Ein Wochenende. Eine Familie. Wahrheiten, die alles verändern.Elvira und Jobst sind auf der Heimreise aus dem Sommerurlaub. Als sie an einer Autobahnraststätte ein junges Pärchen mitnehmen, dessen Wagen liegen geblieben ist, geraten sie in ein Familiendrama, das ihre Ehe auf den Prüfstand stellen wird.Auch für Elviras Mutter und ihre jüngere Schwester Mona ändert sich an diesem Wochenende im August alles: Ein lange und gut gehütetes Geheimnis bleibt nicht länger geheim; und Schwägerin Kathi verliert nicht nur ihren Job, sondern auch die Geduld mit ihrer angeheirateten Familie.Im Verlauf einiger heißer Spätsommertage müssen diese Frauen ihre Beziehungen neu vermessen. Und schließlich zieht ein Sturm auf, der alles hinwegfegen wird, was sie bisher für unverrückbar gehalten haben.Ungekürzte Lesung mit Barbara Auer6h 45min
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Sandra
5/5
09.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Familie, viele Geschichten
„Ein Samstag im August“ von Birgit Bachmann ist ein Roman, der sich auf leise und zugleich eindringliche Weise mit Familie, Erinnerungen, Beziehungen und den Spuren beschäftigt, die vergangene Entscheidungen im Leben hinterlassen. Schon der Prolog hat mich neugierig gemacht. Das Bild der Familie als einer Flickendecke, die gleichzeitig wärmen und einengen kann, beschreibt sehr treffend die Atmosphäre, die sich anschließend entwickelt.
Besonders interessant ist für mich die Vielschichtigkeit der Figuren. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und eröffnet dadurch Einblicke in verschiedene Lebensphasen und Generationen. Elvira beispielsweise erlebt zunehmend Schwierigkeiten mit ihren Erinnerungen.
Gerade diese unterschiedlichen Lebensentwürfe machen den Roman für mich spannend. Es geht nicht einfach um eine Familie, in der alle dasselbe erleben, sondern darum, wie Menschen dieselben oder ähnliche Situationen aus ihrer ganz eigenen Perspektive wahrnehmen. Vergangenes wirkt dabei bis in die Gegenwart hinein. Erinnerungen können trösten, aber auch schmerzen oder Lücken hinterlassen. Dadurch entsteht eine interessante psychologische Ebene.
Sehr gelungen finde ich außerdem die Figurenzeichnung. Die Personen wirken nicht glatt oder idealisiert, sondern haben Ecken, Vorurteile, Sehnsüchte und Schwächen.
Der Schreibstil von Birgit Bachmann hat mir sehr gut gefallen. Sie schreibt ruhig, präzise und bildhaft. Viele Gefühle werden nicht direkt erklärt, sondern entstehen aus Gedanken, Beobachtungen und kleinen Gesten. Dadurch entwickelt sich eine eher stille Spannung, die mich gerade deshalb zum Weiterlesen gebracht hat. Gleichzeitig finden sich immer wieder feine, teilweise ironische Beobachtungen, die verhindern, dass die Geschichte zu schwer oder schwermütig wirkt.
Auch die Gestaltung empfinde ich als passend. Der schlichte Titel weckt zunächst die Erwartung eines gewöhnlichen Sommertages, während sich dahinter eine Geschichte verbirgt, in der Erinnerungen, Beziehungen und familiäre Spannungen eine wesentlich größere Rolle spielen.
Fazit: „Ein Samstag im August“ ist für mich eine tiefgründige und atmosphärische Lektüre über Familie, Vergangenheit und die Frage, wie viel wir von den Menschen kennen, die uns am nächsten stehen. Besonders empfehlenswert ist der Roman für Leser*innen, die psychologisch fein gezeichnete Figuren, mehrere Perspektiven und eine eher ruhige, aber unterschwellig spannende Handlung mögen.
Bewertung
5/5
09.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Regt zum Nachdenken an
"Ein Samstag im August" ist nicht nur ein Roman, den man verschlingen kann, sondern auch eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Sie behandelt die Geschichte einer Familie, deren Dynamiken, wie diese entstanden sind und aufrecherhalten bleiben. Man wechselt immer wieder zwischen den Perspektiven, was eine sehr feine Erzählung und differenzierte Sicht auf die Dinge ermöglicht. Es geht nicht darum, wer Schuld an etwas hat, wer Recht hat oder wer etwas falsch gemacht hat. Es geht vielmehr um das, was zwischenmenschliche Beziehungen (und gerade Familie) so komplex, schwierig und faszinierend macht. Nichts ist schwarz-weiß, sondern Beziehungen leben von dem Grautönen und Facetten dazwischen. Jede Person hat eine eigene Perspektive und Wahrheit und auch eigene Handlungsmöglichkeiten.
