England, 1070: Der achthundertjährige Dämon Lucius hat nur ein Ziel: Er will sterben und endlich Frieden finden, weil er seine eigene Grausamkeit nicht länger erträgt.
Doch Lucius ist unsterblich – und der einzige Weg besteht darin, den Zauber zu brechen, der einst die Dämonen erschaffen hat.
Dafür braucht er die angelsächsische Äbtissin Arlena, die letzte noch lebende Zauberin. Als sie sich weigert, entbrennt ein erbitterter Kampf zwischen Lucius und der Äbtissin, der das Leben seines Gefolgsmannes Artair gefährdet – Artair, der Licht in seine innere Dunkelheit bringt und seine Seele tiefer berührt als jeder andere.
Gleichzeitig geschehen unheimliche Dinge mit der Äbtissin, für die Lucius keine Erklärung hat. Bald ahnt er, dass die Lösung nur in der Suche nach Wissen und Wahrheit liegen kann …
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Antonia
aus Hamburg
5/5
29.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Beeindruckende und mutige Dark Fantasy!
Welche Bücher mit Dämonen kennt ihr und könnt ihr empfehlen? Zwar habe ich schon verschiedene Bücher mit Dämonen in Nebenrollen gelesen, aber das hier war mein erstes mit einem Dämon als Hauptfigur.
Worum geht’s? Der Dämon Lucius möchte seinem unendlichen Leben ein Ende setzen. Dafür benötigt er die Hilfe der Zauberin Arlena, die jedoch bei dem Zauber sterben könnte. So ist sie wenig gewillt ihm zu helfen und für Lucius beginnt eine Reise, an deren Ende er nicht mehr so sicher ist, ob er sein Ziel noch verfolgen möchte.
Meinung: “Unsterblich verdammt” zählt sicher zu den ungewöhnlichsten Geschichten, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Schon die Ausgangssituation lässt erahnen, dass hier eine ganze Menge drin steckt. Lucius ist ein echter Antiheld, den ich zunächst nicht leiden konnte. Er ist böse und tut schlimme Dinge. Im Laufe des Buchs erkennt man allerdings wie gebrochen er ist. Im Nachhinein habe ich diesen unbequemen Charakter, der mir letztlich doch ans Herz gewachsen ist, wirklich gefeiert! Denn ich habe mich immer öfter gefragt wie oft ich Menschen vielleicht keine zweite oder auch dritte Chance gegeben habe. In “Unsterblich verdammt” geht es aber eben genau darum, dass Vertrauen in andere einen riesigen Unterschied machen kann. Dazu kommt das wunderbare mittelalterliche Setting mit seinem Konflikt zwischen Glaube und Wissenschaft, Mental Health Themen und eine berührende queere Liebesgeschichte. Ich war mit jeder Seite mehr beeindruckt von dieser Themen- und Ideenvielfalt und das in einem Debüt. “Unsterblich verdammt” ist bei Weitem keine leichte Kost. Die Geschichte fordert, doch sie regt zum Nachdenken an und wird mir noch lange im Kopf bleiben.
Fazit: Gute Literatur braucht Mut und genau das ist hier gelungen. Dark Fantasy, die aneckt und in keine Nische passt und deshalb umso besser ist. Ganz große Leseempfehlung!
Das Buch wurde mir von der Autorin kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die hier geäußerte Meinung ist meine eigene.
Bewertung
5/5
30.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Unsterblich Verdammt: Ein Buch mit unvergesslichen Charakteren!
Man merkt sofort, wie gut die Autorin das Zeitalter, in dem die Geschichte spielt, recherchiert hat und kann sofort eintauchen. Alles wird so bildhaft beschrieben, dass man die Umgebung klar vor Augen sieht.
Ganz besonders ans Herz gewachsen ist mir Dämon Lucius, der Protagonist. Eigentlich ist er eher ein Antagonist, aber genau das macht ihn so spannend. Man lernt all seine Facetten kennen, seine schlechten Seiten, aber auch seine guten, die einen wirklich berühren. Somit erfährt man im Laufe des Buchs, wie er zum Dämon wurde und warum er diese Dunkelheit in seinem Herzen trägt. Wenn man bedenkt, was er alles durchgemacht hat, ist sein zweifelhaftes Verhalten absolut schlüssig.
