Neues vom internationalen Thriller-Star Ragnar Jónasson! Platz 1 Spiegel-Bestseller-Autor, erscheint in 36 Ländern, über 5 Millionen verkaufte Exemplare weltweit.
Helgi Reykdal hat sich als Kommissar bei der Polizei in Reykjavík etabliert, nachdem er die Nachfolge von Hulda übernommen hat. Jetzt wird er mit einem ungewöhnlichen Fall betraut: Die 70jährige gefeierte isländische Krimiautorin Elín S. Jónsdóttir ist spurlos verschwunden. Ist sie freiwillig untergetaucht oder steckt ein Verbrechen dahinter? Während Helgi in Elíns Vergangenheit nachforscht und dabei erstaunliche Ungereimtheiten entdeckt, kämpft er zugleich mit familiären Spannungen. Um sich davon abzulenken, nimmt er immer wieder Krimis seiner Lieblingsautorin Agatha Christie zur Hand und lässt sich davon inspirieren. Jónasson verwebt meisterhaft nordische Atmosphäre und subtile Spannung zu einem vielschichtigen Krimi. Ein Muss für Fans nordischer Kriminalliteratur – vom isländischen Bestsellerautor Ragnar Jónasson.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Göppingen
5/5
10.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Wieder ein Highlight
"Stille" ist der zweite Band aus der Reihe "Kommissar Helgi Reykdal ermittelt". Nachdem mir der erste Band ("Frost") so gut gefallen hatte, war ich nun sehr gespannt und hatte große Hoffnungen auf einen spannenden neuen Fall.
Im Mittelpunkt steht also wieder Kommissar Helgi Reykdal, der mit der Suche nach Elín S. Jónsdóttir beauftragt wird. Die Bestsellerautorin lebt inzwischen zurückgezogen und ist plötzlich spurlos verschwunden. Je mehr Helgi über sie und ihre Vergangenheit herausfindet, desto deutlicher wird, dass längst nicht alles so ist, wie es zunächst scheint. Ich fand die Ausgangslage unglaublich interessant, gerade weil Elín selbst Krimis geschrieben hat. Ausgerechnet jemand, der sein Leben lang Geschichten voller Geheimnisse erschaffen hat, wird nun selbst zum Mittelpunkt eines mysteriösen Falls. Das hat für mich einen ganz besonderen Reiz.
Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist der Aufbau. Die Handlung spielt auf mehreren Zeitebenen, die zunächst wenig miteinander zu tun zu haben scheinen. Während Helgi im Jahr 2012 ermittelt, erfahren wir durch ein Interview aus dem Jahr 2005 mehr über Elín und ihr Leben. Hinzu kommen Ereignisse aus den Jahren 1965 und 1976, die nach und nach ebenfalls an Bedeutung gewinnen. Ich liebe es, wenn ein Kriminalroman seine Hinweise nicht einfach auf dem Silbertablett serviert, sondern mich dazu bringt, die einzelnen Puzzleteile selbst zusammenzusetzen. Hier habe ich mich immer wieder gefragt, welche Verbindungen zwischen den verschiedenen Ereignissen bestehen und wann sich endlich das große Ganze erschließt. Gerade diese Ungewissheit hat mich beim Lesen bei der Stange gehalten.
Sehr gut umgesetzt wurde auch, dass Elín zwar selbst nicht aktiv am Geschehen teilnimmt, durch die unterschiedlichen Perspektiven aber trotzdem eine sehr präsente Figur ist. Je mehr ich über sie erfahren habe, desto neugieriger wurde ich auf ihre Geheimnisse. Gleichzeitig gelingt es Ragnar Jónasson, die einzelnen Handlungsstränge so miteinander zu verweben, dass sich nach und nach ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Einige Entwicklungen konnte ich erahnen, andere haben mich durchaus überrascht. Die Auflösung fand ich durchdacht und gelungen, weil sich die Hinweise rückblickend sinnvoll zusammenfügen.
Auch Helgi ist mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen. Nachdem ich bereits den ersten Band „Frost“ gelesen hatte, war es schön, ihn erneut bei seinen Ermittlungen zu begleiten. Ich mag seine engagierte Art und dass er trotz seiner persönlichen Schwierigkeiten versucht, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren. Denn auch privat läuft es für ihn alles andere als einfach. Die Probleme mit seiner Ex-Freundin bringen zusätzliche Unruhe in sein Leben und sorgen dafür, dass nicht nur der eigentliche Kriminalfall Raum bekommt. Gerade diese persönlichen Einblicke machen Helgi für mich greifbarer und geben der Geschichte eine zusätzliche emotionale Ebene. Besonders die Verbindung zur früheren Ermittlerin Hulda fand ich interessant, da ihre Geschichte für mich noch einmal eine ganz eigene Tragik mitbringt.
