»Wer den politischen Riss unserer Zeit verstehen will, muss ›Im Land der Wölfe‹ lesen. Elsa Koesters Roman zeigt die Konflikte besser als jedes Sachbuch.« (Thomas Wagner, Die WELT)
Grenzlitz, eine vom Wahlkampf erhitzte Stadt am Rand von Sachsen: Nana will als Coach Katja Stötzel, die Kandidatin der Zukunftsgrünen, stärken. Doch sie wird auf Distanz gehalten. Verständnis findet sie bei einem von ganz rechts, Falk Schloßer. Als sich die Situation zuspitzt und überhaupt alles zu eskalieren scheint, muss sie sich entscheiden: Auf welcher Seite stehe ich eigentlich? Wer meint es ernst mit der Menschlichkeit?
»Im Land der Wölfe« ist ein literarischer Grenzgang. Authentisch und in überzeugender Sprache wird die Geschichte vom aufkommenden Faschismus in einer Kleinstadt ganz im Osten Deutschlands erzählt. Ein Kampf jeder und jedes Einzelnen um Anerkennung und Hoffnung, und als Waffen dienen die Kränkungen der vergangenen dreißig Jahre.
»Elsa Koesters raffinierter Roman ›Im Land der Wölfe‹ schiebt die politischen Perspektiven so gekonnt ineinander, dass am Ende so etwas wie heilsame Verwirrung entsteht.« Paul Jandl, NZZ
»Elsa Koester erzählt, wie Faschismus heute entsteht. Ihr Buch ist ein Flirren, es reißt mit, saugt ein. Es erklärt dir nicht, warum du mitmachst. Es lässt dich fühlen. Das ist schmerzhaft und das ist nötig, um die Gefahr zu verstehen.« Daniel Schulz (Autor und Journalist)
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Literatursprechstunde
aus Göttingen
5/5
07.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Rechts? Links? Mitte? Menschlichkeit!
Wie entwickelt sich die politische Gesinnung der Menschen? Warum driften manche nach rechts, andere eher nach links? Elsa Köster spürt dem Ganzen nach in ihrem Buch „Im Land der Wölfe“. Schauplatz ist eine Stadt im Osten Sachsens, die zwar fiktiv ist, aber dennoch viele Parallelen zur Realität hat.
Die Story dreht sich rund um eine Bürgermeisterwahl in dem fiktiven ostdeutschen Ort Grenzlitz. Konfliktpotential bergen Themen wie Migrationspolitik und Geschlechtsidentität.
Der rechte Politiker Paul Witte hadert mit seiner Konkurrenz, der Grünenkandidatin Katja Stötzel. Wittes Unterstützer Falk gerät zunehmend in Auseinandersetzungen mit der Grünen Wahlkampfcoachin Nana, die im Roman auch als Erzählerin fungiert.
Die Autorin Elsa Köster stellt explizite, kritische Fragen, die ein ausgewogenes Maß von Rationalität haben, aber ebenso die Bedeutung von Gefühlen hervorheben.
Vor allem hat mir die Subtilität gefallen, mit der Köster den Wahlkampf zwischen den „rechten Blauen“, den „Zukunftsgrünen“ und „Linkspinken“ darstellt.
Solch pikante Thematiken lösen schnell mal Wut, Verzweiflung und Ohnmachtsgefühle in einem aus, da man denkt einem selbst seien die Hände gebunden. Also was kann man nun tun ? Mir hat „Im Land der Wölfe“ bewusst gemacht, wie wichtig ein Blick auf unseren gesellschaftlichen Wandel und die Beschäftigung mit Politik ist. Nur wer informiert ist, kann klar Stellung beziehen und sich auf eine (politische) Seite schlagen. Was aber jede*r von uns tun kann: der Menschlichkeit huldigen, in allen Lebenslagen - seien sie politisch oder nicht. Denn eins ist klar, was auf der politischen Schaubühne gerade so alles passiert, ist oft fernab vom Menschlichen. Danke Elsa Köster für den nötigen Anstoß, sich noch mehr mit den Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen und dabei immer die Menschlichkeit im Blick zu behalten!