Fast genauso gerne hab ich seinen Gefolgsmann Artair, der eine tiefe Bindung zu Lucius entwickelt und eine beeindruckende Entwicklung durchmacht.
Das Ende der Geschichte hat mich wirklich berührt und ich werde bestimmt noch lange an dieses Buch denken. Eine absolute Empfehlung an alle, die gerne schonungslose Dark Fantasy mit einer zarten Liebesgeschichte zwischen zwei Männern mögen.
feder_magie
aus Moers
5/5
13.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Unsterblich verdammt
Sobald das Wort Antiheld fällt, tauche ich wie aus dem Nichts auf. Das ist definitiv ein Begriff, der mich sofort heraufbeschwört, mit Kaffee und Kuscheldecke bereits im Arm und bereit, mich in moralische Grauzonen zu begeben.
Unsterblich Verdammt spielt in England 1070, ein sehr ungewöhnliches Setting. Es begann der Bau des Tower of London und das Land stand fest unter normannischer Kontrolle. Davor haben die Angelsachsen das Land besiedelt und davor war es römisch-britisch und London unter dem Namen Londinium bekannt. Es handelt sich beim Buch zwar um einen Fantasy Roman, der historische Hintergrund ist aber präsent und beeinflusst die ganze Geschichte.
Da ich sowas immer super spannend finde und auch unglaublich gerne dazulerne, hat mich das sehr fasziniert. Auch sprachlich fand ich es passend und es hat nochmal mehr Atmosphäre geschaffen. Der Kampf zwischen dem unsterblichen Dämon Lucius und der angelsächsischen Äbtissin und Zauberin Arlena war sehr spannend und der Show Down einfach genial.
Auch die Lovestory gefiel mir. In bester Slow Burn Manier steigert sich die Tension zwischen Artair und Lucius. Letzterer hat einiges an Ballast in 800 Jahren Unsterblichkeit angesammelt, aber er ist sich nicht sicher, ob der Tod wirklich sein Ziel ist, oder einfach die Möglichkeit endlich irgendwo anzukommen. Aber das Ende… ich sags euch. Mega.
Ein wirklich tolles Buch, extrem gut recherchiert und mit fantastischen Elementen angereichert. Nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich.
marys.bücherwelten
aus Berlin
5/5
13.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Fesselnder, mutiger und vielschichtiger Fantasy Roman mit Tiefgang
Auf „Unsterblich verdammt“ war ich persönlich schon lange vor dem heutigen Erscheinungstermin wahnsinnig gespannt.
Aufmerksam auf das Buch wurde ich, als Nina auf Instagram mit ihrem düsteren Hauptcharakter warb (ich habe eine Schwäche für die Antagonist*innen in Fantasybüchern).
Umso mehr habe ich mich gefreut, den Roman als Rezensionsexemplar vorab lesen zu können.
Und was ich zu lesen bekam, hat mich sehr beeindruckt!
Vor dem Hintergrund des sich wandelnden Englands zum Ende des 11. Jahrhunderts, versucht der 800 Jahre alte Dämon Lucius den Fluch der Unsterblichkeit zu brechen.
Als Leser*innen erhalten wir einen sehr tiefen, spannenden Einblick in Lucius Seelenleben - in seine innere Zerrissenheit zwischen Todessehnsucht und dem Wunsch im Leben endlich seinen Platz, eine Heimat zu finden.
Die Autorin hat eine sehr gute, tiefgründige Charakterstudie beschrieben, die sich sehr harmonisch in den Handlungsverlauf der Geschichte einfügt.
Es wird sich zudem immer wieder mit der Frage beschäftigt, welchen hohen Preis Unsterblichkeit fordert und wie diese den Blick auf die Welt und auf das eigene Selbst verändert.
Um sein eigentliches Ziel zu erreichen, muss Lucius gefährliche Bündnisse eingehen und verstrickt sich in politische Spannungen und familiäre Intrigen.
An seiner Seite kämpft bald ein treuer Gefährte und im Subplot entwickelt sich aus den beiden eine zarte, authentische Liebesgeschichte.
