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Never Leave the Path

25

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

14 - 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

11.09.2026

Verlag

Verlag Friedrich Oetinger GmbH

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

20,8/13,5/3,1 cm

Gewicht

406 g

Farbe

Schwarz / Silbergrau

Auflage

1. Auflage, Paperback-Originalausgabe

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7512-0703-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

14 - 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

11.09.2026

Verlag

Verlag Friedrich Oetinger GmbH

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

20,8/13,5/3,1 cm

Gewicht

406 g

Farbe

Schwarz / Silbergrau

Auflage

1. Auflage, Paperback-Originalausgabe

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7512-0703-4

Herstelleradresse

Oetinger
Max-Brauer-Allee 34
22765 Hamburg
DE

Email: produkt@verlagsgruppe-oetinger.de

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  • Starlight.of.Books

    aus Hessen

    5/5

    02.10.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Spannende Geschichte

    „Never Leave the Path“ hat mich vor allem mit seiner ganz besonderen Atmosphäre gepackt, denn schon die Ausgangssituation rund um Jesper und seine Mutter, die sich in eine abgelegene Berghütte zurückziehen, sorgt dafür, dass man sich sofort mitten in einer unheimlichen und gleichzeitig faszinierenden Umgebung wiederfindet. Doch je länger Jesper dort bleibt, desto mehr Fragen tauchen auf: Was hat es mit dem alten Mordfall auf sich? Wer streift nachts durch den Wald? Und wer ist Erle, das geheimnisvolle Mädchen, das ihm immer wieder begegnet? Ich mochte besonders, wie Antonia Michaelis Spannung, Mystery und Coming-of-Age miteinander verbindet. Der Wald wird dabei fast selbst zu einer Figur, wunderschön, unberechenbar und gleichzeitig bedrohlich. Man weiß nie so recht, was real ist und was vielleicht nur der Fantasie entspringt. Genau dieses Gefühl hat bei mir für einige richtig schöne Gänsehautmomente gesorgt. Auch die Beziehung zwischen Jesper und Erle hat mir gut gefallen, denn die Slow-Burn-Romance fügt sich wunderbar in die Geschichte ein, ohne die mysteriöse Handlung zu überlagern. Was mir ebenfalls gefallen hat, ist die besondere Sprache und die etwas märchenhafte, fast schon traumartige Stimmung, gleichzeitig bleibt die Geschichte spannend und entwickelt immer wieder neue Fragen, sodass ich unbedingt wissen wollte, was hinter den Geheimnissen steckt. „Never Leave the Path“ ist für mich ein atmosphärischer und ungewöhnlicher Young-Adult-Thriller, der nicht nur mit Spannung, sondern vor allem mit seiner besonderen Stimmung überzeugt. Wer geheimnisvolle Wälder, unerklärliche Ereignisse, düstere Geheimnisse und eine langsam entstehende Liebesgeschichte mag, sollte sich dieses Buch definitiv näher anschauen.

  • Jaylinn

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    01.10.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Du würdest ihn doch auch verlassen, oder?

