Saubere Deals in der Autowaschanlage? Ganz im Gegenteil: Hier treffen schmutzige Geheimnisse auf überschäumende Emotionen.Nicht alles, was glänzt, ist sauberRechtsanwalt Lukas Seiwald wird am belebten Linzer Taubenmarkt erstochen. Als Ersthelfer vor Ort: Kommissar Worschädl, der vergeblich versuchte, die Blutung zu stoppen. Dem eingespielten Linzer Ermittlerteam Robert Worschädl und Sabine Schinagl schwant: Hier wurde aus gnadenlosem Kalkül oder blinder Wut heraus gehandelt.Das Handy des getöteten Rechtsanwalts führt zu einer konkreten Spur – eine Handynummer, zu der das Opfer häufig Kontakt hatte. Im Landeskriminalamt kennt man die Nummer: Sie ist Mittelpunkt der bereits laufenden Ermittlungen zu einem Schleuserring. Die junge Polizistin Elenya Zakaria entdeckte bei einer Grenzkontrolle mit Schusswechsel einen Lieferwagen mit 34 erschöpften Flüchtenden. Unter Hochdruck zeigt sich, wessen weiße Weste tatsächlich makellos istWorschädl und Schinagl müssen nun nicht nur herausfinden, wer für den Messerangriff verantwortlich ist, sondern auch, welche Verbindung Lukas Seiwald zum lukrativen Handel mit den Schicksalen Flüchtender hatte. Dabei bleibt es allerdings nicht: Auch eine Kindesentführung, bei der die Zeit davonzurennen scheint, stellt Worschädl und Schinagl vor zahlreiche Fragen. Alle Hinweise führen zu einer Waschanlage in der Linzer Industriezeile, in der offenbar nicht nur Autos reingewaschen werden. Gemeinsam mit Elenya Zakaria entwirrt das Linzer Duo die dreckigen Machenschaften rund um Seiwald.Glanzspülung à la Thomas BaumAuf ein Neues lässt Thomas Baum das Duo aus Robert Worschädl und Sabine Schinagl in Linz ermitteln. Dabei verpasst er dem sich in alle Richtungen verzweigenden Fall ein Deluxe-Programm. Er führt in die Tiefe zwischenmenschlicher Spannungsfelder – und zwar mit rasantem Tempo und filmischen Szenen. Dass Thomas Baum auf der Spannungs-Klaviatur ein Solo auf das andere folgen lässt, liegt in der Natur der Dinge, ist er schließlich Drehbuchautor zahlreicher erfolgreicher TV- und Filmproduktionen. So könnte man sich das Setting von „Gefährlicher Glanz“ auch im sonntäglichen Lieblings-TV-Krimi vorstellen. Baum schickt sein beliebtes Ermittlerduo in eine Autowaschanlage im Linzer Industriegebiet – der erste Waschgang befördert allerdings schmutzige Geheimnisse anstatt Klarheit zutage.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Jürg K.
5/5
27.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Fesselnder Krimi
Am belebten Linzer Taubenmarkt wird Rechtsanwalt Lukas Seiwald erstochen aufgefunden. Kommissar Worschädl ist als Ersthelfer vor Ort. Dem Linzer Ermittlerteam Robert Worschädl und Sabine Schinagl schwant. Hier wurde aus gnadenlosem Kalkül oder blinder Wut heraus gehandelt. Die Geschichte wirkt wie ein Krimi, der einem den Atem nimmt, weil er so deutlich zeigt, wie dünn die Linie zwischen Recht und Unrecht, zwischen sauberer Fassade und moralischem Morast wirklich ist. Was mich besonders berührt, ist dieser Moment am Taubenmarkt. Ein Anwalt, mitten im Leben, mitten im Gewimmel, und plötzlich bricht alles weg. Dass Worschädl selbst vergeblich versucht, die Blutung zu stoppen, verleiht dem Fall eine persönliche Schwere. Je tiefer die Ermittlungen gehen, desto klarer wird, wie viele Leben an diesem einen Messerstich hängen. Die Verbindung zu einem Schleuserring, die erschöpften Menschen im Lieferwagen, die junge Polizistin, die sich in einer Welt wiederfindet, in der Menschlichkeit und Geschäft kalt ineinandergreifen, das macht den Fall größer als den Mord selbst. Die Kindesentführung setzt dem Ganzen eine zusätzliche Dringlichkeit. Plötzlich ist nicht nur die Vergangenheit schmutzig, sondern auch die Gegenwart gefährlich nah. Dass alle Spuren zu einer Waschanlage führen, ist für mich fast symbolisch. Es ist ein Ort, an dem man Schmutz abspült, während im Hintergrund neue Verbrechen entstehen. Am Ende bleibt bei mir der Eindruck eines Krimis, der nicht nur Spannung liefert, sondern auch ein Gefühl von moralischer Unruhe, weil er zeigt, wie leicht Menschen sich in Systeme verstricken, die sie eigentlich verachten, und wie schwer es ist, in einer Welt voller Grautöne klar zu sehen.