Die Atmosphäre ist typisch Ragnar Jónasson: kühl, melancholisch und stellenweise beinahe bedrückend. Ich hatte beim Lesen immer wieder dieses Gefühl von Einsamkeit und unterschwelliger Unruhe, das so gut zu einem isländischen Krimi passt. Der Schreibstil ist klar und unaufgeregt, wodurch die Geschichte fast schon nüchtern wirkt. Für mich ist genau das aber eine der großen Stärken des Autors. Er überlässt es den Ereignissen, den Figuren und den Geheimnissen, Spannung zu erzeugen, anstatt jede Szene künstlich dramatisch aufzubauen. Die kurzen Kapitel und die wechselnden Zeitebenen haben zusätzlich dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.
Insgesamt ist „Stille“ ein atmosphärischer, clever konstruierter Kriminalroman, der nicht auf große Action angewiesen ist, um den Leser in seinen Bann zu ziehen. Wer gerne miträtselt, langsam aufgedeckte Geheimnisse liebt und sich auf eine düstere, melancholische Atmosphäre einlassen möchte, sollte Helgi unbedingt eine Chance geben. Ich bin gespannt auf Band drei.
Bewertung
4/5
14.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Atmosphärischer Kriminalfall
Isländische Krimis haben ein ganz besonderes Flair, dem ich mich meist nicht entziehen kann, und Ragnar Jónasson steht schon immer ganz oben auf meiner Must-Read-Liste. Natürlich musste ich deshalb auch „Stille“ von Ragnar Jónasson, erschienen bei btb und übersetzt von Anika Wolff, sofort nach Erscheinen lesen.
Die Erzählweise isländischer Kriminalromane ist eher langsam, und so startet auch „Stille“ gemächlich. Eine bekannte isländische Krimiautorin wird von ihren Freunden als vermisst gemeldet, doch ihre Verlegerin wünsch, dass die Presse möglichst keinen Wind davon bekommen. Kommissar Helgi Reykdal, Huldas Nachfolger auf dem Polizeirevier, selbst ein großer Fan von Kriminalromanen, übernimmt die Ermittlungen.
Mit dem Kommissar Helgi erschuf Ragnar Jónasson, wie schon mit Hulda, einen komplexen Helden mit einer hochinteressanten Hintergrundgeschichte. Helgi hat sich vor Kurzem von seiner gewalttätigen Lebenspartnerin getrennt, und noch immer hat die häusliche Gewalt, unter der er als Mann gelitten hat, tiefe Spuren hinterlassen. Dabei ist Helgi ein äußerst sympathischer und empathischer Ermittler, dem ich gerne über die Schulter schaue. Wie in jedem isländischen Kriminalfall bekomme ich auch tiefe Einblicke in Helgis Privatleben, was ich mich sehr fesselte.
Der Spannungsbogen wurde vom Autor gut angelegt. Immer wieder eingeschobene Interview-Transkripte mit der verschollenen Autorin machen mich neugierig, und so wollte ich unbedingt hinter das Geheimnis ihres Verschwindens kommen. Immer wieder wob der Autor auch Hulda in die Storyline ein, die rund um einen Bankraub 1975 ermittelt. Dies alles sind Zutaten, die mir sehr gefallen. Allerdings gibt es dabei auch ein großes ABER von mir. An vielen Stellen erzählte Ragnar Jónasson für meinen Geschmack etwas zu breit. Leider erschloss sich auch für mich nicht der Zusammenhang zu den Ermittlungen von Hulda im Jahre 1975. Klar, dieser alte Fall hatte Bezug zum Jetzt, jedoch nicht Huldas Arbeit an ihm.
Sehr gut gefallen hat mir Helgis privates Spannungsfeld. Ich konnte seine Angst vor seiner ehemaligen Lebensgefährtin spüren und auch, wie sich die Bedrohungslage immer mehr verschärfte. Den Aspekt, dass ein Polizist selbst, noch dazu als Mann, Opfer häuslicher Gewalt wurde, und die Scham, die damit bei Helgi einherging, konnte ich fühlen. Aus diesem Grund, und noch dazu wegen des wirklich fiesen Cliffhangers am Ende, werde ich natürlich auch zum nächsten Band dieser Reihe greifen, auch wenn es nicht der stärkste Krimi des Autors war.
Mit 3,5 von 5 Sternen bescherte mir „Stille“ trotzdem spannende und atmosphärische Lesestunden, auch wenn ich ab und an das Tempo in der Storyline ein klein wenig vermisste.
