Als Carla nach Japan zieht,um Englisch zu unterrichten, ahnt sie nicht, dass diese Reise weit mehr sein wird als ein Auslandsabenteuer. Zunächst fühlt sie sich in der Fremde verloren. Doch dann entdeckt sie Takayama, eine kleine Bergstadt in den japanischen Alpen, und mit ihr: Gershwin. Der silberne Kater ist kaum fünf Wochen alt, als sie ihn auf der Straße vor einem Tempel findet. Schnell wird er zur Liebe ihres Lebens. Während Carla lernt, Gershwin zu zähmen, beginnt auch sie sich zu wandeln. Die jahrhundertealte japanische Kultur, die stillen Shinto-Schreine, die dampfenden Onsen-Bäder – all das öffnet ihr die Augen für ihr persönliches Ikigai, dem Geheimnis eines erfüllten Lebens.
Authentischer Japaneinblick abseits der Klischees
Berührendes Memoir über die heilende Kraft von Tieren
Für Leser:innen von „Frankie" und „Bevor der Kaffee kalt wird"
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
VolkerM
3/5
27.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Leben mit Therapiekatze
Carla Fentiman kommt aus einer Familie, die man ohne Übertreibung als dysfunktional bezeichnen darf. Das hat auch auf sie abgefärbt, denn wann immer sie auf Schwierigkeiten stößt, flüchtet sie. So endet auch ihr erster Versuch, in Japan als Sprachlehrerin zu arbeiten, nach wenigen Wochen in einer überstürzten Abreise zurück in ihre Heimat Großbritannien. Erst im zweiten Anlauf gelingt der Schritt, ausgelöst durch zwei Katzen, die als Untermieter in der Firmenwohnung übernommen werden müssen und in die sich Carla sofort verliebt. Außerdem liegt der neue Arbeitsplatz nicht in der Großstadt, sondern im beschaulichen Takayama, mitten in den japanischen Alpen. Carla und ihr Freund Ryan fühlen sich sofort wohl in dieser Umgebung, sie leben sich in ihrem Umfeld ein und im Laufe der Zeit gewinnt Carla auch genügend Selbstsicherheit, um ihre psychischen Probleme besser in den Griff zu bekommen. Der wichtigste Helfer wird Gershwin werden, eine dritte Katze, die den beiden Expats zugelaufen ist und die Carla mit den Prinzipien des Ikigai vertraut macht: Wie man seinen ganz persönlichen Lebenssinn findet.
Japan ist derzeit total angesagt und Katzen gehen immer. Da passt die Lebensgeschichte von Carla Fentiman natürlich perfekt ins Schema. Dazu noch ein schwieriger sozialer Hintergrund, dessen psychische Folgen die Protagonistin mit Hilfe japanischer Lebensweisheit und einer wirklich sehr niedlichen und einfühlsamen Katze überwindet: Ein Traum für jeden Verlag.
Ich habe schon sehr, sehr viele Auswanderergeschichten über Japan gelesen, eigentlich alles, was so auf dem Markt erscheint. In der Regel stehen Japan und seine geschriebenen und ungeschriebenen Regeln, die Schwierigkeiten, Anschluss zu finden, Sprachhürden und Heimweh im Vordergrund. Das wird bei Carla Fentiman eher am Rande beleuchtet - das wirklich zentrale Thema ist ihre Selbstfindung. Sie lebt als Lehrerin in einer Sprachschule für Englisch in einem weitgehend englischsprachigen Umfeld und hat auch nach zwei Jahren nur rudimentäre Japanischkenntnisse. Ihr Freundeskreis ist, bis auf ganz wenige Ausnahmen, englisch dominiert und die Erlebnisse in Japan beschränken sich auf normale touristische Aktivitäten. Ich war oft in Japan und habe fast alles, was die Autorin beschreibt, selber schon gesehen (und noch viel, viel mehr, weil ich nicht durch meinen Beruf gebunden war). Es ist nichts Außergewöhnliches an ihren Unternehmungen. Man erfährt auch eher wenig über Interaktionen mit Japanern, dafür umso mehr über Kuscheleinheiten mit der Katze. Das ist wirklich lieb und ich beneide Carla und Ryan um ihren unglaublich anhänglichen Gershwin, der offenbar viel mehr an „seine“ Menschen als an Orte gebunden ist. Das ist selten bei Katzen, und hier haben sich wirklich drei gefunden, die zusammengehören. Es ist auch interessant, wie Japan und Gershwin Carla zu der Erkenntnis führen, was in ihrem Leben wichtig ist, aber die Argumentation beginnt sich bald im Kreis zu drehen und die Autorin verwendet auch immer wieder dieselben Formulierungen, so dass eine wirkliche Entwicklung nicht richtig erkennbar ist. Am Ende stehen zaghafte Versuche, zu ihrer Familie in England ein normales Verhältnis aufzubauen und die Erkenntnis, dass Tiere in ihrem Leben ein zentraler Punkt sind. Das Land Japan bleibt dagegen auf einem touristischen Level und wenn ich ehrlich bin, hat sich Carla den Menschen und der Kultur nur sehr eingeschränkt geöffnet. Wie gesagt, ich kenne mich da ein bisschen durch eigene Anschauung und Berichte anderer aus.
„Ikigai mit Katze“ ist ein Buch für Katzenfreunde und für Liebhaber von schwierigen Lebensgeschichten. In die Lebensrealität Japans taucht es weniger ein, sondern bleibt letztlich in einem isolierten Expat-Kosmos gefangen.
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