Chefinspektorin Alma Oberkofler ist eigentlich schon fast im Urlaub, als sie Zeugin wird, wie auf einem beliebten Wiener Markt ein Auto in ein Restaurant rast. Die Explosion kurz darauf ist verheerend. Alma kann zwar der Küchenhilfe das Leben retten, doch für den Besitzer Amon Cohen, den Journalisten Sebastian Schmuck sowie für eine junge Kellnerin kommt jegliche Hilfe zu spät. War es ein Anschlag auf den jüdischen Inhaber des Restaurants, den linken Journalisten oder die ukrainische Familie, die darüber wohnt - oder doch nur ein Unfall? Und wer war dieser Raucher, der kurz zuvor auf einer Bank vor dem Lokal noch die Sonne genoss? Der Fahrer des Autos ist ebenfalls tot und ganz und gar kein Unbekannter in den Medien: Albert Schotterer gehörte zur rechtsextremen Szene Österreichs. Immer wieder war er im Gespräch für eine tragende Rolle in einer rechtspopulistisch geführten Regierung. Alma und ihr Team ermitteln in alle Richtungen - auch wenn hinter ihrem Rücken die Politik bereits über den Ausgang der Untersuchungen entschieden hat und sie der Abteilung Leib und Leben einen Riegel vorschieben will.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bellis-Perennis
aus Wien
5/5
02.11.2026
eBook (ePUB)
Beste Krimi-Unterhaltung!
Dieser Krimi der Buchhändlerin und Autorin Petra Hartlieb ist nach „Freunderlwirtschaft“ der zweite Fall für die Wiener Chefinspektorin Alma Oberkofler.
Die Ausgangslage ist so dramatisch wie aktuell: Oberkofler wird Augenzeugin als ein schwarzer SUV in das jüdische Restaurant von Amon Cohen rast, eine Explosion verursacht und sowohl Cohen, eine Servierkraft, den gefürchteten Journalisten Sebastian Schmuck sowie einen vorerst Unbekannten tötet. Der Fahrer des SUV kommt ebenfalls ums Leben. Eine syrische Küchenhilfe überlebt dank Oberkoflers Eingreifen schwer verletzt.
Sofort ist von einem Terroranschlag die Rede, von Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus. Als dann der Fahrer als Albert Schlotterer, Sohn eines Wiener Bautycoons und bekennender Rechter, der sich in einer neuen Regierung Chancen auf einen einträglichen Posten erwartet, identifiziert wird, liegen im Innenministerium und dem Polizeipräsidium die Nerven blank. Schnell wird, noch bevor alle Ermittlungsergebnisse vorliegen, ein bedauerlicher Unfall bekannt gegeben. Man ist nicht daran interessiert, die wahren Hintergründe aufzuklären.
Doch damit haben sie die Rechnung ohne Wirt, sprich Alma Oberkofler und ihrem Team gemacht. Gemeinsam mit der sehr diskreten Unterstützung eines Kollegen vom Verfassungsschutz ermittelt Oberkofler weiter.
Was die Toten verbindet und dass, nicht immer alles so ist, wie es scheint, müsst ihr selbst lesen.
Meine Meinung:
Schon in „Freunderlwirtschaft“ legt sich Alma Oberkofler mit ihren Vorgesetzten an, als es darum geht, ein Verbrechen im Dunstkreis der Politik, das vertuscht werden soll, aufzuklären. Auch diesmal müssen Alma und ihre neue Kollegin Nina Hämmerle fassungslos feststellen, dass ihre Ermittlungen nicht unbedingt im Sinn von Innenministerium und Polizeipräsidium liegen. Denn der Politik kommt die Information, dass Amos Cohen seine Restaurantküche mit einer nicht genehmigte Gasflasche betrieben hat, gerade richtig - eine klassische Täter/Opfer-Umkehr.
Wieder vermengt Petra Hartlieb in ihrem Krimi, der bis zur letzten Seite fesselt, politische Intrigen und aktuelle Tagesgeschehen. Dabei versucht sie ihre Leserschaft mit diversen Hinweisen aufs Glatteis zu führen.
