Produktbild: Komm mit mir

Komm mit mir Kriminalroman

2

21,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

40318

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

15.04.2026

Verlag

Polar Verlag

Seitenzahl

267 (Printausgabe)

Dateigröße

1023 KB

Übersetzt von

Andrea Stumpf

Sprache

Deutsch

EAN

9783910918474

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Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.0
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Verkaufsrang

40318

Erscheinungsdatum

15.04.2026

Verlag

Polar Verlag

Seitenzahl

267 (Printausgabe)

Dateigröße

1023 KB

Übersetzt von

Andrea Stumpf

Sprache

Deutsch

EAN

9783910918474

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  • Christian1977

    aus Leipzig

    5/5

    05.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Verletzte Seelen

    Karfreitag, 1988: Wieder einmal hat Kleinstadt-Pastor Cap zu viel Alkohol getrunken. Der Kopf schmerzt, die Augenringe sind tief. Und dann machen auch noch diese verdammten Krähen einen solchen Lärm. Schwerfällig bewegt er sich nach draußen - und ist geschockt. Denn die Vögel kreisen nicht umsonst hinter seinem Haus. Auf dem Boden liegt eine blutüberströmte Leiche... "Komm mit mir" ist der neue Kriminalroman von Samuel W. Gailey, der in der Übersetzung aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf im Polar Verlag erschienen ist. Die größte Überraschung daran ist, dass der Roman erstaunlich zärtlich geraten ist. Einerseits für Gailey, bei dem es im Vorgänger "Tiefer Winter" sprachlich und inhaltlich offenbar deutlich gewaltvoller zuging. Aber auch für den Polar Verlag, der in seinen Noirs und Hardboiled-Krimis auch vor expliziten Darstellungen nicht zurückschreckt. Dennoch passt auch "Komm mit mir" gut in das Programm des Stuttgarter Independent-Verlags, der sich schon seit einigen Jahren auf literarisch anspruchsvolle Kriminalliteratur mit gesellschaftspolitischem Hintergrund spezialisiert hat. Im Mittelpunkt des neuen Buches stehen Pastor Cap und die stumme Tess, die gut zwei Wochen vor dem Fund der Leiche in Walnut Creek angekommen ist und als Fremde für gehörigen Wirbel im Städtchen sorgt. Zwischen den beiden Hauptfiguren entwickelt sich nach und nach ein Vertrauensverhältnis, das Gailey hervorragend zeichnet. Ohnehin sind es die Figuren, die aus dem eher konventionellen Krimiplot einen sehr guten Gesellschaftsroman machen. Ob Teenager Butch, die gehörnte Ehefrau Maggie oder der tragische Sheriff Lester - sie alle sind verletzte Seelen und zugleich das Herz von Walnut Creek und das Herz des Romans. Der Autor nähert sich diesen Charakteren mit Verständnis und Zärtlichkeit, die sich unmittelbar auf die Leser übertragen. Die stärkste Figur ist dann aber tatsächlich Cap. Ich fand es äußerst berührend, wie er der krebskranken Frau des Sheriffs Mut zuspricht. Wie er dem 14-jährigen Butch den Rücken stärkt, wenn dieser mal wieder von Klassenkameraden verprügelt wird. Wie er Tess nach und nach die Angst nimmt und sie in die durchaus schwierige Gesellschaft integriert. Der Pastor in tiefer Glaubenskrise ist ein Protagonist, der noch lange in Erinnerung und in den Herzen bleibt. Stark auch, wie sich Schritt für Schritt das gesellschaftliche Panorama von Walnut Creek entfaltet. In glaubhaften Dialogen zeigen sich nicht nur die jeweils individuellen Sorgen und Probleme der Figuren, sondern es wird auch erst nach und nach aufgedeckt, worin eigentlich das Verhältnis zwischen ihnen besteht. Auch der Spannungsbogen ist bemerkenswert und wird konstant hochgehalten. Ständig hat man als Leser die Leiche aus dem Prolog in Erinnerung und fragt sich, um wen es sich wohl handelt und was genau passiert ist. Zudem sorgt Samuel W. Gailey auch sprachlich für die passende Atmosphäre. Anders als in vergleichbaren Noirs gibt es in "Komm mit mir" keinen Dauerregen. Stattdessen liegt Walnut Creek um das gesamte Osterfest herum unter einem gewaltigen Schneehimmel. Tiefer Winter also, um noch einmal an den Vorgänger zu erinnern. Es ist bemerkenswert, wie es Gailey trotz dieser Schneemassen gelingt, dass das Buch eigentlich durchgehend so etwas wie Wärme ausstrahlt. In dieser Zugewandtheit zu seinen Figuren in Verbindung mit dem Flair der amerikanischen Kleinstadt erinnert "Komm mit mir" an die starken literarischen Momente eines Stephen King. Etwas bedauerlich fand ich, dass dem Buch ausgerechnet im letzten Viertel ein wenig die Puste ausgeht. Tess wird zu einer Art Beichtschwester, die sich von der ganzen Stadt die intimsten Geheimnisse anhören muss - und dadurch zugleich zu einer Bedrohung der anderen Figuren, weil sie von fast jedem gewisse Dinge weiß. Und das Finale wirkt dann doch recht gefällig, als würde Gailey seinen Charakteren - und natürlich auch der angespannten Leserin - nicht wirklich weh tun wollen. Mir persönlich war die Auflösung zu glatt. Ein kleiner Wermutstropfen eines ansonsten wirklich starken Romans, der mit seinen 280 Seiten eine gelungene Mischung aus Krimi und Gesellschaftsroman ist und eine breite Leserschaft ansprechen sollte. Und zwar auch diejenigen, denen die Krimis aus dem Polar Verlag sonst eine Spur zu hart sind. 4,5/5