Der Roman bildet dies unglaublich gut ab: wie ein Gewitter das aufzieht und wo man nicht weiß, wie es weiter und ausgeht. Man fiebert mit, man leidet mit, man denkt mit und fragt sich dabei selbst immer wieder: wie würde ich handeln, welche Rolle würde ich einnehmen? Und genau das macht "Ein Samstag im August" so besonders.
Bewertung
5/5
08.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wissen/Nichtwissen
„Wir richten unser Leben nach dem ein,was wir wissen,dachte Elvira.Wie fragmentarisch dieses Wissen ist,übersehen wir.Zwischen sogenannten Gewissheiten klafften Lücken,die das Zeug dazu hatten,uns in ihren Abgrung zu reißen.“ (S.84)
In Birgit Bachmanns Debütroman steht Familie Wortmann im Mittelpunt,die in der niedersächsischen Provinz lebt und deren vertrautes Leben innerhalb weniger Spätsommertage gehörig ins Wanken gerät.
Da ist zum einen die 85 jährige Mutter und Großmutter Sigrid,die ihrer Tochter Mona ein lang gehegtes Geheimnis anvertraut.
Sigrids älteste Tochter Elvira nimmt mit ihrem Mann Jobst ein gestrandetes Pärchen auf der Autobahnraststätte mit,nicht ahnend dass sie schon bald in ein Familiendrama hineingezogen werden.
Außerdem ist da noch Monas und Elviras Schwägerin Kathi,die sich Sorgen um ihren verschlossenen Sohn Fiete macht.Leider stößt sie bei ihrem Ehemann auf taube Ohren,wenn sie das Thema anspricht und an Fiete kommt sie auch nicht ran.
Gleichzeitig plagen Kathi Gedanken,wie ihr Leben verlaufen wäre,wenn sie sich doch fürs Schauspielstudium entschieden hätte, wie ihre erfolgreiche Freundin Marie.
Birgit Bachmann verwebt geschickt die Lebensentwürfe von unterschiedlichen Frauen mehrerer Generationen.Es wird dadurch deutlich wie stark Entscheidungen aber auch Verschwiegenheit über Jahrzehnte nachwirken können und einen unterschiedlichen Impact auf jedes einzelne Familienmitglied haben kann.
Dabei seziert Bachmann gekonnt die psychologischen Aspekte ihrer Figuren aufs genauste und die Familie Wortmann wirkt einem so vertraut,da man sich in jedes Familienmitglied gut hineinversetzen kann und jede Figur und jeder Dialog zu jedem Zeitpunkt absolut authentisch wirkt.
Fazit: Eine tiefgründige nachdenkliche Sommerlektüre mit feinem Humor.
Bewertung
5/5
07.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was steckt hinter der Fassade?
Das Cover von, "Ein Samstag im August" von Birgit Bachmann ist sehr gelungen, zeigt es doch schon durch das sich anbahnende Unwetter, aufkommendes Unheil. Es geht um die Familie Wortmann, deren aller Leben an einem Wochenende auf den Kopf gestellt wird. Der Leser lernt die Protagonisten nach und nach kennen und durch geschickte Perspektivwechsel schafft die Autorin eine bildhafte Authenzität. Der Sprachstil ist flüssig, spannend und zeitweise auch humorvoll, so dass es ein leicht zu lesender Sommerroman ist. Man taucht immer tiefer in die Familie und die Beziehungen untereinander ein und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Wer diese Art von Erzählungen mag, wird sicher nicht enttäuscht werden ... und manches erinnert vielleicht an die eigenen Familiengeschichten. Kurzweilig und interessant und ich vergebe gerne fünf Sterne.
B.V.
aus Berlin
5/5
07.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sommer, Sonne, Katastrophen
Birgit Bachmann's Roman >>Ein Samstag im August<< ist ein gelungenes Familienporträt, welches uns in die Vergangenheit und die Gegenwart der einzelnen Protagonisten führt. Die Geschichten sind aus dem Leben gegriffen und sehr authentisch erzählt. Ganz geschickt wird uns auch immer mal wieder der eigene Spiegel vorgehalten, wie hätten wir reagiert, weggeschaut oder gehandelt, Handlungen verurteilt oder befürwortet? Das Cover ist sehr aussagekräftig, ein Unwetter naht, keiner weiß, wie es ausgehen wird. Jede einzelne Geschichte führt scheinbar in eine drohende Katastrophe. Man erwartet das Schlimmste, unausweichlich. Dann passiert doch etwas ganz anderes, unerwartetes. Lasst Euch überraschen von einer Story, die nie langweilig wird und leider viiieel zu kurz ist. Ein toller Sommerroman, den ich wärmstens empfehlen kann.
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