    Allgemeines: Der neue Jugendroman von Antonia Michaelis ist am 11.09.2026 bei Oetinger erschienen. Er wird ab einem Lesealter von 14 Jahren empfohlen und hat 384 Seiten. „Never leave the path“ ist wie gewohnt ein Einzelband. Inhalt: „Natürlich gibt es den Hexer vom Berg nicht, da ist sich der 17-jährige Jesper sicher. Doch wer streift dann nachts um die abgelegene Hütte, in der er und seine Mutter Abstand vom Großstadtleben suchen? Was hat es mit den beklemmenden Bildern auf sich, die Jesper zusammen mit vergilbten Zeitungsartikeln über einen Mord in den Schubladen findet? Und wer ist das seltsame Mädchen, das im Wald lebt und über Regen und Wind zu gebieten scheint? Wohin geht sie, wenn sie verschwindet, und weshalb kann Jesper nicht aufhören, an sie zu denken? Als ein plötzlicher Wintereinbruch es unmöglich macht, den Berg zu verlassen, und Jespers Mutter krank wird, weiß er nicht mehr, wem er trauen kann… Doch diese Frage entscheidet über Leben und Tod.“ (Quelle: Verlag) Meine Meinung: Antonia Michaelis zaubert direkt in den ersten Kapiteln. Bei ihr verschwimmen stets Realität und Fiktion, man weiß nicht recht, ob es sich um Magie handelt oder alles logisch erklärbar ist. So auch hier. Die Geschichte beginnt mit einem gar nicht mal so klassischen Mutter-Sohn-Gespann. Die Rollen sind nicht klar definiert, nicht stereotypisch. Raus aus der Großstadt, ab in die dringend benötigte Auszeit, die irgendwie von Anfang an durch das Setting etwas bedrohlich wirkt. Bereits die erste Seite hat mir Angst gemacht, was da noch kommen mag. Gleichzeitig bin ich der Atmosphäre erlegen und möchte wissen, wie es in diesem wunderschön gefährlichen Wald weitergehen wird. Irgendwie verspüre ich direkt wieder diese Vibes, vielleicht auch ein bisschen „Solange die Nachtigall singt“ und „Hexenlied“ von früher. Hach, ich liebe ihre Bücher alle einfach, sie ist eine meiner liebsten deutschsprachigen Autorinnen. Man fragt sich während der gesamten Handlung, was davon eigentlich wirklich passiert, bangt um die Charaktere und hofft, dass die Handlung gut ausgehen mag. Immer, wenn man etwas zu wissen glaubt, wird man eines besseren belehrt. Obwohl man doch so sicher war, dass es genau so sein musste. Und gleichzeitig hat mich ein so bedrückendes Gefühl mit diesem Buch begleitet, das nicht während der Lektüre wirklich ein wenig runtergezogen hat. Die beschriebene Welt wird immer hoffnungsloser und bedrohlicher. Wie bereits erwähnt, liebe ich ja Michaelis Bücher. Vielleicht war ich einfach auch nicht ganz in der richtigen Stimmung für das Buch. Insgesamt würde ich aber gerne die Altersempfehlung nach oben korrigieren. Ich habe es so empfunden, dass ich das Buch eher ab 16 Jahren empfehlen würde. Ich glaube nicht, dass jede 14 jährige Person das Buch erfassen und vor allem richtig für sich einordnen kann. Ich möchte diese Rezension aber gerne positiv abschließen: Ich mag die Auflösung der Geschichte. Michaelis hat mal wieder bewiesen, wie gut sie mit Worten und Bildern spielen kann, die wir uns von den Ereignissen machen. Bei ihr ist alles immer dann doch ganz anders als gedacht - aber auch mit diesem Wissen konnte ich das Ende nicht vorhersehen. Sehr gut gemacht! Fazit: Ein fast schon „klassischer“ Jugendroman von Michaelis - Realität und Fiktion verschwimmen und die Story reißt ihre Leser wie ein Sog mit sich.

  • Vanessa Eichner

    5/5

    24.09.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Grandioser Jugendthriller

