In einem Hörsaal der Basler Universität wird die Leiche einer renommierten Matheprofessorin entdeckt – Kopf und Körper voneinander getrennt und zu einem Kunstwerk stilisiert. Ein paar Tage später wird eine weitere erfolgreiche junge Frau geköpft in ihrem Büro vorgefunden. Diesmal ist es eine Forscherin einer Basler Pharmafirma. Alle Ermittlungsversuche der Kripo laufen zunächst ins Leere. Was ist das Tatmotiv und gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Frauen? Handelt es sich um Serienmorde? Und sind etwa weitere Morde geplant? Kommissarin Carmen Mangold arbeitet gegen die Zeit, zugleich muss sie sich gegen althergebrachte Frauenbilder in der Kripo wehren. Schließlich bringt sie sich selbst in Gefahr im Kampf für mehr Gerechtigkeit in Polizei und Gesellschaft. Und das alles mitten in der Trennung von ihrer Partnerin, wegen der sie sich zuweilen »kopflos« fühlt.Ein temporeicher und kraftvoller Kriminalroman mit emotionalem Tiefgang.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
09.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Hochspannung in Basel - fast schon ein Thriller
Was für ein fulminanter literarischer Auftakt für Kommissarin Carmen Mangold. Die neue Leiterin der Basler Mordkommission hat es gleich mit einem Serienmörder zu tun. Der hat es auf junge, ebenso attraktive wie selbstbewusste Karrierefrauen abgesehen, erst eine Mathematikprofessorin, dann eine Pharmaforscherin. Beide macht er im Wortsinn des Titels „kopflos“, arrangiert aber den Kopf jeweils kunstvoll am Tatort.
Man denkt an Fitzek & Co. und liegt richtig, wenn man den ersten von der Basler Schriftstellerin Silke Amberg beim neuen, innovativen Schweizer Verlag ars remata herausgebrachten „Kriminalroman“ eher schon im Thriller-Genre verortet, denn die vielen Irrungen und Wirrungen der Ermittlungsarbeit werden immer wieder mit den Gedanken des Serienmörders gegengeschnitten und im letzten Drittel wird das Buch endgültig zum Pageturner, wenn die Kommissarin selbst ins Visier des Täters gerät.
Doch den üblichen Thrillern - vornehmlich skandinavischer Provenienz - hat „Kopflos“ eine zweite Ebene voraus. Die Autorin, die mit ihrer Frau und zwei Kindern in Basel lebt, hat ihre Protagonistin Carmen Mangold als offen lesbisch lebende Polizistin ausgestaltet und gibt tiefe Einblicke in deren Gefühlsleben. Dieses leidet an der familiären Vorgeschichte, die erstaunliche - und für die Protagonistin erschreckende - Parallelen zu ihrem aktuellen Täter aufweist. Diese Umstände erschweren ihr jedenfalls immer wieder den Zugang zu tieferen Liebesbeziehungen. So spielt das Gefühlschaos um die Beziehung zu ihrer (Ex-?)Freundin Annika sowie eine pikante amouröse Verwicklung während der Ermittlungen eine weitere wichtige Rolle in dem Buch und machen die Heldin im anderen Wortsinn „kopflos“.
Es ist ein Buch, das auch weit über die queere Community hinaus zum Lesegenuss wird, da auch nur moderat gegendert wird. Ein paar Straffungen in den wiederkehrenden Schilderungen der Tagesabläufe und dem Basler Lokalkolorit hätten dem 336 Seiten dicken, fein in Klappenbroschur mit einem tollen Cover versehenen Band nicht geschadet. Doch nun wissen auch deutsche Leser, was ein Wickelfisch ist und dass es in der Schweiz „das Tram“ heißt und die Kommissarin natürlich „Velo“ fährt. Unterm Strich ist „Kopflos. Carmen Mangolds erster Fall“ von Silke Amberg eine spannende, sauber recherchierte, in anschaulicher Sprache mit guten Dialogen konstruierte Lektüre, die dank ihrer Vielschichtigkeit nicht nur für den Urlaub ihre Leserinnen und Leser finden sollte. Zumal der nicht zu leugnende feministische Ansatz behutsam einfließt und man sich auch als männlicher Leser ja durchaus Gedanken machen kann, warum die Pharmaindustrie bis heute die „Pille für den Mann“ noch nicht herausgebracht hat.
Bewertung
4/5
18.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Lass dich verführen
Kommissarin Carmen, Meisterin der Verführung und Überführung, leitet durch Basel, Liebschaften, Krisen, und einen herzklopf-spannenden Fall. Das Buch Kopflos ist keineswegs kopflos geschrieben.
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