  • Eternal-Hope

    aus Österreich

    4/5

    11.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Krimi Noir zum Wohlfühlen

    "Komm mit mir" ist für mich der zweite Krimi Noir des US-amerikanischen Autors Samuel W. Gailey. Davor habe ich "Tiefer Winter" gelesen. Außerdem gibt es im Polar-Verlag als erstes übersetztes Werk des Autors "Die Schuld", den ich aber nicht kenne. Kurz ein paar Worte zum Vergleich mit "Tiefer Winter" für jene, die dieses Buch ebenfalls gelesen haben: zwar spielen beide Krimis in einer ähnlichen Gegend und sogar Danny, der in "Tiefer Winter" eine tragende Rolle hat, kommt in "Komm mit mir" wieder vor, sodass es einige liebenswerte Verknüpfungen zwischen den beiden Büchern gibt, an denen Fans des Autors sich erfreuen können. Doch von der Grundstimmung her ist dieses neue Buch ganz anders. War "Tiefer Winter" wirklich ein Noir, wie er im Buche steht, voll von dunkelster Finsternis, derber Sprache und extremer, in allen Details geschilderter Gewalt, so ist "Komm mit mir" von einer viel helleren, leichteren Atmosphäre geprägt. Ja, natürlich gibt es ein Leicheln und ein Rätseln um die Hintergründe, sonst wäre es kein Krimi. Und wieder gibt es einen Anspruch, der weit über reine Unterhaltung hinausgeht und ein differenziertes Bild einer ländlichen amerikanischen Gemeinde zeigt, in der niemand so wirklich vom Schicksal verwöhnt wurde. Genau das macht die authentisch gezeichneten Figuren durchaus sympathisch und man kann mit fast allen mitfühlen. Da gibt es Cap, Sohn eines Priesters und nun selbst Priester, was er eigentlich gar nicht werden wollte, doch ein tragischer Schicksalsschlag hat seinen Weg in diese Richtung gelenkt und nun gibt er sich Mühe, zwar selbst nicht sonderlich gläubig, aber doch mit Menschenliebe und Mitgefühl ausgezeichnet, für seine Gemeindemitglieder da zu sein. Er lebt alleine, bis er im Wald die stumme junge Frau Tess aufsammelt, die bei einem Unfall fast gestorben wäre und vor irgendetwas zu fliehen scheint. Gut befreundet scheint Cap mit Maggie zu sein, die sich mit ihrer eher distanzierten Ehe mit Wade arrangiert hat und deren Sohn Butch mit Pubertät und Außenseitertum kämpft. Immerhin scheint sie es zumindest oberflächlich betrachtet noch besser erwischt zu haben als ihre Schwester Robin, deren Säufergatte arbeitslos noch das letzte Geld durchbringt, gewalttätig ist und die dabei noch unzählige kleine Kinder zu versorgen hat. Und noch weitere Menschen leben im Örtchen Black Walnut, etwa der Sheriff Lester und seine krebskranke Frau Bonnie... Alle Figuren sind authentisch und in einer Tiefe gezeichnet, wie es für einen Kriminalroman selten ist. Für mich standen beim Lesen die Beziehungen der Menschen und ihre Entwicklung weit mehr im Vordergrund als die Frage, was es nun mit der ganz am Anfang erwähnten Leiche auf sich hat. Dabei war das Buch aber durchgehend unterhaltsam geschrieben und stellt, neben der offensichtlichen Frage nach dem Mord und dem Mörder, viele weitere auf der gesellschaftlichen Ebene: wie kommt es dazu, dass Menschen in sehr schwierigen Lebenssituationen verharren? Und was ist ausschlaggebend dafür, ob und wie sie sich daraus befreien können? Wie werden wir, wer wir sind? Was für Menschen gibt es in Amerika ganz abseits der großen Traums von Reichtum, Glanz und Erfolg? Wieder ist es Samuel W. Gailey hier gelungen, einen überzeugenden Krimiroman mit anspruchsvoller Tiefe zu schreiben. Viele der von mir erwähnten Merkmale dieses Buches würden auf ein 5-Sterne-Buch hinweisen, und das ist es auch fast. Einen Stern muss ich dennoch abziehen, für ein Ende des Buches, das für mich nicht in allen Punkten passend und schlüssig war, aber dennoch insgesamt ein gelungenes Leseerlebnis nicht geschmälert hat. Empfehlen kann ich das Buch insbesondere auch allen, die Samuel W. Gaileys Werk kennen lernen wollen und mit einem eher sanfteren Krimi zum Wohlfühlen starten möchten, der nicht die Härte und Brutalität hat, die sich etwa durch "Tiefer Winter" zieht.

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