Während die Schatten aufsteigen, erwacht die DunkelheitEine Amnestie wurde für alle Auguren ausgerufen – endlich dürfen sie sich aus der Verborgenheit wagen und offen den dunklen Mächten entgegentreten, die sich gegen Andarra sammeln. Doch als Davian und seine neuen Verbündeten eilig nach Norden zur immer schwächer werdenden Grenze ziehen, deuten neue Schrecken auf ihrem Weg darauf hin, dass ihre Gnade möglicherweise viel zu spät gekommen ist.Unterdessen kämpft Caeden weiterhin mit den unmöglich schweren Lasten seiner Vergangenheit. Doch je mehr Erinnerungen zurückkehren, desto mehr erkennt er, dass die Beweggründe der beiden Seiten in diesem alten Krieg vielleicht nicht so eindeutig sind, wie sie zunächst schienen...»An Echo of Things to Come« setzt die epische Geschichte fort, die in »The Shadow of What Was Lost«, dem gefeierten Fantasy-Blockbuster von James Islington, begann.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Sue
aus Uelzen
5/5
24.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Ganz großes Kino
"Für einen langen Moment schloss er die Augen, versuchte, den Zorn auszublenden, die Furcht und die Verzweiflung. Sein Bauchgefühl riet ihm, fortzulaufen, alle Bilder zu ignorieren, die er gesehen hatte. Zu verdrängen, was er g e t a n hatte."
"An Echo of Things to Come" ist der zweite Band von James Islingtons genial konstruierter Licanius-Trilogie, die mit einigen Wendungen aufwartet und ins immer tiefer in den Strudel der Zeit zieht.
Übersetzt aus dem Englischen von Ruggero Leò.
"In gewisser Hinsicht sind wir Sklaven unseres Gedächtnisses. Deine Erinnerung wird dich verändern. Das Wissen, das dir noch zuteil wird, verändert dich. Zu begreifen, was auf dem Spiel steht, verändert dich ganz gewiss. Es erschwert dir, der Mann zu sein, der du sein möchtest. Entscheidungen, die du jetzt für undenkbar hältst, fallen dir später leichter. Es wird für dich delikater, das Ratsame vom Richtigen zu unterscheiden, sobald du weißt, wie oft das zum Misserfolg führte und wie wichtig es ist, deine Ziele zu erreichen. Manchmal ist die richtige Tat nicht mit unserem Überleben vereinbar. Aber man hat immer die Wahl."
Während Davian sich auf den Weg nach Norden macht, um die magische Barriere zu stärken, die das Böse in Talan Gol halten soll, muss sein bester Freund Werr in Ilin Ilan das Spiel der Politik zu beherrschen lernen. Nicht jeder in der Hauptstadt ist erfreut, dass der Thronfolger und Nordwächter ein Begabter ist. Und so muss Werr sich in Diplomatie und Geduld üben, um seine politischen Gegner von sich zu überzeugen. Doch sein größter Feind und Gegner ist seine eigene Mutter.
"Ich habe das Gefühl ... In letzter Zeit vom Weg abgekommen zu sein. Moralisch gesehen. Als wäre ich zu jemandem geworden, der mir noch vor einem Jahr Angst gemacht hätte."
Caeden setzt indessen alles daran, um das Abkommen mit den Lyth zu erfüllen. Mehr und mehr verliert er sich in einem Sturm von Erinnerungen, die ihn eher verwirren als helfen. Denn wer von seinen alten Freunden, ist auch heute noch sein Freund und wer von ihnen stellt sich gegen ihn?
"Geh nicht davon aus, dass seine Absichten offensichtlich waren oder wir dumm und naiv. Er hat uns die falschen Taten nicht nur schmackhaft gemacht, sondern uns gleich einen kompletten moralischen Unterbau dazu geliefert - etwas, das unser Leben mit Sinn erfüllte, Werte, nach denen wir leben konnten."
James Islington hat mich auch im zweiten Band wieder vollends überzeugt. Ich mag die Welt und die Magie und habe mein Herz an die Charaktere verloren. Besonders Caedens Parts haben es mir angetan. Durch ihn und seine Rückblenden lernen wir ihn noch besser kennen und erfahren vieles aus seiner Vergangenheit. Ich liebe dieses Verwirrspiel, dass Islington uns mit diesem Charakter bietet. Natürlich mag ich auch die drei Freunde Davian, Werr und Asha nach wie vor sehr gern. Islington gibt ihnen hier noch mehr Tiefe, da er uns an ihrer inneren Zerissenheit teilhaben lässt. Gerade Werr ist oft im Zwiespalt zwischen dem, was gut wäre und die Wege dies zu erreichen. Er könnte es sich einfach machen, aber er hat Skrupel die Karten auszuspielen, die man ihm in die Hand gibt.
"Darüber habe ich mal mit Malshash geredet - über Unausweichlichkeit. Er meinte, unsere Taten spielen eine Rolle, nur dass das, was geschehen wird, schon geschehen ist. Wir gestalten die Zukunft. Allerdings steht bereits fest, w i e wir das tun - die Ergebnisse unserer Mühen und Entscheidungen."