    Das B*ut war warm. Es dampfte in der kühlen Novemberluft, und sie steckte ihre Hände tief hinein, um sie zu wärmen. - Seite 9 Als ich "Never Leave the Path" entdeckt habe, wusste ich, dass ich das Buch UNBEDINGT so schnell wie nur irgendwie möglich lesen muss. Antonia Michaelis war lange Zeit eine meiner absoluten Lieblingsautor*innen, bis ich ihre Bücher irgendwie.. ein klein wenig aus den Augen verloren habe. "Never Leave the Path" ist ihr neuster Jugendthriller. Es geht um den 17-jährigen Jesper, der zusammen mit seiner Mutter eine Auszeit in einer abgelegenen Berghütte verbringt. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser noch Handyempfang. Was es hingegen gibt, ist die Sage vom Hexer vom Berg, der angeblich im Wald sein Unwesen treibt. Und ein seltsames Mädchen in Jespers Alter, das irgendwo im Wald zu leben scheint, wie aus dem Nichts auftaucht und genau so schnell wieder verschwindet. Als Jesper dann Zeitungsartikel über einen Mord findet, der im Wald stattgefunden hat, seine Mutter krank wird und ein plötzlicher Wintereinbruch es unmöglich macht, wieder in die Stadt zu gelangen, weiß er irgendwann nicht mehr, wem er überhaupt noch trauen kann. Mit "Der Märchenerzähler" hat sich Antonia Michaelis vor rund 15 Jahren in mein Herz geschrieben. Ich liebe ihre Art zu schreiben, ihr Schreibstil ist einzigartig, ich weiß gar nicht genau, wie ich das beschreiben soll. Sie schreibt bildgewaltig, fast schon poetisch. Bei "Never Leave the Path" habe ich mich wieder daran erinnert gefühlt, warum ich ihre Bücher bisher so sehr geliebt habe. Innerhalb von wenigen Seiten hat sie eine beeindruckende Atmosphäre entstehen lassen, die mich gefangen genommen hat. Die Stimmung ist düster, mysteriös, eindringlich und bedrückend. Bedrohlich und man spürt mit jedem Kapitel mehr, dass irgendeine Gefahr lauert. Antonia Michaelis lässt schnell die Grenzen zwischen Realität und Einbildung/Fiktion verschwimmen, sodass in meinem Kopf viele, wirklich sehr viele Fragen entstanden sind. Was ist real, was bildet sich Jesper ein? WER ist real? Auch die Grenzen zwischen den Zeiten verschwimmen. Was passiert in der Gegenwart, was ist die Vergangenheit oder vielleicht sogar die Zukunft? Stellenweise ist es echt verwirrend, aber gut verwirrend und das liebe ich an ihren Büchern sehr. Nach den ersten Kapiteln war mir klar, dass "Never Leave the Path" ein Highlight in diesem Monat, nein, in diesem Jahr wird. Es ist meiner Meinung nach kein typischer Jugendthriller, lässt sich aber wohl am besten in diesem Genre einordnen. Ich weiß gar nicht genau, was ich überhaupt dazu sagen soll, da ich nicht allzu viel verraten möchte. Die Story ist unglaublich packend und hat mich, genau wie die Atmosphäre, kaum losgelassen. Ich war so gespannt, was genau es mit allem auf sich hat, wie die Zusammenhänge sind, was nun tatsächlich passiert ist. Die Grenzen verschwimmen, stellenweise fühlte sich das Buch schon fast magisch an und ich fand es so beeindruckend, wie die Autorin diese Magie in die Realität gebracht hat. Lange Zeit hatte ich keine Ahnung, worauf es hinauslaufen könnte. Es ist ein düsteres und gleichzeitig vielschichtiges, tiefgründiges und berührendes Buch. Kein Buch, das man mal eben so nebenher lesen kann, aber auch kein Buch, das man leicht zur Seite legen kann. So ging es mir zumindest. Antonia Michaelis konnte mich im Handlungsverlauf so oft überraschen und hat mich so oft sprachlos gemacht, dass ich das gar nicht mehr zählen konnte. Irgendwann habe ich mir dann in meinem Kopf eine Theorie zusammengereimt.. die sich letztendlich als richtig herausgestellt hat. Es hat sich für mich aber nicht danach angefühlt, als wäre diese Auflösung vorhersehbar gewesen. Es hat sich mehr nach "OMG WAS? Ich wusste es!" angefühlt.. falls ihr versteht, was ich damit meine. Die Auflösung fand ich grandios. Das Ende fühlt sich gleichzeitig auch wie ein Anfang an und obwohl nicht alle Fragen zu 100% geklärt wurden, ist es der perfekte Abschluss für dieses Buch. Die Charaktere sind mindestens so vielschichtig und tiefgründig wie die Story selbst. Hier verschwimmen ebenfalls die Grenzen zwischen Realität, Fiktion und Zeiten, was ich sehr packend und auf gute Art verwirrend fand. Ich habe mich nicht nur einmal gefragt, ob Person XY jetzt überhaupt real ist. Ihre Figuren sind unglaublich gut dargestellt, egal wer es nun ist, und haben mich sehr mitgerissen. Mein Fazit: Wenn ich könnte, würde ich "Never Leave the Path" so viel mehr Sterne als nur die 5 von 5 geben. Schon nach wenigen Seiten war mir klar, dass ich hier ein Highlight in den Händen halte. Ich liebe Antonia Michaelis Art zu schreiben, liebe ihren bildgewaltigen und fast schon poetischen Stil. Die düstere, bedrohliche und mysteriöse Atmosphäre. Wie die Autorin die Grenzen zwischen Realität, Fiktion und Zeiten verschwimmen lässt. Ein grandioses Buch.

