumsegelung Captain Cooks auf dessen Spuren zu segeln. Als das Mädchen 7 Jahre alt und ihr Bruder Jon 6 Jahre alt sind, geht es los - geplant sind 3 Jahre und die Eltern (der Vater ist sogar Lehrer), wollen Sue und ihren Bruder Jon auf der Wavewalker während der Reise unterrichten.
Die Realität sieht allerdings ganz anders aus - Sues Mutter Mary hat sehr häufig mit Seekrankheit zu kämpfen und will auch eigentlich gar nicht segeln, sondern lediglich mit ihrem Mann zusammen sein. Der Vater Gordon verwirklicht seinen Lebenstraum, dessen Umsetzung sich jedoch weitaus schwieriger, anstrengender, gefährlicher und kostspieliger gestaltet als geplant. So zieht sich der Trip immer länger hin, ständig werden Leute angeheuert mitzusegeln, um die Reise zu finanzieren und Sue muss darum kämpfen, Bildung und Wissen vermittelt zu bekommen und es ist unglaublich schwierig, Bindungen aufzubauen und Freundschaften zu schließen, wenn man kaum mal irgendwo länger als einige Tage oder Wochen an Land ist.
Und wenn die Familie auch zahlreiche faszinierende und schöne Dinge erlebt, so überwiegen dennoch die Schwierigkeiten, Nöte und Sorgen und die Kinder bleiben total auf der Strecke.
Emotional absolut vernachlässigt, teilweise auch körperlich angegriffen, imponiert Sue durch ihren starken Willen und ihrer Sehnsucht nach Bildung und einem seßhaften Leben - ihre Durchsetzungskraft und Ausdauer sind ganz erstaunlich und ich habe so sehr mitgelitten, bis das Mädchen es endlich geschafft hatte, nach 10 Jahren dem endlosen Lebenstraum ihres Vaters zu entkommen.
Davon abgesehen hat es mich einmal mehr erschüttert, welche Kraft und Gewalt Wasser hat und hier insbesondere, wie unbedeutend ein kleines Segelboot in einem riesigen Ozean ist.
Ein faszinierender, fesselnder Bericht über eine lange, bewegte und noch bewegendere Reise und eine ausgesprochen außergewöhnliche Kindheit - unbedingt empfehlenswert!“Wavewalker” von Suzanne Heywood ist als Taschenbuch mit 450 Seiten bei DuMonut Reise im Hause Mairdumont erschienen.
Die Familie Cook tritt auf Wunsch des Vaters in den 70er Jahren mit dem kleinen Segelboot Wavewalker eine Reise an, die 3 Jahre dauern soll, nach 10 Jahren aber noch immer nicht zu Ende ist. Die Tochter der Familie, Sue, hat das Erlebte aufgeschrieben und lässt ihre Leserschaft daran teilhaben - eine Lektüre, die gleichermaßen erschüttert wie fesselt!
Gegen den eigenen Willen aus der Heimat gerissen, ohne Besitztümer, ohne Freunde, mit einer Mutter, die genug mit sich selbst zu tun hat und einem Vater, der egoistisch seinen eigenen Lebenstraum verwirklicht und auch nach zahlreichen Stürmen und Katastrophen nicht daraus erwacht, sondern diesen schier endlos verlängert…die Autorin schildert hier eindringlich und bewegend, wie ihr Leben auf See war: keine bzw. nur hart erkämpfte, autididaktisch angeeignete Bildung, keine echten Freundschaften, keine Privatsphäre, gefährlichen Stürmen ausgesetzt, mehrmals knapp dem Tod entronnen, dafür Abenteuer, dauernd neue Länder bereisen und ständig etwas erleben.
Das ist der unglaubliche Alltag für Suzanne (Sue), deren Vater, als sie 6 Jahre alt war, beschloß, alles zu verkaufen, der Seßhaftigkeit ein Ende zu setzen und mit einem Boot 200 Jahre nach der Weltumsegelung Captain Cooks auf dessen Spuren zu segeln. Als das Mädchen 7 Jahre alt und ihr Bruder Jon 6 Jahre alt sind, geht es los - geplant sind 3 Jahre und die Eltern (der Vater ist sogar Lehrer), wollen Sue und ihren Bruder Jon auf der Wavewalker während der Reise unterrichten.
