Zwei Frauen, über die Jahrhunderte verbunden durch die raue Schönheit des Marschlandes Das Marschland und Watt der Nordseeküste sind ihre Heimat, der Wechsel der Jahreszeiten, die raue Schönheit dieser Gegend zwischen Land und Meer geben Mieke Ruhe. Als sie schwanger wird, steht sie vor der Frage: Will sie das? Ist sie bereit, ihr Leben in der Natur aufzugeben, das Alleinsein und ihr Forschungsprojekt, die Seeschwalben? Dann der Jahrhundertwinter, der alles unter sich begräbt, das Leben aus den Angeln hebt. Am Ende bleibt Mieke die Gewissheit, dass sie alles schaffen wird, solange sie auf sich hört. Genau wie Lefke, die Jahrhunderte zuvor der Sturmflut trotzt, die ihre Familie und ihre Heimat verliert und am Ende nur eine Sicherheit kennt: Das Vertrauen in die Natur und ihre unermüdliche Kraft, sich zu erneuern.
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Ein Buch wie das Stürmen des Meeres, das Branden der Wogen und doch wie die Stille der Nacht…
Bewertung am 04.04.2026
Bewertungsnummer: 3099021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Das Meer sang von der Zukunft und erzählte von vergangenen Stürmen, die über es hinweggegangen waren. Jene Stürme, die dieses Land geformt hatten“
Mieke hat in den späten 70er Jahren ihr Studium beendet und steht an einem Punkt im Leben, in dem sie entscheiden muss, wie es weitergehen soll. Und ob sie weiterhin ihr großes Ziel verfolgen kann (und will), sich gegen die Erwartungen ihrer Mitmenschen weiterhin durchzusetzen und sich ganz den Brandschwalben auf Norderoog zu widmen, statt doch den Hof der Eltern auf Pellworm zu übernehmen. Denn als jüngstes Kind war sie schon immer „anders“ als ihre Schwester, fühlte sich nie wohl in ihrer Haut, verspürte die Fremdartigkeit mancher Menschen direkt körperlich und fragt sich oft, was den Unterschied macht.
Lefke lebt in einer völlig anderen Zeit: 1362 ist das Leben auf Pellwormhalde hart, das hat Lefke schon als Kind lernen müssen, als die Geschwister und die Mutter der Pest zum Opfer fallen und Lefke fortan stumm hinterlassen.
Als der Vater neu heiratet und sich Stiefgeschwister einstellen, scheint es aber mit der Familie wieder bergauf zu gehen, auch wenn die harte Arbeit ihren Tribut zollt. Für Lefkes Zwillingsschwester scheint es sogar eine Art Happy End zu geben, denn der Sohn des reichsten Bauern im Umfeld hält um ihre Hand an.
Beide Frauen verbindet in diesem Roman das Meer, die Natur, die Vögel und die Tatsache, dass sie „anders“ sind als ihr Umfeld, sich oft nicht dazugehörig, nicht dazu passend oder völlig fehl am Platze fühlen, obwohl beide Frauen ihren Mann stehen und harter Arbeit nicht abgeneigt sind.
Die Bögen der Geschichte münden in zwei Naturkatastrophen, zum einen der zweiten Marcellusflut 1362, zum anderen dem Schneewinter 1978/79. Die Leben unserer Protagonistinnen werden durch die Naturgewalten durcheinandergewirbelt und wie in einem Strudel hinabgezogen, um sich danach neu zu sortieren… Das Meer formt eben nicht nur das Land, sondern auch die Menschen, die mit ihm zusammenleben.
Ein wunderschönes Buch, das auch die dramatischen Ereignisse, während draussen die Natur tobt, ruhig und poetisch beschreibt. Das mitnimmt. Das Einblicke in diese Frauen gibt, die sich nie so richtig dazugehörig fühlen, die aber lernen, mit der Natur ihren Weg zu gehen und diese „Andersartigkeit“ zu akzeptieren und damit zu leben, daraus Kraft zu schöpfen und zu wachsen.
Diese Geschichte habe ich innerhalb von 24 Stunden inhaliert, bin in der Bildsprache der Autorin versunken, habe Erinnerungen an die eigene Kindheit gefunden, mich in vielen Gedanken der Protagonistinnen wiedergefunden und bin immer noch hin und weg. Auch das Spielen mit den verschiedenen Zeitebenen (Miekes Geschichte wird in zwei Ebenen erzählt und hat mich am Anfang etwas verwirrt) finde ich grossartig, durch klare Überschriften (Ort und Zeit) weiß der aufmerksame Lesende immer sehr gut, wo er sich grade befindet.
Ein solch vielschichtiges, poetisches und herzerwärmendes Buch über die raue See, den tosenden Sturm und rauschende Wellen, das bei mir noch lange nachhallen wird.
Ein großartiges, berührendes Buch
V aus München am 03.03.2026
Bewertungsnummer: 3064163
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwei Frauen, Mieke und Lefke, die eine studiert 1978 Biologie und fühlt sich Zuhause bei den Brandseeschwalben auf Norderoog, die andere lebt ein paar Jahrhunderte früher mit ihren Eltern und Geschwistern in den Marschen. Beide sind auf ihre Art anders als ihr Umfeld, sind eher stille Beobachterinnen und müssen doch beide durch harte Naturereignisse über sich hinauswachsen und sich den wichtigen Fragen des Lebens stellen.
Ich fand das Buch sehr berührend, die Charaktere eindringlich und gut beschrieben - ein Buch für Menschen, die anders sind und sich manchmal nicht im Mainstream wiederfinden oder sich die großen Fragen des Lebens stellen.
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