  • Nicole Brinkmann

    aus Meiningen

    5/5

    20.09.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Düster, atmosphärisch und spannend

    Danke an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar! Für mich war es das erste Buch der Autorin – und der Schreibstil hat mich sofort überzeugt: wunderbar locker und angenehm zu lesen. Kurze Zusammenfassung: Der 17-jährige Jesper zieht mit seiner Mutter in eine abgelegene Hütte im Wald, um Abstand vom Großstadtleben zu gewinnen. Doch nachts streift jemand um die Hütte, in den Schubladen finden sich beklemmende Bilder und alte Zeitungsartikel über einen Mord – und dann taucht ein seltsames Mädchen auf, das im Wald zu leben und über Regen und Wind zu gebieten scheint. Als ein plötzlicher Wintereinbruch sie einschließt und die Mutter krank wird, weiß Jesper nicht mehr, wem er noch trauen kann. Das Setting im Wald ist atmosphärisch dicht, düster, mystisch und poetisch zugleich. Man fühlt sich regelrecht aus der Realität herausgerissen. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt immer wieder, und die unvorhersehbaren Plot-Twists halten einen bis zum Schluss in Atem. Ein intensives, stimmungsvolles Leseerlebnis, das lange nachwirkt.

  • Bewertung

    5/5

    20.09.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Ein neues Meisterwerk meiner Lieblingsautorin