Bellis-Perennis
aus Wien
5/5
20.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Eine klare Leseempfehlung!
Just als Chefinspektor Robert Worschädl über den belebten Linzer Taubenmarkt eilt, um ein Weihnachtsgeschenk für seine Frau Karoline zu besorgen, bricht neben ihm ein Mann blutend zusammen. Obwohl Worschädl sofort Erste Hilfe leistet, kommt für den bekannten Rechtsanwalt Lukas Seiwald jede Hilfe zu spät.
Recht bald ist dem eingespielten Ermittler-Duo Robert Worschädl und Sabine Schinagl klar, dass der Tote in zahlreiche unsaubere Machenschaften, unter anderem rund um einen Schleuserring verstrickt gewesen ist. Wie tief, gilt es noch herauszufinden, ist doch die im Mobiltelefonnummer eingespeicherte Nummer im LKA bestens bekannt. Und warum bekommt Seiwald eine 120 Euro teure Außen- und Innenreinigung seines Autos gratis, wie auf dem Kassabon, den man bei dem Toten entdeckt hat, ersichtlich ist?
Beinahe gleichzeitig kommt es auf einer Tankstelle zu einem Schusswechsel zwischen Elenya Zakaria, einer jungen Polizistin aus dem Anhaltezentrum, und dem Fahrer eines Lieferwagens, in dem man 34 erschöpfte Flüchtlinge findet. Eine besondere Dramatik ergibt sich, weil eine dieser Frauen von ihrer kleinen Tochter getrennt worden ist. Wer hat das kleine Mädchen entführt? Die Frage nach dem Warum könnte durch die kursiv eingestreuten Passagen beantwortet sein, die nach dem WER, ist noch offen ...
Für Kopfzerbrechen bei Worschädl und Schinagl sorgt, dass jemand zum wiederholten Mal Details aus den Ermittlungsakten an die Presse durchsticht.
Meine Meinung:
Auch in seinem 6. Fall für das Duo Woschädl/Schinagl baut Autor Thomas Baum gekonnt einen hohen Spannungsbogen auf, der bis zum Schluss anhält. Er lässt seine Ermittler ziemlich authentisch ihre Arbeit verrichten. Dazu gehört auch, dass sowohl Robert Worschädl, der ohnehin als Dickschädel bekannt ist, und Sabine Schinagl, immer wieder ihren rechtslastigen Vorgesetzten Stefan Schweitzer, der sich für höhere Weihen bestens geeignet hält, links liegen lassen.
Die Stadt Linz ist wieder bestens in den Krimi integriert. So erleben wir den Mord an Seiwald auf dem geschäftigen Taubenmarkt mit seinen renovierten Altbauten, nur um wenig später in den Stadtteil Kleinmünchen, der durch seine als „Hitler-Bauten“, die schon etwas in die Jahre gekommene Wohnsiedlung, bekannt ist, einzutauchen.
Ein neuer Charakter, der hoffentlich bleiben darf, ist die junge Polizistin Elenya Zakaria, die arabisch spricht und in diesem komplexen Fall, bei dem wenig so ist, wie es den Anschein hat, wertvolle Arbeit leistet. Überhaupt, sind die Charaktere, mit denen uns Thomas Baum konfrontiert, aus dem Leben gegriffen: Zum Beispiel der Fremdenpolizist Felber, der seine mangelnde Körpergröße mit militärischem Gehabe und besonderer Unfreundlichkeit sowohl seinen MitarbeiterInnen als auch seinen KlientInnen gegenüber kaschiert.
Ich hoffe sehr, dass die Reihe fortgesetzt wird, denn der Ausblick in die nähere Zukunft der Protagonisten, lässt alles offen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem temporeichen Krimi, der die Arbeit der Polizei authentisch darstellt, 5 Sterne und eine Leseempfehlung, die für die ganze Reihe gilt.
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