"An Echo of Things to Come" hat eine sehr komplexe Storyline und fordert unsere Aufmerksamkeit. Zwar nicht so extrem wie z. B. Eriksons Malazan, aber man sollte auch hier beim Lesen wach sein. Islington spielt hier mit der Zeit, und ich habe so eine Vorahnung, dass da im finalen Band noch ein Hammer auf uns zukommt. Besonders gern mag ich auch hier wieder Islingtons philosophischen Ansätze zum Thema Zeit, Schicksal und Unausweichlichkeit und die moralischen Fragen, die er aufwirft.
"Die wahre Bosheit liegt stets im Verstand und der Ausrede, nicht in der Tat."
Für High-Fantasy-Fans definitiv ein Must-Read!
Der finale Band 3 erscheint Ende des Jahres.
(4,5⭐️ von 5⭐️)
⚠️ Meine Rezensionen entstehen grundsätzlich ohne Hilfe von KI. Meine Rezensionen geben immer meine ganz persönliche Meinung wieder.
LizzyCurse
Thalia Book Circle Community
5/5
21.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Ich hungere auf den Trilogie-Abschluss
„Wir dürfen nicht vergessen, dass mit unseren Fähigkeiten nicht die Berechtigung einhergeht, sie anzuwenden.“
„Wir sind das Schwert, (…). Wir sind nicht die Hand, die es führt.“
Die beiden Zitate aus dem zweiten Band der Licanius-Trilogie (der Abschlussband erscheint im Winter diesen Jahres) sind bezeichnend für Diskussionen, die über den Roman hinweg immer wieder aufgegriffen und geführt werden. Es hat einen philosophischen Touch, wenn die Hauptfiguren über ihr Handeln reflektieren und abwägen, was von den Taten für die Rettung der Welt notwendig ist. Manchmal wandeln sie auf einem schmalen Grat - gerade diese Reflexion hat dem Buch die nötige Tiefe und Charakterstärke verliehen, sodass es mich begeistert zurückgelassen hat.
James Islington baut an seine Welt noch ein paar Stockwerke, Balkone und Kellergewölbe an. Ich glaube, für den dritten Band hat er schon einen Bauantrag für nadeldünne Türme und Schwindel erregende Verbindungsbrücken gestellt. Teilweise bin ich den Figuren mit den staunenden Augen eines Kindes durch das großartige Worldbuilding gefolgt. Dass ich alles bis ins letzte Detail durchdrungen habe, wage ich zu bezweifeln. Islington konnte mich mitreißen und verzaubern - und das ist der Grund, warum ich dieses Buch so gerne gelesen habe. Ob ich in einem halben Jahr noch die Namen aller Monster und Schwerter kenne, rangiert für mich weiter unten.
Die Figuren waren für mich wieder herausragend konzipiert. Ich mochte sie schon im ersten Band sehr gerne. Im zweiten haben sie gestrahlt wie Leuchtfeuer, die mich durch eine komplexe Welt voller Erinnerungen, Tagebuchaufzeichnungen und Visionen gelotst haben. Die Freunde teilen sich in mehrere Gruppen, und keine Pov gleicht der anderen:
Dav muss mit seinen Augurenfreunden Antworten finden, wie man die bedrohte Barriere im Norden schützen kann. Dabei gerät er nicht nur in Konflikt mit der überalterten Politik, sondern muss auch um sein Leben fürchten.
Werr kämpft um sein neues Amt als Nordwächter und um Diplomatie im Rat, während er versucht die Bedrohung aus dem Norden begreiflich zu machen.
Asha gerät in einen komplexen Konflikt von Mächten, die sie nicht gänzlich begreift. Gleichzeitig muss sie sich ihrer eigenen Macht bewusst werden, bevor es zu spät ist.
Ceaden ist auf der Suche nach Puzzlestücken aus seiner Vergangenheit und strauchelt dabei zwischen der Rettung der Welt und seinem eigenen Gewissen.
Die Figuren, der sich oftmals verschränkenden PoVs, waren allesamt großartig konzipiert und haben mir viel Spaß gemacht. Die Treue, die Verbundenheit, die Freundschaft habe ich immer wieder gespürt und das hat die Figuren für mich strahlen lassen. Ceadans Geschichte fand ich ein bisschen schwächer als die der anderen, aber das ist persönlicher Geschmack.
James Islington kann einfach spannende Actionszenen schreiben, Szenen mit knisternder Magie, spitzen Stacheln und gigantischen Explosionen, in der Zeit und Raum nicht mehr den Gesetzen der Physik folgen. Popcornkino im großen Stil!
Ich kann den dritten Band kaum noch erwarten! Werde ich bis dahin ein paar Details vergessen haben? Wahrscheinlich. Das schreckt mich aber nicht - im zweiten (und wahrscheinlich auch im dritten Band) ist eine Zusammenfassung der Geschehnisse, die ich zur Auffrischung gelesen habe. Zudem war mir das Glossar und das Personenverzeichnis im hinteren Teil des Buches eine große Hilfe.
4,5 Sterne für „An Echo of things to come“, das mich durch die Charakterstruktur, den philosophischen Touch und die Actionszenen beeindruckt hat.
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