Transdeszendenz, Ökologie, Demokratie Unsere Ressourcen im Angesicht von Krisen
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
31.07.2026
Herausgeber
Birgit WeyelVerlag
Mohr SiebeckSeitenzahl
140
Maße (L/B)
18,1/11,3 cm
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-16-200716-2
Corine Pelluchon untersucht die psychischen und politischen Hindernisse, die dem Aufkommen einer neuen ökologischen Aufklärung entgegenstehen, deren Grundzüge sie in ihren Büchern entwickelt hat. Ausgangspunkt ist die These, dass sich die gegenwärtigen ökologischen und demokratischen Krisen nicht verstehen lassen, ohne das Herrschaftsschema zu analysieren, das unser Verhältnis zu anderen Menschen, zu Tieren, zur Natur und zu uns selbst strukturiert. Im Dialog mit der Phänomenologie, der Kritischen Theorie und dem Existentialismus legt die Analyse die anthropologischen Wurzeln der modernen Destruktivität frei: die Verweigerung der eigenen Verletzlichkeit, die Verleugnung des Todes, Allmachtsphantasien sowie die Entkopplung technischer Rationalität von Verantwortung.
Die Autorin zeigt, dass diese Mechanismen eine Kultur des Todes hervorbringen, die sich in der Banalisierung von Gewalt, der Zerstörung des Lebendigen und der Erosion demokratischer Institutionen manifestiert. Gewalt gegen Tiere, ökologischer Extraktivismus und die wachsende Anfälligkeit für autoritäre populistische Diskurse erscheinen so als miteinander verknüpfte Ausdrucksformen desselben Herrschaftsimaginären und derselben Verleugnung der Endlichkeit.
Als Antwort auf diese Dynamiken entwickelt der Essay den Begriff consideratio . Sie bezeichnet eine Seinsweise, die die Voraussetzung jener Tugenden bildet, die uns befähigen, Freude daran zu finden, unseren Lebensstil zu verändern. Sie beruht auf einer Vertiefung unserer Selbsterkenntnis als verletzliche, gezeugte und sterbliche Wesen, durch die wir unsere Zugehörigkeit zur gemeinsamen Welt intensiv erfahren. Diese Erfahrung führt zu einer Erweiterung der Subjektivität, die Corine Pelluchon Transdeszendenz nennt. Diese Transformation unseres Verhältnisses zu uns selbst und zu anderen bildet die ethische und politische Voraussetzung einer ökologischen Demokratie. Zugleich eröffnet sie die Möglichkeit einer Hoffnung, die nicht als Optimismus zu verstehen ist, sondern als Fähigkeit, trotz der Krisen die Vorboten eines neuen Horizonts zu erkennen - einer Perspektive, die uns die Energie verleiht, die Zukunft neu auszurichten.
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