Produktbild: Frag nach Susan
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Frag nach Susan Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.08.2026

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

207

Maße (L/B/H)

20,5/12,7/2,6 cm

Gewicht

322 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Pick a Colour

Übersetzt von

Sophie Zeitz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-03939-4

Beschreibung

Rezension

»bringt Lebensgefühle auf den Punkt, die heute viele Menschen verspüren« Welf Grombacher ("Galore Interviewmagazin")
»›Frag nach Susan‹ [...] erzählt eine Geschichte, die eine der spannendsten des Jahres werden könnte. Auf unserer Leseliste steht das Buch zumindest bereits!« Antonia Everding ("InStyle")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.08.2026

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

207

Maße (L/B/H)

20,5/12,7/2,6 cm

Gewicht

322 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Pick a Colour

Übersetzt von

Sophie Zeitz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-03939-4

Herstelleradresse

Aufbau Verlage GmbH
Prinzenstraße 85
10969 Berlin
DE

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  • Bewertung

    5/5

    15.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Macht und Maniküre

    In Frag nach Susan erzählt die Exboxerin Ning von einem Tag in ihrem Nagelstudio Susan's. Sie schaut genau hin - auf die Finger und Füße, die Härchen und Falten - und sie beschreibt genau und manchmal überraschend - zum Beispiel die Tauben, die vor ihrem Laden "schattenboxen". Über die Ich-Erzählerin selbst erfährt man nicht viel - wie ihre Kund:innen und ihre Gegnerinnen im Ring hält sie auch die Lesenden auf Distanz. Gewisse Dinge werden angesprochen, aber nie aufgelöst: Wir wissen zum Beispiel, dass Ning der Ringfinger fehlt, wie es dazu kam, verrät sie nicht. Das eigentlich spannende ist die Dynamik zwischen Angestellten und Kund:innen und unter den Angestellten selbst. Es macht Spaß, die "Susans" untereinander sprechen zu hören - und verstehen zu können, wie sie in ihrer Muttersprache über die Kund:innen lästern und spekulieren, wie sie sie nachahmen und parodieren, während diese komplett ahnungslos bleiben. Im Kern geht es dabei ganz viel um Macht und Machtspiele, darum, wer wie zu und über wen spricht und sprechen kann, wer was von sich preisgibt und zurückhält, und das ist so subtil und spannend wie unterhaltsam gestaltet. Ein kluges, witziges Lesevergnügen, bei dem sich 200 Seiten eher wie 20 anfühlen!

  • Klaus Effing

    aus Köln

    5/5

    15.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Mikrokosmos

    „Frag nach Susan“ von Souvankham Thammavongsa ist ein kleines Buch mit großer Wirkung. Auf rund 200 Seiten erzählt die Autorin von einem einzigen Tag in einem Nagelstudio – von der Öffnung bis zur Schließung – und schafft daraus einen eigenen kleinen Mikrokosmos. Die Mitarbeiterinnen heißen alle Susan. Dieser „Künstlerinnenname“ soll es den Kund:innen leichter machen, sich die Namen zu merken. Wir erleben die Frauen bei ihrer Arbeit, ihre Gespräche untereinander in ihrer eigenen Sprache, die die Kund:innen nicht verstehen, und ihren Umgang miteinander. Gleichzeitig kommen immer wieder Kund:innen ins Studio, die meist nur skizzenhaft charakterisiert werden. So entsteht nach und nach ein Bild von einem Ort, an dem Arbeit, Kundenorientierung, gegenseitige Rücksichtnahme und ganz unterschiedliche Lebensgeschichten aufeinandertreffen. Besonders interessant fand ich, wie abgeschlossen dieser Mikrokosmos wirkt. Eine junge Frau, die nach einem Unfall auf der Straße im Nagelstudio auf ihren Vater wartet, wird plötzlich als Störfaktor wahrgenommen. Sie gehört nicht zu diesem eingespielten System und bringt dessen Ordnung durcheinander. Gerade solche kleinen Beobachtungen machen die Geschichte so anschaulich. Thammavongsa schreibt daraus ein echtes Kammerspiel. Es passiert eigentlich gar nicht so viel – und trotzdem entsteht Spannung. Wir beobachten Menschen bei ihrer Arbeit und beginnen, uns zu fragen, was sich hinter den Routinen und den freundlichen Worten abspielt. Die Perspektive verändert den Blick auf einen Ort, den viele von uns kennen und doch kaum wirklich wahrnehmen. „Frag nach Susan“ ist kurzweilig, schnell gelesen und eröffnet gerade deshalb interessante Einblicke. Nach der Lektüre werde ich vermutlich einen Besuch bei einem Dienstleister – ganz gleich, ob im Nagelstudio, bei einer Massage oder an einem anderen Ort – mit etwas anderen Augen betrachten. Für mich ist „Frag nach Susan“ ein tolles, ungewöhnliches Buch und eine klare Leseempfehlung. Ein kleines Kammerspiel über Arbeit, Menschen und die Welten, die sich hinter einer alltäglichen Dienstleistung verbergen. Das Cover mit den unterschiedliche farblichen Nägeln zeigt ein Kernelement des Buches.