Lesenswege
5/5
30.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Am Rand
Elsa Koester ist stellvertretende Chefredakteurin bei der Wochenzeitung Der Freitag. 2019 verbrachte sie beruflich eine Woche in Görlitz. Ihre Beobachtungen dort inspirierten sie zu diesem sehr lesens- und nachdenkenswerten Roman.
Nana lebt in Berlin, sie ist Coach und kommt jetzt in die fiktive sächsische Stadt Grenzlitz an der deutsch-polnischen Grenze, um dort Katja Stölzer zu coachen, die Bürgermeisterkandidatin der Zukunftsgrünen. Denn in Grenzlitz sind demnächst Wahlen, und die Zukunftsgrünen, die Konservativen und die Blauen sind in etwa gleichauf.
Stölzel und ihre Parteifreunde geben sich allerdings wenig kooperativ, man könnte auch sagen, sie mauern. Das mag daran liegen, dass Nana nicht aus Sachsen kommt und das Terrain nicht kennt. Weiß sie überhaupt, mit wem sie es hier zu tun hat? Sie versucht eine Annäherung, kommt mit den Leuten ins Gespräch und hört sich an, was sie bewegt. Eine dieser Personen ist Falk Schloßer, rechte Hand des Spitzenkandidaten der Blauen, der wie Katja in Grenzlitz aufgewachsen ist. Man kennt sich und hat im Alltag miteinander zu tun. Aber über das Private hinaus mit den Blauen reden? Kommt das beim Wähler richtig rüber? Ja, sagt die Coachin. Man muss doch den politischen Gegner kennen und wissen, wie der tickt, damit man ihm begegnen kann.
Gegen ihren Willen und ihre Überzeugung fühlt Nana sich zu Schloßer hingezogen. Das ist ihr selbst suspekt, doch da ist etwas in beider Vergangenheit, das sie gegenseitig anzieht, denn sie haben ähnliche Erfahrungen gemacht.
Von Nanas Vergangenheit erzählt der Roman in einer parallelen Handlung. Nana tauscht E-Mails aus mit ihrem Bruder Noah, der jetzt aber lieber ihre Schwester sein möchte. Damit kommt Nana nicht klar. Noah war ihr Beschützer, ihr Kümmerer, wenn die heimwehkranke und psychisch angeschlagene Mutter dazu nicht in der Lage war. Diese Rolle will er jetzt nicht mehr. Doch damit will Nana sich nicht auseinandersetzen, denn dann kommt raus, das Noah sich nicht in jeder Hinsicht gut gekümmert hat. Zuerst war mir nicht klar, warum die Autorin mit Noah das Thema der Gender-Identität aufmacht, da sie dieses bereits bei einer anderen Person einfließen lässt. Dort ist das für Nana völlig in Ordnung, aber bei Noah hat sie Schwierigkeiten, es anzunehmen. Toleranz kann bröckelig werden, wenn man persönlich involviert ist. Ich vermute, dass EK diesen Punkt illustrieren möchte.
Nana ist anders, als ich mir einen Coach vorstelle. Sie wirkt auf mich wenig gefestigt und könnte zuweilen selbst Coaching vertragen. Unklar ist mir, warum und wie sie eine Person unterstützen möchte, die den Eindruck vermittelt, das gar nicht zu wollen. Die Schlüsselfigur in diesem Roman ist Falk Schloßer. Als Justizvollzugsbeamter hat er einen sicheren Beruf, als Langzeitsoldat mit Auslandseinsätzen hat er über den heimischen Tellerrand geblickt, und als getrennt lebender Vater weiß er um die Notwendigkeit von Absprachen und Kompromissen. Er ist nicht gesellschaftlich abgehängt. Warum also ist er bei den Blauen? Er ist intelligent, hat gute Umgangsformen, ist sprachlich eloquent, kann eine Argumentationskette aufbauen. Das sind Eigenschaften, die er auch in den Dienst einer anderen Partei stellen könnte, z. B. den der Zukunftsgrünen. Welcher Punkt im Leben entscheidet darüber, wo wir uns politisch verorten, welche Haltungen wir einnehmen? Nana und Falk haben vergleichbare Kindheitserfahrungen gemacht, vermutlich fühlen sie in bestimmten Belangen ähnlich, haben auch ähnliche Eigenschaften, trotzdem sind sie ideologisch extremst auseinander. Wo ist der Kipppunkt im Leben? Das ist eine der zentralen Fragen des Romans.
