Selten hat ein Panzerfahrzeuge die Gemüter von Fachleuten und Laien in einer solchen Weise erregt, wie der »Tiger« der Deutschen Wehrmacht. Wie schwierig es wirklich ist, die Leistung des Kampfwagens objektiv zu erfassen, hat auch der verantwortliche Entwicklungschef, Dr. Erwin Aders, erfahren: »Noch im Oktober 1942 wurde der Tiger, von maßgebender Stelle ein ,lahmer Karren' genannt und der ...Turm mit einer Konservendose verglichen, Dazu gab ein erster verkehrter Einsatz Veranlassung. Nach einigen Monaten setzte... jene Verherrlichung in der Presse ein, die uns ebenso unangenehm berühren musste... wie die frühere Geringschätzung.«Diese Auseinandersetzung hält immer noch an. Die nur noch wenigen »echten« Tigerleute denen das Fahrzeug eine wirkliche Überlebenschance gegeben hatte, sind heute noch überzeugt, dass der »Tiger« das einzige brauchbare Panzerfahrzeug überhaupt war. Doch der »Tiger« hatte auch seine Schwächen, vor allem Im Bereich der Motorisierung.Walter J. Spielberger, führender Experte auf dem Gebiet deutscher Militärfahrzeuge des Zweiten Weltkriegs, und Hilary L. Doyle, der die maßstabsgerechten Zeichnungen schuf, stellen in dieser reich bebilderten technischen Dokumentation die verschiedenen »Tiger«-Ausführungen von allen Seiten vor. Über 30 Jahre intensiver Forschung finden in diesem Werk ihren Niederschlag.
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Alrik Gerlach
Thalia Book Circle Community
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20.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Der Tiger zwischen Legende und technischer Wirklichkeit
Schon beim ersten Durchblättern wird klar, dass hier kein hübsches Bilderbuch über einen berühmten Panzer wartet, sondern ein technisches Schwergewicht. Spielberger und Doyle zerlegen den Tiger beinahe bis zur letzten Schraube und zeigen, wie viel Entwicklung, Streit und Improvisation in diesem Fahrzeug steckten.
Besonders stark sind die vielen Fotos, Zeichnungen und technischen Angaben. Da bleibt der Blick länger an Laufwerken, Türmen und Prototypen hängen, als man vorher zugeben möchte. Gleichzeitig wird der Tiger weder als unbesiegbares Wundergerät gefeiert noch klein geredet. Feuerkraft und Panzerung beeindrucken, doch Motorisierung, Gewicht und Zuverlässigkeit bekommen ebenso ihren Platz.
Ganz leichte Kost ist das nicht. Manche Abschnitte sind trocken, sehr detailreich und verlangen Konzentration. Wer nur Einsatzberichte sucht, könnte innerlich den Motor abstellen. Technikfans und Modellbauer dürften dagegen leuchtende Augen bekommen.
Unterm Strich ist das Buch eine hervorragend bebilderte Dokumentation, die Legende und Wirklichkeit sauber trennt. Fachlich stark, optisch überzeugend und mit genug Tiefe, um danach selbst beim Kaffee über Laufrollen diskutieren zu können.
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