    Lisa - alleinerziehend, chronisch gestresst, Workaholic. Das Verhältnis zu ihrem fast erwachsenen Sohn Jesper ist freundlich-distanziert. Man sieht sich selten; wenn Jesper einmal Glück hat, findet seine Mutter den Weg wenigstens pünktlich zum Abendessen nach Hause. Gespräche über die Schule, über seine Freunde, über das Leben? Fehlanzeige. Auch im Feierabend ist Lisa immer erreichbar, hat das Handy stets griffbereit. Was macht so etwas mit einer Mutter-Kind-Beziehung? „Die Stadt und der Puls der Zeit hatten Lisa aufgefressen. Sie arbeitete viel zu viel. Es war okay. Er hatte genug zu tun mit der Schule, mit seinem eigenen Leben. Das verdammte Abi nächstes Jahr.“ (S. 14) Doch irgendwann ist es nicht mehr ok, dass Lisa von Termin zu Termin hetzt, eine Sklavin ihrer Uhr, ihres Bildschirms, ihres vollen Terminkalenders. Sie bricht einfach zusammen. Eine Woche Klinik und mahnende Worte des Arztes an Jesper: „Du bist vernünftiger als sie. Bring sie dazu, Urlaub zu nehmen.“ Und wieder lastet die Verantwortung auf Jespers Schultern. Wen wundert es, dass er Lisa nicht allein fahren lässt, sondern sie unbedingt begleiten und auf sie aufpassen will. Abi-Vorbereitung hin oder her... „Heute Morgen waren sie noch Teil dieser (wahren) Welt gewesen, Teil der Hektik einer verstopften Großstadt, Teil des Chaos am Bahnhof, wo Baustellen, Gleisänderungen und Verspätungen den Strom der Menschen mit ihren Laptoptaschen und Koffern lenkten.“ (S. 23) Ein geheimnisvoller Wald hoch oben in den Bergen; dort, wo die Felsen so rau und zerklüftet sind, das Wetter so unberechenbar und wild ist, und die Stille so laut, dass sie in den Ohren schmerzt, ja dorthin verirrt sich nur höchst selten ein Mensch. Und falls doch mal einer den beschwerlichen, fast einen ganzen Tagesmarsch andauernden Aufstieg wagt, dann nur jemand, der die absolute Einsamkeit sucht. „Vielleicht war dies die wirkliche Welt Der Felsen, das Gras, das in den Ritzen wuchs, die Äste, die im Wind knarzten. Die Erde des Waldes, in der sich still die Bäume der Zukunft aus ihren Samen schoben.“ (S. 47) Und so finden sich Lisa und Jesper in einer einsam gelegenen Berghütte wieder – ohne Strom, ohne fließendes Wasser, ohne WLAN, dafür hat Jesper noch die Warnung des Hüttenvermieters im Ohr: „Wenn ihr hier oben im Wald wandert, dann pass auf sie auf, ja? Lass sie nicht allein losgehen. (…) Es ist nur, der Wald... Versprich mir, dass ihr die Pfade nicht verlasst. Wirklich nicht. Er (der Wald) ist zu wild.“ Dann lachte er, lachte den Schatten in seinen Worten weg. „Ihr werdet es wunderschön hier haben.“ (S. 32) Bald schon gehen merkwürdige Ereignisse vor sich und Jesper beginnt sich zu fragen, ob das Märchen vom „Hexer vom Berg“ wahr sein könnte. „(...) und nur der Wind antwortete. Rauschend, brausend. Der Wind kannte die Wahrheit genau, kannte alle Gründe, aber Jesper sprach seine Sprache nicht.“ (S. 151) „Never leave the path“ ist der neueste Roman meiner absoluten Lieblingsautorin und mit ihm beweist Antonia Michaelis einmal mehr, dass sie „eine ganz Große“ ist. Fast wie ein modernes Märchen, nimmt uns die Geschichte mit in eine Welt zwischen Fantasie und Wirklichkeit, in der Grenzen verschwimmen, sich auflösen, bis man an sich selbst und seiner Wahrnehmung zu zweifeln beginnt. Antonia Michaelis schreibt nicht, sie zaubert. Sie malt farbenprächtige Bilder, sie erschafft Gerüche, sie lässt Töne erklingen – und das alles nur mit ihren Worten, mit ihrem poetischen Schreibstil, von dem man jedes einzelne Wort im Herzen bewahren möchte. „Der Nebel war weniger dicht als am Abend zuvor, war wie hauchdünne Vorhänge zwischen den Bäumen, durch die man halb hindurch sehen konnte, Vorhänge, die über der Wiese schwebten, von Geisterhand aufgehängt. Oder wie Fetzen eines schwerelosen, weißen Kleides.“ (S. 137) Auf 380 Seiten erschafft die Autorin einen eigenen Kosmos, ihr eigenes kleines Universum, und jeder Leser, jede Leserin unterwirft sich hierin nur zu gern den ganz eigenen Regeln von Antonia Michaelis. Zwischen GUT und BÖSE, zwischen SCHWARZ und WEISS gibt es so viele Zwischentöne, Nuancen, Facetten. Aber sie stößt die Leserschaft nicht mit der Nase darauf. Im Gegenteil. Immer wieder legt sie falsche Fährten, dreht uns im Kreise, so dass wir die Orientierung verlieren und uns schwindelig wird. Und hören wir sie dabei nicht sogar leise kichern? Mit ihren Worten verbindet sie uns die Augen, entführt uns, lässt uns staunend an Dinge glauben, die jeglicher Vernunft entbehren. Ihre Geschichten zu lesen, bedeutet nicht nur dem Alltag zu entfliehen, es fühlt sich an wie „nach Hause kommen“. Sich fallen lassen, durchatmen, Ballast abwerfen, die Gedanken auf die Reise schicken, träumen mit offenen Augen... Die in die beiden Teile „Goldlaub“ und „Silberschnee“ halbierte Geschichte zeigt einmal mehr, wie schnelllebig, anonym und stressig die heutige Zeit geworden ist. Wie voreingenommen Menschen sein können. Und wie wenig es eigentlich zum Leben bedarf. Antonia Michaelis öffnet uns im richtigen Moment die Augen, damit wir uns selbst im Spiegel erkennen können. Gesellschaftskritisch an der ein oder anderen Stelle, aber nie belehrend. Treffsicher und ungeschönt, aber nie ohne „das Glühwürmchen, welches ein kleines Licht in die dunklen Abgründe der menschlichen Seele wirft“. Wer „Solange die Nachtigall singt“ gern gelesen hat, wird sich auch hier über den ureigenen Zauber des Waldes freuen und begeistert kleine Parallelen ziehen können. Allen Antonia-Fans, Wanderfreunden und Naturbegeisterten empfehle ich diese Geschichte wärmstens – allerdings bitte nicht unter 16 Jahren! „Vielleicht würde er nie erfahren, wie viele Gräber es gab hier oben im Wald. Aber vielleicht war die Vergangenheit unwichtig. Und auch die Wahrheit. Es war nur der Moment, der zählte.“ (S. 242)

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