Eine Beerdigung. Ein Theaterbesuch. Eine Kindheit, die plötzlich zurückkommt. 2015.Bei einem Besuch des Musicals »The Rocky Horror Show« kehrt Johannes Eisner ungebeten in die 80er zurück, in das idyllische bayerische Dorf seiner Kindheit. Freibad, Hörspiele, Actionfiguren, geheime Treffen in Opas Scheune.Philipp W. Wilhelm erzählt vom scheinbar behüteten Aufwachsen in überforderten Familien, rauchgeschwängerter Geborgenheit, vom Zeitgeschehen und von einer Gesellschaft, die lieber wegschaut als hinschaut.Ein leiser Roman über fragile Freundschaften, das erste Aufkeimen queerer Identität und Risse, die früh entstehen, aber lange unentdeckt bleiben.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
28.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Sehr bewegend und mitreißend
Rosa ist die Welt mit tiefblauen Flecken ist ein außergewöhnliches Coming‑of‑Age‑Buch, das persönliche Erinnerungen, queere Geschichte und Kultur kunstvoll miteinander verwebt.
Ein Besuch der Rocky Horror Show wirft Johannes Eisner unvermittelt zurück in die 80er, in das bayerische Dorf seiner Kindheit. Freibadnachmittage, Hörspiele, Actionfiguren, heimliche Treffen in Opas Scheune. Philipp W. Wilhelm erzählt von einem scheinbar behüteten Aufwachsen in überforderten Familien, von rauchgeschwängerter Geborgenheit, vom Zeitgeist und einer Gesellschaft, die lieber wegschaut als hinsieht.
Warum man das Buch lesen sollte:
• Sehr bewegend erzählt: man wandert beim Lesen durch die Erinnerungen des Protagonisten
• Authentische und nahbare Figuren
• Nostalgie ohne Kitsch
• Gefühlvoll, emotional, herzerwärmend
• Themen wie Verlust, Trauer und Tod werden sensibel und respektvoll aufgearbeitet
• Einblick in queeres Aufwachsen der 80er
• Perfekte Mischung aus Verletzlichkeit, Freundschaft und Geborgenheit
• The Rocky Horror Picture Show trägt die Stimmung als leiser Leitfaden durchgehend mit
Fazit: Es ist ein Roman, der berührt, Erinnerungen greifbar macht und lange nachwirkt. Ein Buch, das einen spüren lässt, wie wichtig es ist, Dinge anzusprechen, Themen offen miteinander aufzuarbeiten und nicht zuzulassen, dass der Mantel des Schweigens tiefe, lebenslange Wunden hinterlässt. Und es erinnert einen daran, dass es am Ende um den Menschen geht – nicht um Leistung und nicht darum, gesellschaftlichen Normen zu entsprechen, sondern darum, füreinander da zu sein, die Liebe und, dass jeder Mensch so sein darf, wer er will. Sehr bewegend und mitreißend!
Bewertung
5/5
31.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Roman, der lange nachhallt
Manche Bücher liest man, andere erlebt man. „Rosa ist die Welt mit tiefblauen Flecken“ gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.
Philipp W. Wilhelm erzählt in diesem Roman die Geschichte von Johannes Eisner mit einer Ehrlichkeit und Wärme, die mich gleich zu Beginn direkt berührt hat. Die Reise durch Kindheit, Jugend und Erwachsenwerden von Johannes fühlt sich dabei unglaublich authentisch an.
Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst durch die Erinnerungen des Protagonisten zu gehen – die Freibadsommer, die kleinen und großen Familienmomente, die Unsicherheiten des Erwachsenwerdens. Der Autor schafft es, Nostalgie entstehen zu lassen, ohne jemals kitschig zu werden. Denn obwohl die Handlung in den 1980er- und 1990er-Jahren verwurzelt ist, sind die Themen zeitlos: Familie, Identität, Zugehörigkeit, erste Liebe, Verlust und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt.
Auch die Figuren sind hervorragend gezeichnet. Sie wirken lebendig, widersprüchlich und menschlich. Vor allem die Nonna bleibt unvergesslich. Jede Figur trägt etwas zur Geschichte bei und macht Johannes' Entwicklung noch greifbarer.