Die Realität sieht allerdings ganz anders aus - Sues Mutter Mary hat sehr häufig mit Seekrankheit zu kämpfen und will auch eigentlich gar nicht segeln, sondern lediglich mit ihrem Mann zusammen sein. Der Vater Gordon verwirklicht seinen Lebenstraum, dessen Umsetzung sich jedoch weitaus schwieriger, anstrengender, gefährlicher und kostspieliger gestaltet als geplant. So zieht sich der Trip immer länger hin, ständig werden Leute angeheuert mitzusegeln, um die Reise zu finanzieren und Sue muss darum kämpfen, Bildung und Wissen vermittelt zu bekommen und es ist unglaublich schwierig, Bindungen aufzubauen und Freundschaften zu schließen, wenn man kaum mal irgendwo länger als einige Tage oder Wochen an Land ist.
Und wenn die Familie auch zahlreiche faszinierende und schöne Dinge erlebt, so überwiegen dennoch die Schwierigkeiten, Nöte und Sorgen und die Kinder bleiben total auf der Strecke.
Emotional absolut vernachlässigt, teilweise auch körperlich angegriffen, imponiert Sue durch ihren starken Willen und ihrer Sehnsucht nach Bildung und einem seßhaften Leben - ihre Durchsetzungskraft und Ausdauer sind ganz erstaunlich und ich habe so sehr mitgelitten, bis das Mädchen es endlich geschafft hatte, nach 10 Jahren dem endlosen Lebenstraum ihres Vaters zu entkommen.
Davon abgesehen hat es mich einmal mehr erschüttert, welche Kraft und Gewalt Wasser hat und hier insbesondere, wie unbedeutend ein kleines Segelboot in einem riesigen Ozean ist.
Ein faszinierender, fesselnder Bericht über eine lange, bewegte und noch bewegendere Reise und eine ausgesprochen außergewöhnliche Kindheit - unbedingt empfehlenswert!
Streiflicht
4/5
19.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Im Traum anderer gefangen
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Man kann sich kaum vorstellen, dass eine komplette Kindheit wirklich so verlaufen kann. Da war und bin ich schon geschockt von den Eltern. Zumal die Autorin ja auch selbst schreibt, dass sie sich wundert, wie ihre Eltern, die selbst eine gute Ausbildung genossen haben, so gleichgültig der Ausbildung ihrer Kinder gegenüber sein können. Und dass es auch sonst niemanden gab, den das interessiert hätte …
Doch von vorne. Suzanne und ihr kleiner Bruder gehen mit den Eltern auf dem Segelschiff Wavewalker auf große Reise. Sie ist erst 7 und wäre viel lieber in der Schule geblieben, aber die Eltern - vor allem der Vater - erfüllen sich damit einen Herzenswunsch. Und eigentlich sollen es auch nur drei Jahre werden - am Ende sind es zehn und damit die gesamte Kindheit. Suzanne muss Stürme, Arbeitseinsätze - auch in der Nacht - und vieles mehr durchleben. Sie ist nie alleine an Bord, aber trotzdem unglaublich einsam. Das konnte man durch die Zeilen auch nach den Jahrzehnten noch spüren, genauso wie ihre Verletztheit über die Gleichgültigkeit ihrer Eltern, vor allem der Mutter. Diese Passagen haben mir sehr zu schaffen gemacht. Man fragt sich, warum solche Menschen Eltern geworden sind und warum sie die Kinder nicht bei Verwandten, im Internet, … zurückgelassen haben. So ein Leben ist auf Dauer nicht für Kinder und Heranwachsene geeignet, die sozialen Kontakte zu Gleichaltigen fehlen und vieles mehr auch. Wobei ich mir selbst das auch nicht vorstellen könnte, denn man hat keinerlei Rückzugsraum für sich selbst.
Ich fand es mutig, dieses Buch zu schreiben - auch gegen die Widerstände der Eltern - und so offen über ihre Gefühle zu sprechen. Gerne hätte ich mehr über den Alltag erfahren. Auch so banale Probleme wie den Toilettengang oder die Müllentsorgung. Oder auch wie es ist, wenn man so eng zusammen essen muss etc. Man erfährt viel über gefährliche Situationen, gleichzeitig hatte ich aber auch immer mal wieder den Eindruck, dass sich was wiederholt. Die einzelnen Fahrten - gerade zum Ende hin, als es immer wieder die gleiche Region ist - wurden bei mir im Kopf zu einer bzw. zu einem Durcheinander und ich konnte es nicht mehr gut auseinander halten.
Auf jeden Fall ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie es ist, wenn Eltern ihre Träume wahr machen und die Kinder nur ein Anhängsel sind: “Er sah mich an, und in seinen Augen lag ein Ausdruck, den ich nur zu gut kannte - die Angst, im Traum eines anderen Menschen gefangen zu sein.”
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