In der Nacht ist die Liebe leicht Wir sind ein Dazwischen, ein Innehalten, eine verschwommene Front Morgen wieder wir: Paulina ist angehende Journalistin, mal mehr, mal weniger ambitioniert, und gerade im Horoskop-Ressort gestrandet. Isabella – Bella – ist ein It-Girl der Wiener Szene und immer auf dem Sprung zum nächsten Event. Ihre Geschichte beginnt im Café Venezia. Unter roten Schirmen verlieren sie sich in Gesprächen und ausweglos ineinander. Das Venezia bleibt ein Fixpunkt der beiden. Hier finden sie immer wieder zueinander zurück: als Paulina bei Bella einzieht und das alles gar nicht so einfach ist, als Bellas Mutter vor der Tür steht und bei den beiden unterkommen muss, als es Bella nach Berlin zieht und die Freiheit, die beide brauchen, zwischen ihnen Raum einnimmt. Wo höre ich auf, wo beginnst du?Die Beziehung zwischen den beiden bleibt ein sanftes Auf und Ab, ohne dass Regeln aufgestellt und Grenzen abgesteckt werden müssen. Wer muss Liebe definieren, wenn man sie fühlt? Wenn adrenalingetränkte Küsse in durchzechten Partynächten den Puls höherschlagen lassen. Wenn der Ausflug zur Familie am Land zu zweit nur noch halb so schlimm ist. Wenn sich das Nebeneinander-in-der-Adria-Treiben im Italienurlaub wie Schweben anfühlt. Doch Paulinas und Bellas Dynamiken sind noch neu, flüchtig; kleine Risse werden zu Gräben und in Paulinas Kopf spukt die Frage: Wenn alles zu Bruch geht, kann ich uns rechtzeitig vor den Scherben in Sicherheit bringen?Mit pointierter Klarheit schreibt Katharina J. Ferner über Nähe, Distanz und alles dazwischenWie sehr kann man sich in einer anderen Person verorten, ohne sich selbst zu verlieren? Zart beobachtend und sprachlich präzise erkundet Katharina J. Ferner das Spannungsfeld zwischen Beziehung, Freiheit und Kontrolle. Selbstverständlichkeiten in Paulinas und Bellas Realität werden bis zum Tagesanbruch ausverhandelt, Intensität und Flüchtigkeit duellieren sich, bringen sich beinahe aus dem Takt, bis alles andere verstummt. Ein Roman, über die Notwendigkeit, so zu lieben und zu begehren, wie man es möchte. „Jeder Satz eine Liebeserklärung an das Leben.“Andrea Grill
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Jürg K.
4/5
25.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liebesgeschichte mit Herzklopfen
Mit pointierter Klarheit schreibt Katharina J. Ferner über Nähe, Distanz und alles dazwischen. Mein Fokus liegt auf Paulina und Bella, ihre flirrende Nähe, die Unsicherheit zwischen Freiheit und Bindung und diesem Gefühl, dass Liebe nachts leichter ist, aber am Tag geprüft wird. Was mich an diesem Roman sofort berührt, ist die Art, wie Paulina und Bella sich begegnen. Nicht mit grossen Gesten, sondern in einem Café unter roten Schirmen, in einem Moment, der eigentlich beiläufig ist und gerade deshalb alles verändert. Paulina, die im Horoskop-Ressort gestrandet ist, wirkt wie jemand, der sich selbst noch nicht ganz gefunden hat. Bella dagegen lebt in einem Tempo, das kaum Raum für Zweifel lässt. Und doch spürt man, wie beide im jeweils anderen etwas erkennen, welches sie selbst vermissen, Ruhe, Freiheit, Mut, Leichtigkeit. Ihre Beziehung ist ein Dazwischen, ein Schweben. Kein klassisches „Wir“, sondern ein fluides Hin und Her, welches sich nachts leichter anfühlt, wenn Partylärm und Adrenalin die Grenzen verwischen. Tagsüber dagegen wird alles komplizierter. Das Zusammenziehen, Bellas Mutter, die plötzlich Teil ihres Alltags wird, Bellas Drang nach Berlin, der nicht nur geografisch Distanz schafft. Die Liebe zwischen ihnen ist intensiv, aber auch flüchtig wie ein Licht, das man nicht festhalten kann, ohne es zu verändern. Für mich ist, Wir lieben nachts, ein Roman über das Ringen zwischen Intensität und Selbstschutz und darüber, wie schwer es ist, jemanden zu lieben, ohne sich selbst zu verlieren.
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