Lösungsvorschläge bietet EKs Roman nicht an. Er zeigt aber auf exemplarische Weise auf, wie sich eine Gesellschaft aufheizen kann, wenn Haltungen in zentralen Fragen auseinanderdriften und wenn es keine eindeutigen Mehrheiten mehr gibt. EK hat einen sehr treffenden Roman zur Zeit geschrieben, durch den ich mich am Anfang etwas durchbeißen musste, der mich dann aber auf eine Art absorbiert hat, dass ich mich bei der Lektüre wie eine Person im Geschehen fühlte.
Bewertung
aus Villach
5/5
26.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Auseinandersetzung mit den anderen
Nana fährt schwer begeistert von Berlin in den Osten, nach Grenzlitz, am letzten Rande von Sachsen, um die Spitzenkandidatin der Zukunftsgrünen für die Oberbürgermeisterwahl zu coachen. Katja Stötzels Chancen stehen gut, dass sie Erste wird – nur ein paar Prozentpunkte fehlen. Dem kleinen fiktiven Ort an der Grenze zu Polen droht, dass dieser künftig von den Rechten regiert wird. Es ist ein Wahlkampf zwischen den Zukunftsgrünen, den Konservativen und den weit rechtsstehenden Blauen - und die Blauen sind im Vormarsch. Die Blauen, mit ihrem Blick in die Vergangenheit – alles was einmal gut war und nicht mehr gut ist. Die Zukunftsgrünen, mit Blick in die Zukunft – mit allem, was den Ort für alle und die Umwelt besser machen kann.
Nana ist zunächst fasziniert von Katja, wird dann aber innerhalb der Partei außen vorgelassen. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als mit den Bewohner*innen von Grenzlitz ihre Zeit zu verbringen und mit ihnen zu sprechen, sich ihre (politischen Meinungen) anzuhören: etwa die Kaffeehausbesitzerin oder Erik und Migrant*innen. Besonders angetan hat es ihr Falk Schloßer, einer aus der blauen Partei. In den Gesprächen mit ihm stellt sie fest, welche Sorgen ihn umtreiben und warum er daher für die Blauen einsteht.
Ein zweiter Erzählstrang, in E-Mailform, handelt davon, wie Nana aufgewachsen ist: die Rede ist von der alkoholkranken Mutter und dem Bruder Noah, der auf sie aufgepasst hat, weil die Mutter dazu teilweise nicht in der Lage war. Jetzt möchte der große Bruder nicht mehr stark und ein Held sein, er möchte überhaupt kein Mann mehr sein.
Der Roman zeigt auf, wie die Auseinandersetzung mit den Rechten geführt werden kann. Der Roman findet keine Lösung, zeigt jedoch mögliche Formen der Auseinandersetzung auf. Zum Großteil habe ich den Roman genossen, passagenweise konnte er mich aber nicht einfangen, zum Teil weil die Protagonist*innen der einzelnen Parteien zu stereotyp dargestellt wurden. Trotzdem sollte man den Roman lesen, weil ich aktuell solche Auseinandersetzungen für essentiell halte.