  • Annnnnnna

    aus .

    5/5

    15.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gesellschaftskritik vom Feinsten. Susan everywhere!

    Ning, 42 Jahre, betreibt ein Nagelstudio. Zehn Dollar, rein, raus. Leidenschaft? Fehlanzeige. Die ehemalige Boxerin ist eine knallharte Geschäftsfrau und hat ihr eigenes System geschaffen: Für die Kundschaft heißen sie und ihre Mitarbeiterinnen kurzerhand alle Susan. Einheitslook inklusive. Denn wenn die Kundinnen sich ohnehin weder Namen noch Gesichter merken können, braucht es schließlich auch keine Individualität. Die Susans bringen Ning das Geld, dafür ertragen sie den Tratsch, die Erwartungen und so manche Herablassung der Kunden. Doch während Ning gebeugt über deren Händen und Füßen sitzt, ist sie im Studio diejenige, die das Sagen hat. Hier gehört die Macht ihr. Und genau dieses Spannungsfeld fand ich unglaublich interessant. Der direkte und souveräne Schreibstil von Souvankham Thammavongsa hat mir wahnsinnig gut gefallen. Mit einem feinen Gespür für Zwischentöne beobachtet sie ihre Figuren, formuliert zynisch, trocken und herrlich ungeschönt. Dabei gelingt ihr eine Gesellschaftskritik, die nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommt, sondern sich ganz selbstverständlich in den Alltag einschleicht. Herkunft, Identität und sozialer Status bestimmen, wie Menschen gesehen und behandelt werden. Und dann wäre da noch das Lästern. Lästern de luxe! So bissig, pointiert und unterhaltsam, dass ich vermutlich nie wieder völlig unbefangen in einem Nagelstudio sitzen werde, wenn sich die Angestellten in einer Sprache unterhalten, die ich nicht verstehe. Ein kluger, zynischer und ausgesprochen unterhaltsamer Roman, der mich bestens unterhalten und gleichzeitig ordentlich zum Nachdenken gebracht hat. Bissig, pointiert und herrlich ungeschönt.

  • Adele

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    13.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ning

    Ich - Erzählerin Ning ist ehemalige Boxerin, Anfang 40 und betreibt einen kleinen Kosmetiksalon mit vier Mitarbeiterinnen. Dieser Salon, über dem sie ein Mini-Appartement bewohnt, ist buchstäblich ihr ganzes Leben, so wie ihre Mitarbeiterinnen, auch wenn sie sie nicht richtig an sich heranlassen will, ihre nächsten Bezugspersonen sind. In diesem kleinen Universum für sich entspinnt die Autorin ein Porträt einer zurückgezogenen Frau, die es gewohnt ist für sich zu kämpfen, im Boxring, im Salon, im Leben. Gleichzeitig entsteht eine feine und messerscharfe Gesellschaftsanalyse mit Blick auf die in der Regel privilegierten, weißen Kundinnen und Kunden, wie sie Ning und ihre Kolleginnen behandeln und wie die vier Frauen versuchen ihren Platz in der Gesellschaft zu verteidigen und erkämpfen. Diese gesellschaftliche Hierarchie verdeutlicht bereits der Titel, denn in völliger Austauschbarkeit hören alle Kolleginnen auf den Namen Susan und sehen exakt gleich gekleidet und gestyled aus, jeglicher Individualität beraubt, begleitet vom Desinteresse an ihrer Person durch die Kundinnen. Der Roman begleitet in der Ich-Form einen Tag im Salon und legt dabei Nings Charakter und Geschichte, die Dynamik im Team und das Verhalten der Kundschaft teilweise schonungslos offen. Ning und ihre Kolleginnen spielen mit den Klischees der rassistischen Vorurteile ihrer Kundinnen, reden konsequent über diese, analysieren sie und gewinnen so ein Stück Macht zurück, die ihnen die Gesellschaft außerhalb des Salons zu oft verwehrt. Dies nicht nur angesichts ihres Migrationshintergrunds, sondern auch in ihrer Rolle als Frau und aufgrund ihrer Klassenzugehörigkeit. So wird der Roman auch zu einer Erzählung über weibliche Selbstbestimmung- und Behauptung. All dies erzählt Thammavongsa in einem bissigen, unterhaltsamen Ton, der den Roman kurzweilig verfliegen lässt. Was bleibt, ist ein ungutes Gefühl, wie unsere Gesellschaft mit Biografien jenseits der Mehrheitsgesellschaft umgeht und wie wenig echtes Interesse diese an Menschen wie Ning hat, jenseits einer Dienstleistung.

