Geist und Barbarei Kultur im Widerstand? Tagungsband zur XXXVI. Königswinterer Tagung
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- Deutsch ausgewählt
31,50 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
01.11.2026
Abbildungen
10, Schwarzweißabbildungen
Herausgeber
Daniel E. D. MüllerVerlag
Lukas Verlag für Kunst- und GeistesgeschichteSeitenzahl
180
Maße (L/B)
24/17 cm
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-86732-510-3
Zwar versuchte der NS-Machtapparat mit Instrumenten wie der Reichskulturkammer, Kunst und Öffentlichkeit ideologisch zu disziplinieren. Doch selbst im engmaschigen System des Regimes blieben teils kalkuliert, teils ungewollt kulturelle Nischen, Flucht- und Spielräume bestehen, die genutzt, verlassen oder in vorauseilender Angst selbst verschlossen wurden. Anhand prominenter Biografien seziert der Band diese Mechanismen der Diktatur und offenbart die Tragik hinter den Lebenswegen der Künstler: Warum wählte Erich Kästner den Verbleib in Deutschland, wo er letztlich an der eigenen Sprachlosigkeit verzweifeln sollte? Wie navigierte Erich Ohser (»Vater und Sohn«) zwischen privater NS-Verachtung und überlebensnotwendigen Aufträgen für Goebbels’ Vorzeige-Wochenzeitung »Das Reich«, bis eine Denunziation dieses Doppelleben beendete und ihn in den
Suizid trieb? Und welche Gewissensnöte marterten Ernst Barlach, der als »entartet« verfemt wurde, sich aber dennoch zur öffentlichen Unterstützung Hitlers genötigt sah?
Kultur in der Diktatur war weder lupenreiner Widerstand noch wehrlose Beute der Macht, sondern ein umkämpftes Terrain, auf dem sich Freiheit, Anpassung und Schuld verschränkten. Wer ausloten möchte, wie schmal der Grat zwischen Integrität und Komplizenschaft verlief, findet in diesen Fallstudien die historischen Grautöne, aus denen das Leben in der Diktatur bestand.
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