Bewertung
5/5
09.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Brandaktuelles Thema literarisch sehr gut ausgearbeitet
Und in was für einen Osten! Diese Balken, diese dicken blauen Balken. Jeden Tag wachsen sie drüben in Sachsen, länger als alle anderen blauen Balken der Republik.«
Inmitten dieser Spielwiese der Blauen gibt es ein kleines grünes Fleckchen Hoffnung, das es zu unterstützen gilt, denkt sich Nana und fährt Hals über Kopf aus Berlin nach Grenzlitz, um die dortige Oberbürgermeisterkandidatin der Zukunftsgrünen zu coachen. Denn Katjas Chancen, die Blauen um Paul Witte zu schlagen, stehen nicht schlecht, hier in der Kleinstadt an der polnischen Grenze. Doch man hält Nana auf Abstand und so macht sie sich auf, die Menschen dort kennenzulernen, die Dagebliebenen, die Zurückgekehrten, die Migranten und Falk Schloßer, eine aus Wittes Truppe. Ausgerechnet von ihm erfährt sie von den Sorgen der Menschen von Ort und fühlt sich auch noch zu ihm hingezogen.
In der B-Story erfahren wir von Nanas eigenen Problemen und warum sie Berlin verlassen hat. Nachdem ihr Bruder Noah ihr offeriert hat, kein Mann mehr sein zu wollen und von ihr Verständnis und Begeisterung erwartet hat, kam es zum Zerwürfnis. In vielen E-Mails zeichnet Noah die Kindheit der beiden nach, ein kaputtes Elternhaus, Nanas Weg zur Antifa. Auch hier lauern viele Missverständnisse, die Nana erst jetzt allmählich versteht.
Elsa Koester, die stellvertretende Chefredakteurin des Magazins ›Der Freitag‹, hat einen vielschichtigeren Roman geschrieben, als es der Klappentext verspricht. Es wäre blauäugig zu erwarten, dass er Lösungen für das politische Desaster im Osten liefern könnte. Aber er zeigt viele Alltagsszenen, die durchaus schlüssig die aktuelle Stimmung widerspiegeln, macht auf einige Probleme aufmerksam, die typisch für die neuen Bundesländer sind. Von der »Das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht« Mentalität bis zu »Wir-lassen-uns-nicht-unterkriegen«. Und wer hört schon auf eine aus Berlin. Ausgerechnet Berlin, da wo man Politik für die anderen macht, aber nicht für Menschen wie in Grenzlitz. Menschen, die sich alleingelassen fühlen, die sich nicht nur wie am Rand von Sachsen fühlen, sondern wie am Rand der Welt. Wirtschaftlich abgehängt, verlassene Innenstädte, Verrat nicht erst zu Zeiten der Wende. Vergangenheit und Gegenwart werden hier aufgespürt und verbunden. Aber gibt dieser Roman nun eine Antwort auf die Frage, wie Faschismus im Osten Deutschlands entsteht? So zumindest die Behauptung im Klappentext. Meines Erachtens nein. Dazu ist das Problem viel zu vielschichtig. Was ich aber durchaus gespürt habe, sind die stetigen Bedrohungen, die Machtdemonstrationen, die Einschüchterungsversuche.
Gerade mit Schloßer ist Koester eine interessante, streitbare Figur gelungen, der treusorgende Familienvater, der sein eigens Päckchen zu tragen hat, und sich um die Gemeinschaft kümmert. Wenn es aber darum geht, Angst und Hass zu verbreiten, ist er in vorderster Reihe dabei. Nun gut, wir kennen die verdrehte Argumentation.
Auch Noahs Geschichte, die die Kindheit der Geschwister beleuchtet, hat mich durchaus gefesselt. Allerdings drängt sie sich in der zweiten Hälfte des Buches immer mehr in den Vordergrund, so dass die heiße Phase des Wahlkampfes in den Hintergrund rückte. Zwar verbindet sich alles, weil letztlich auch alles zusammenhängt, aber der Fokus geht von der laut Klappentext zu erwartenden Geschichte verloren.