  • MarieOn

    5/5

    13.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schroff und feinsinnig zugleich

    Sie alle tragen Namensschilder, auf denen Susan steht. Die Kunden können das besser aussprechen. Die Haare schulterlang, schwarze Hose, schwarzes T-Shirt. Es ist leicht, sie zu verwechseln, aber das macht nichts. Sie machen Maniküre, Pediküre, Facials, Waxing und Threading und sie hören sich Geschichten an. Die Leute erzählen ihre Ängste und Befürchtungen nicht ihrer Freundin, weil sie den schönen Schein wahren wollen, sie erzählen es nicht ihrer Therapeutin, weil die mitschreibt. Sie erzählen es dir, weil du niemand bist. Wenn Ning alias Susan auf dem Schemel vor den Kunden sitzt, glaubt man kaum, dass sie die Chefin ist, aber so ist es. Sie hat das Sagen. Sie kommt morgens als erste und geht als letzte, macht keinen Urlaub und wohnt über dem Laden in einem Ein-Zimmer-Appartement, das reicht ihr. Sie ist eine einköpfige Familie. Sie hätte es anders haben können, aber es hat sich nicht ergeben. Seit fünf Jahren steht sie jetzt auf eigenen Füßen. Davor stand sie im Boxring. Sie war gut, das spürte sie und das spürte auch Murch. Er hat ihr vieles beigebracht, aber sie glänzte mit Talent. Sie hat einige Gegnerinnen auf die Bretter geschickt. Hatte eine eigene Technik entwickelt. Immer auf den Punkt unterhalb des Halses oberhalb des Brustbeins geguckt, damit ihre Augen sie nicht verraten. Und dann hat Murch sie ausgespuckt. Danach fing sie bei Rachel in ihrem Bird-Spa-Salon an. Rachel war ätzend. Wenn eines der Mädchen zu spät kam, fragte sie, ob sie die ganze Nacht bei ihrem Freund war und machte diese Vor-zurück-Bewegungen mit ihrem Becken und der ganze Laden lachte. Und dann hat Rachel sie ausgespuckt. Fazit: Die laotisch-kanadische Dichterin und Autorin von ausgezeichneten Kurzgeschichten hat in ihrem Romandebüt einen Tag im Fingernagelstudio erzählt und dabei zahlreiche Botschaften eingefochten, um ein beeindruckendes Gesamtbild zu erschaffen. Die Protagonistin und Ich-Erzählerin schildert in lakonischem Ton ihren Alltag als Chefin ihres kleinen Studios. Ihre drei Mitarbeiterinnen und sie sind ein wir, äußerlich kaum zu unterscheiden. Ganz so, wie man sich in einem kommunistischen Land fühlt, in dem Individualität nicht förderlich ist. Durch die Gespräche mit den Kundinnen, die sich eine Behandlung leisten können, wird der Klassenunterschied hervorgehoben. Auch rassistischen Anfeindungen gibt die Autorin Raum und öffnet ein Bewusstsein für die kollektiven Minderwertigkeitsgefühle der „Mädchen“. Hinter Nings schroffer Fassade, die jede Form von Nähe ablehnt, steckt eine durch und durch gutmütige und hilfsbereite Persönlichkeit und eine, die ihre Bedürfnisse unterdrückt. Ning sieht und hört alles. Durch die vorherige Boxausbildung sind ihre Sinne stets geschärft und diese Eindrücke teilt sie mir in ihren Gedanken mit. Was für eine feinsinnige Erzählung, die auf etwas mehr als 200 Seiten ein umfassendes gesellschaftliches Bild kreiert. Das intensive Ende hat mir den Atem geraubt.

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