Die Geschichte rund um Lucius und seinen Fluch hat mich Seite um Seite mehr gefesselt, was nicht zu letzt den bildhaften, schönem Schreibstil zu verdanken ist. In mir haften noch immer einige Szenen und Dialoge aus „Unsterblich verdammt“.
Sehr gut ausgearbeitet war für mich auch der geschichtliche Background und das Setting im hochmittelalterlichen England! (Mehr dazu schrieb ich schon in meinem letzten Beitrag).
Mich hat „Unsterblich verdammt“ sehr begeistert!
10/10 ✨
Mona
4/5
14.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Agora trifft auf The Last Kingdom
Lucius ist ein 800 Jahre alter Dämon, der des Lebens müde ist und einfach nur noch sterben will. Sich von einem Dämonenjäger töten zu lassen, kommt aber nicht in Frage: Denn in diesem Fall wäre seine Seele verdammt und Lucius bliebe es versagt, Frieden zu finden.
Die einzige Möglichkeit, friedlich zu sterben, ist, mit Hilfe der letzten Zauberin den Fluch zu brechen, der die Dämonen an die Welt bindet. Dumm nur, dass in der religiös geprägten Welt des späten Frühmittelalters sowohl Dämonen als auch Zauberinnen gejagt werden - und die Zauberin zusätzlich bereit sein muss, ihr eigenes Leben zu geben.
Um sein Ziel zu erreichen, ist Lucius trotz Mitleid und schlechtem Gewissen jederzeit bereit, über Leichen zu gehen, zu manipulieren und die Figuren auf seinem Schachbrett so zu verschieben, dass alles zu seinen Gunsten geschieht.
Während die Handlung voranschreitet und Lucius mit Artair nicht nur einen loyalen Begleiter, sondern auch einen Seelenverwandten findet, erfahren wir in Rückblenden mehr über seine Kindheit, welche Bindungen er hatte und wodurch er zum Dämon wurde.
Zusammen mit dem Setting des Frühmittelalters, Hinweisen zu mittelalterlichen Erzähltexten wie Das Nibelungenlied und Das Rolandslied zeichnet die Autorin eine raue Welt, in der England noch nicht geeint ist und Kriege zum Alltag gehören. Das hat mich an The Last Kingdom erinnert - eine Reihe, die ich sehr gefeiert habe.
Ebenso kollidieren Religion, Astronomie und teilweise auch Alchemie und Wissenschaft in dieser Geschichte miteinander. Denn Lucius, der viel Lebenserfahrung mitbringt und einen großen Wissensdurst hat, muss herausfinden, wie das Ritual zu seiner Erlösung gelingen kann. Auch hier wurden bei mir Assoziationen geweckt.
Denn die Forschung, kombiniert mit der Figur der Äbtissin, erinnerten mich an den Film Agora; einer Geschichte, in der mathematische Theorien auf die Doktrinen der Kirche treffen.
Doch für wen ist diese Geschichte? Wer das Mittelalter als Setting liebt, Assoziationen feiert und vielschichtige Figuren mag, die nach dem Sinn des Lebens suchen in einer Welt, in der gleichgeschlechtliche Beziehungen und der Drang nach Wissen nicht sein dürfen, wird dieses Buch lieben. ♡
Dennoch glaube ich, dass die Story nicht für jede:n etwas ist. Die Story entwickelt sich langsam, nimmt sich Zeit, vor allem Lucius greifbarer und nachvollziehbarer zu machen und hat damit ein ganz eigenes Tempo. Manchmal verwirrt die Story, mal gerät der eigentliche Plot kurz in den Hintergrund, um zwischenmenschlichen Szenen Raum zu geben und manchmal geht alles in eine ungeahnte Richtung.
Es ist ein wenig wie im richtigen Leben, in dem nicht immer alles so läuft, wie man es plant. Denn was mich zwischendurch aus der Bahn warf, fügt sich später zu einem Gesamtbild zusammen, das Zeit braucht, um zu wirken. Und diese Wirkung hallt noch immer in mir nach.
Deshalb kann ich auch mehreren Tagen nicht abschließend sagen, wie genau dieses Buch wirkt. Es war spannend, witzig, manchmal sehr entschleunigend, bitter, traurig, aber auch schön.
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