Ein heißes, brandaktuelles Thema, dem sich die Autorin hier gewidmet hat. Ich habe in vielen Szenen die momentane Stimmung gespürt, die auch mir tagtäglich entgegenschlägt. Auch sprachlich hat mich Koester absolut begeistert.
Wie schon gesagt, Lösungen zu erwarten, wäre zu vermessen, aber es gibt Möglichkeiten und Wege, die Koester auch anspricht. Nicht zuletzt geht es darum, miteinander zu reden, zuzuhören, die Menschen mit ihren Sorgen und ihrer Vergangenheit zu verstehen, das Richtige für sie zu tun. Unsere persönlichen Probleme werden sich immer in den Vordergrund drängen, genau wie im Buch, allzu gern möchten wir davonlaufen, die Augen davor verschließen, »die anderen« die anderen sein lassen, doch genau das hat uns dahin geführt, wo wir jetzt in diesem Land stehen. Wenn auf die Politik kein Verlass mehr ist, sind wir Menschen gefragt.
Großer Lesetipp, vor allem für die »Wessis«, um die Gräber nicht noch größer werden zu lassen.
Rebecca O.
5/5
28.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hochaktuelles Thema, gut verpackt
Nana hat einen Auftrag. Als Coach reist sie durch die Republik und diesmal hat es sie von ihrer neuen Heimat Berlin in die sächsische Kleinstadt Grenzlitz verschlagen. Dort möchte sie Katja Stölzel unterstützen, die als Kandidatin der Zukunftsgrünen als Bürgermeisterin kandidiert. Die Grünen im Osten sind chancenlos? Nicht in Grenzlitz. Katja hat durch ihre zupackende Art geschafft, was bisher keiner ihrer Partei geschafft hat: sie hat in den Umfragen fast 30% erreicht. Doch noch mehr Stimmen gehen an die Blauen. Nana versucht, in den Dialog mit Falk Schloßer, dem Wahlkampf-Marketingleiter der Blauen, zu treten, um Anknüpfungspunkte zu finden – doch der weicht keinen Millimeter von seiner Meinung ab. Die Gemüter sind erhitzt und kurz vor der Wahl kochen die Emotionen über.
Von Elsa Koester habe ich bereits ihren Debütroman gelesen, der mich sehr bewegt hat. Umso mehr war ich nun auf ihr neues Werk gespannt. Bereits der Titel und das Cover machen neugierig. Der Wolf als Metapher ist sehr gut gewählt und spielt nicht nur metaphorisch eine Rolle. Aktuell sieht man in Deutschland die Tendenz zum Rechtsruck. Genau mit diesem Thema beschäftigt sich dieser Roman. Doch nicht nur, er ist noch vielschichtiger. Identität, die eigene Wahrnehmung, die oft von der Fremdwahrnehmung abweicht, gesellschaftliche Kritik und die Anregungen zum eigenen Nachdenken ohne Dinge einfach nur nachzuplappern sind nur einige der Themen. Zum eigentlichen Plot wird immer wieder ein E-Mail-Wechsel und Dialog mit Nanas Bruder Noah eingebaut, der viel von Nanas Vergangenheit enthüllt, eingeschoben. Das hat mir besonders gut gefallen. Sprachlich sehr authentisch, liest sich der Roman absolut flüssig. Die Charaktere sind sehr interessant gezeichnet und auch nicht zu klischeebehaftet. Bei vielen Szenen mit Falk und den Blauen musste ich immer wieder mit dem Kopf schütteln über Verbohrtheit und vor allem falsch verstandenen Patriotismus, der schon radikale und gewalttätige Züge annimmt. Warum Nana sich darauf einlässt, konnte ich nur teilweise verstehen. Grundsätzlich blieben mir Nanas Motive oft eher verborgen. Was ich abschließend aber sagen kann ist, dass dieses Buch zwar nicht eindeutige und vorgekaute Antworten liefert, aber genau dieses Selbstdenken-Fördern war es, was mir besonders zugesagt hat. 4,5 Sterne
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