Die Auflösung mag für den einen oder anderen überraschend sein. Doch ich hatte recht bald einen Verdacht, wer oder was, die Ursache für den angeblichen Unfall des Schlotterers sein könnte. Und ja, meine Vermutung hat sich als richtig heraus gestellt. Zudem ist in der Familie Schlotterer nicht alles so, wie es in einer erzkonservativen, „ordentlichen“ Familie zu sein hat. Das gibt es für uns Leser auch Spielraum, eigene Ideen zu entwickeln.
Hartliebs Charaktere sind lebendig gestaltet. Stets kann man ihre Beweggründe und Handlungen nachvollziehen.
Ich mag Petra Hartliebs Schreibstil mit seinem feinen, aber subtilen Humor.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Wien-Krimi, der mich bestens unterhalten 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Leo
aus Aalen
5/5
24.09.2026
Buch (Taschenbuch)
brisant, spannend, aktuell und voller Tiefgang
Alma Oberkofler freut sich auf den Urlaub mit ihrem Freund und genießt noch einen Kaffee mit einer Freundin und wird dann Zeugin, als ein Auto in ein Lokal rast und dieses in die Luft fliegt. Sie rettet einen Mitarbeiter und erleidet selbst eine Verletzung. Der Urlaub ist erstmal dahin, denn der Fall scheint vertrackt zu sein. War es ein Anschlag auf den jüdischen Besitzer des Lokals Nudel? Sebastian Schmuck ist ein Linker, unangenehmer Journalist, galt der Anschlag ihm? Oder wollte man der Ukrainischen Familie schaden, die im Obergeschoss wohnte? Der Fahrer des Wagens ist schnell ermittelt, es handelt sich um den Sohn eines großen Bauunternehmers der Stadt Wien und er ist der rechten Seite zu zuordnen. Viele Spuren, viele Möglichkeiten und Motive und Alma mitten drin. Was haben die Schwester des Restaurantbesitzers, eine bekannte Autorin, die Schwester des Fahrers und ihre Lebensgefährtin mit all dem zu tun? Die Lage spitzt sich zu und die Presse, die Öffentlichkeit und Politik drängen.
Petra Hartlieb packt ein heißes Eisen an und verbindet viele Schicksale, einen spannenden Fall und die Ermittlerin Alma Oberkofler und ihr Team zu einem großen Kriminalroman. Mit genauer Beobachtung und aktuellen Ereignissen, knüpft sie ein Netz aus Spannung, Schicksalen und Vergangenheit. Der Schlussakkord ist wie ein Cliffhanger und bringt Alma wieder auf die Spur, die sie einst zu ihrem Job gebracht hat. Danke Petra Hartlieb, für einen weiteren großartigen Spannungsroman und ich freue mich schon auf viel mehr.
Bewertung
aus Stuttgart
5/5
18.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Wiener Abgründe zwischen Politik, Macht und Moral
Mit Buberlpartie entführt Petra Hartlieb ihre Leser ins Wien der Vergangenheit und verbindet einen Kriminalfall mit politischen und gesellschaftlichen Strukturen dieser Zeit. Im Mittelpunkt steht weniger nur die Aufklärung eines Verbrechens, sondern vielmehr das Umfeld, in dem Macht, Beziehungen und Einfluss eine zentrale Rolle spielen.
Besonders interessant fand ich die historische Einbettung. Die Autorin schafft es, das Wien jener Zeit lebendig wirken zu lassen, ohne es überladen darzustellen. Vieles wirkt wie ein Blick hinter die Kulissen einer Gesellschaft, in der Loyalitäten oft wichtiger sind als Wahrheit oder Gerechtigkeit.
Die Figuren sind dabei sehr unterschiedlich angelegt und spiegeln genau diese gesellschaftlichen Spannungen wider. Gerade die Verflechtungen zwischen Politik, persönlichem Ehrgeiz und moralischen Grauzonen haben mich beim Lesen besonders beschäftigt. Der Kriminalfall selbst tritt dabei teilweise etwas in den Hintergrund, bleibt aber als roter Faden präsent.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gut zugänglich, auch wenn die Handlung an manchen Stellen eher ruhig erzählt wird. Wer schnelle Wendungen oder permanente Spannung erwartet, wird hier vermutlich nicht durchgehend bedient – dafür steht eher die Atmosphäre und das historische Umfeld im Fokus.