Lena
aus Köln
4/5
30.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Unaufgeregte Spannung mit einem soliden Kriminalfall bei kalter, melancholischer Stimmung
Helgi Reykdal übernimmt die Ermittlungen in dem Fall um die verschwundene Autorin Elín S. Jónsdóttir, die in Island für ihre zehnteilige Krimireihe bekannt ist und sich vor einigen Jahren zur Ruhe gesetzt hatte. Sie wurde vermisst gemeldet, nachdem sie eine etablierte regelmäßige Verabredung nicht eingehalten hatte. Nach den ersten Befragungen gibt es keine Hinweise auf ihren Verbleib. Helgi steht unter Druck, herauszufinden, was mit ihr passiert ist, bevor die Presse davon erfährt. Je tiefer Helgi, der selbst ein Faible für Kriminalromane hat, in das Leben der bekannten Schriftstellerin eintaucht, auf desto mehr Ungereimtheiten stößt er. Tatsächlich scheint ihr Leben noch rätselhafter zu sein, als die Geschichten in ihren Büchern.
Neben den schwierigen Ermittlungen hat Helgi auch mit privaten Problemen zu kämpfen, nachdem seine gewalttätige Ex-Freundin ihn nicht in Ruhe lässt.
"Stille" ist nach "Frost" Band 2 der isländischen Krimireihe um Kommissar Helgi Reykdal, der den Posten von Hulda Hermannsdóttir übernommen hat und mit der Lösung des Falls um die vermisste Autorin sein Können unter Beweis stellen möchte.
Der Roman handelt auf mehreren Erzählebenen, wobei Helgis Perspektive im November 2012, seine Ermittlungen, aber auch seine private Seite im Vordergrund stehen. Unterbrochen wird seine Sicht durch ein im Jahr 2005 geführtes Interview einer Journalistin mit Elín Jónsdóttir, das Aufschluss über ihre Persönlichkeit und ihr Wirken gibt. Daneben gibt es Rückblenden in die Jahre 1965 und 1976, einen unglücklich verlaufenen Banküberfall und die späteren Ermittlungen von Hulda.
Die Geschichte wird damit unerwartet vielschichtig, ohne den Fokus zu verlieren. Spannend ist, wie die Kriminalfälle aufgeklärt werden, aber auch, wie die einzelnen Handlungsstränge verknüpft werden. Der rätselhafte Aufbau und die kurzen Kapitel sorgen für einen anhaltenden Lesesog.
Die Stimmung ist passend zu einem Island-Krimi melancholisch und kalt. Neben der winterlichen Witterung tragen die tragischen Schicksale, Einsamkeit und Verletzlichkeit der Personen dazu bei.
Wie von Ragnar Jónasson gewohnt, wird die Geschichte unaufgeregt erzählt, erzeugt aber dennoch ihre Wirkung. Einzelne Aspekte des Plots können erahnt werden, andere werden erst am Ende verknüpft und führen zu einer schlüssigen Lösung, die im Hinblick auf den Vermisstenfall keine Fragen offenlässt, aber in Bezug auf Helgis privates Problem bereits einen dritten Band erwarten lässt.
Harakiri
aus Ostalb
5/5
18.09.2026
eBook (ePUB)
Pageturner
Eine berühmte Krimiautorin verschwindet spurlos. Keiner ihrer Freunde hat sie in den letzten beiden Wochen gesehen. Normalerweise kein Fall für Kommissar Helgi Reykdal, aber sein Chef will den besten Mann der Polizei aufbieten, weil er sonst Gerede befürchtet. Aber Helgi ist gerade etwas abgelenkt: seine Ex-Freundin terrorisiert und stalkt. Alles andere als leichte Voraussetzungen.
Das Buch spielt auf mehreren Ebenen: 1965, 1975-1978, 2005 und 2012. Erst einmal stellt das den Leser vor eine Herausforderung: alle Stränge zu jonglieren und dabei nicht verloren zu gehen. Aber wenn der Autor das schafft, dann auch der Leser. Und tatsächlich führen die Fäden am Ende auch passend zusammen. Respekt – ich hätte mir nicht vorstellen können, wie Jonasson das gelingt.
Auch ein Wiedersehen mit Hulda gibt es. Vermutlich mag der Autor doch nicht ganz von ihr lassen, was ich verstehen kann. Helgi weiß um das Verschwinden von Hulda und hofft, dies nebenbei aufklären zu können. Besonders schön finde ich auch seine Liebe zu Büchern.
Jonassons Schreibstil ist gewohnt unaufgeregt und dennoch fesselnd. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Das Ende hat mir dann glatt die Sprache verschlagen (wobei ich böse Vorahnungen hatte) und ich hoffe, dass wir nicht lange auf den nächsten Band der Reihe warten müssen.
Fazit: wieder ein toller Plot, wie ihn nur Jonasson kann. Und: Wer die Hulda-Trilogie gelesen hat, weiß mehr während des Lesens. Also unbedingt vorher lesen.
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