Der Roman erzählt von queerer Identität mit großer Sensibilität, ohne daraus eine reine Problemgeschichte zu machen. Es stehen die Menschen und ihre Beziehungen zueinander im Mittelpunkt. Gerade die leisen Töne, die unausgesprochenen Gefühle und die Missverständnisse innerhalb der Familie verleihen dem Buch eine besondere Tiefe.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und sehr angenehm zu lesen. Trotz der ruhigen Erzählweise, entwickelt das Buch einen starken Sog. Am Ende bleibt das Gefühl, einen Menschen ein Stück seines Lebens begleitet zu haben. Ich vermisse jetzt schon die Kassetten und Actionfiguren, die Nonna und vor allem Opa's Scheune.
Ein bewegender und sehr menschlicher Roman, der lange nachwirkt. Daher für mich ganz persönlich ein echtes Herzensbuch und eine klare 5-Sterne-Empfehlung.
Bewertung
5/5
28.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Überzeugend und wundervoll
Der Roman "Rosa ist die Welt mit tiefblauen Flecken" ist mehr als nur eine einfache Geschichte, sondern vielmehr eine Reise durch Erinnerungen über Familie, der Suche nach der eigenen Identität und das Erwachsenwerden in einer anderen Zeit
Erzählt wird mit autofiktionalen Zügen in der Ich-Perspektive von Johannes, wodurch die Geschichte umso nahbarer wird. Der Schreibstil ist sehr angenehm und auch die Kapitellänge ist für meinen Geschmack gut gewählt worden. Das Buch lässt sich flüssig und richtig flott lesen, zumindest hab ich das Buch fast an einem Tag inhaliert, weil es mich so in den Bann gezogen hat
Die Geschichte spielt im Jahr 2015, wird aber auch erzählt in Rückblenden in die 80er und 90er Jahre, beginnend mit dem Geburtsjahr von Johannes 1981. So begleiten wir ihn also beim Aufwachsen, erleben prägende Momente sowie den Einfluss seiner Familie, insbesondere auch der seiner Nonna.
Johannes selbst ist ein authentischer Protagonist mit nachvollziehbaren Gefühlen, und es war spannend, ihn durch die verschiedenen Phasen zu begleiten. Aber auch die Nebenfiguren sind toll ausgearbeitet und vielfältig.
Die Geschichte war niemals langweilig, zwischendurch auch mal humorvoll, insgesamt doch eher ruhig und nicht zu emotional. Dazu kamen Nostalgie-Vibes. Obwohl ich selbst kein Kind der 80er bin, sondern Baujahr 1994, konnte ich mit vielen Anspielungen etwas anfangen. Historische Ereignisse wie der Mauerfall oder der Regen nach Tschernobyl werden ebenfalls beiläufig eingebunden.
In der eBook-Ausgabe warten am Ende noch vier Bonuskapitel, die die Geschichte passend ergänzen.
Für mich ist "Rosa ist die Welt mit tiefblauen Flecken" ein leiser, aber bewegender Roman mit einer Geschichte, die nachhallt. ✨
Bewertung
5/5
04.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Feinsinnige und humoristische Coming-of-Age-Geschichte
Ein wunderbares Buch, das nostalgisch und tiefgründig eine Kindheit auf dem Land beschreibt, bevölkert mit wunderbar skurrilen und liebenswerten Charakteren. Eine Geschichte voller Herz und Humor, die ich gar nicht mehr weglegen konnte!
Bewertung
5/5
03.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Coming-of-Age in Niederbayern
Ein Buch über eine niederbayerische Kindheit zwischen paffender Oma und heimlichen Kassettenhörstunden mit einem anderen Jungen. 80er-Jahre-Erinnerungen, die sich verweben mit einem Besuch der legendären Rocky Horror Picture Show. Wie werden wir zu dem, was wir sind? Und wieviel Mut gehört dazu? Ein Coming-of-Age-Roman bei dem man sich wünscht, dass es bald eine Fortsetzung gibt - weil man wissen möchte, wie es mit den Figuren weiterging.
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