Insgesamt ist Buberlpartie ein Kriminalroman, der vor allem durch seine gesellschaftliche Dimension überzeugt. Für mich war es ein interessantes, ruhiges Leseerlebnis mit starkem Zeitkolorit und einem guten Gespür für zwischenmenschliche Dynamiken.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
09.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannend und aktuell
Ein Auto rast in ein beliebtes jüdisches Restaurant am Marktplatz. Die Polizistin, die auch später die Ermittlungen leiten wird ist persönlich auch vor Ort, wird aber nur leicht verletzt. Zu den Toten gehört auch der Fahrer des Wagens. Am liebsten möchten die Oberen alles als Unfall abtun. Alma und ihr Team bleiben jedoch hartnäckig und so kommt eines zum anderen…
Ein super spannender authentischer Krimi. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie die Einflüsse sind und das sich das Geschehen genau so ereignet haben könnte. Großartig finde ich die vielen weiblichen Figuren, die große Rollen spielen. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können.
verhei
5/5
06.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Lesenswert! spannend und aktuell
Freitagnachmittag vor dem Osterwochenende rast ein Auto auf einem belebten Wiener Markt in ein beliebtes jüdisches Restaurant – gefolgt von einer Explosion. Chefinspektorin Alma Oberkofler, die privat selbst vor Ort ist, rettet einem Restaurantangestellten das Leben und findet sich mit ihrem Team bald in einer ebenso explosiven Ermittlung wieder. War es ein Unfall, war es ein Anschlag? Und wenn letzteres wer war das Ziel des Anschlages und was das Motiv? - der jüdische Restaurantinhaber, seine Schwester kritische Autorin, der linke Investigativjournalist oder die ukrainische Familie die über dem Restaurant wohnt? Alles brisant, war doch auch der Fahrer politisch sehr rechts orientiert und aber auch Sohn einer Bauunternehmerdynastie mit Aussicht auf höhere Ämter. Die versuchte Einflussnahme durch die Politik lässt nicht lange auf sich warten.
Das Ermittlerteam um Alma Oberkofler ist charmant und unvoreingenommen, ermittelt man doch in alle Richtungen. Man landet in Sackgassen, kommt oft nur zäh voran und wundert sich im Zuge der Ermittlungen ob so manchem Zufall. Als Leser habe ich jeweils meine eigenen Theorien gebaut. Besonders gelungen fand ich auch die Rolle von Werner Althuber vom DSN, erlaubt er doch so manchen Blick hinter die Kulissen der Macht.
Petra Hartlieb präsentiert diese Geschichte trotz aller politischen Einflüsse und unklaren Gemengelage sehr klar, flüssig und nachvollziehbar. Vor allem aber auch mit nötigem Feingefühl im Hinblick auf die Opfer und deren Hinterbliebenen: Die Erzählung wechselt zwischen dem Blick aus Ermittlersicht, hier durch Alma Oberkofler und den Gedanken und Erkenntnissen der Angehörigen der Opfer. Man merkt dabei, wie schnell man diese Perspektive bei so mancher Meldung gerne aus den Augen verliert.
Und als Österreicher bzw. mit der österreichischen Politik vertrauter schmunzelt man über so manchen Namen und beschriebenen Szenen, wenn man so an die letzten Jahre denkt, stand doch so oft die Realität Modell.
Ich hoffe auf weitere Bände der Autorin.
Wirklich lesenswert!
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5/5
28.09.2026
eBook (ePUB)
Erschreckender Realismus
Petra Hartlieb hat mit ihrem zweiten hervorragend recherchierten Politkrimi wieder ein scharfzüngiges Sittenbild der österreichischen Innenpolitik gezeichnet, dessen beklemmende Realitätsnähe beim Lesen mit "Schaudern" erfüllt!
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5/5
13.08.2026
eBook (ePUB)
Auf politischen Pfaden....
Auch in ihrem zweiten Krimi mit Alma Oberkofler hat sich die Autorin auf das Parkett der Innenpolitik gewagt. Absolut toll geschrieben dringt sie in Kreise vor die teilweise immer noch totgeschwiegen werden. Spannend und brisant, eine klare Empfehlung meinerseits!
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