Berthold Zündorf, den alle nur Bertho nennen, lebt mit seiner Familie im Dörfchen Bergstein am Nordrand der Eifel. Im Winter liebt er die Stille, im Sommer die harte Feldarbeit mit seinem Vater Manes und dem Pferd Fritz. Das Mädchen Gloria übt eine besondere Faszination auf ihn aus, vor dem Mossel – ein gefürchtetes Wesen, halb Mensch, halb Hund, das angeblich entlang des Weges hinab in das Tal der Rur arglosen Wanderern auflauert – hat er große Angst.Als in den 1930er Jahren die NSDAP zunehmend an Einfluss gewinnt, kann Bertho den neuen Umständen wenig abgewinnen. Der Hitlerjugend tritt er erst bei, als es für ihn keine andere Möglichkeit mehr gibt. Über seine Zweifel kann er nur mit seinem Vater und dem im Dorf lebenden Maler Gustaf Heister sprechen.Vom Krieg bekommt man in Bergstein zuerst wenig mit. Aber schon bald brechen auch für Bertho und seine Familie schwierigere Zeiten an.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Jo Ann Martin
5/5
09.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein großartiger Roman über die schleichenden Auswirkungen des Nationalsozialismus auf eine Dorfgemeinschaft
In nüchterner und sehr eindringlicher Sprache beschreibt der Autor die Entwicklungen in einem kleinen Eifeldorf mit dem Einzug des Nationalsozialismus. Erzählt wird aus der Perspektive von Berthold Zündorf, genannt Bertho, der zu Beginn der Geschichte, 1933, fünf Jahre alt ist.
Bertho wohnt mit seinen Großeltern, seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester auf dem Hof „Am Schoofstall“ am Rande des Dorfs in der Nähe des Westwalls. Eine eifeltypische Nebenerwerbslandwirtschaft; das Einkommen der Familie wird durch die Tätigkeit des Vaters in der nahegelegenen Papierfabrik bestritten.
Bertho ist zurückhaltend, ein Beobachter, und er versteht nicht, was hier im Dorf passiert. Warum gerät seine Familie zunehmend unter Druck, nur weil der Vater sich weigert, der Partei beizutreten? Warum wird der Maler Heister verprügelt, sein Haus und seine Bilder zerstört und er in ein Lager deportiert? Warum werden die Zigeuner, die alljährlich im Dorf campieren, begehrte Seifen mitbringen und Metallgegenstände reparieren, plötzlich vertrieben? Als seine Eltern gezwungen werden, ihn zur HJ zu geben, versteht er nicht, warum er dort lernt, dass die deutsche Jugend herrisch und grausam sein muss.
Bertho wächst heran und erlebt die Veränderungen im Dorf. Durch seine Augen sehen wir die wunderschöne Eifel, spüren seine Liebe zur Landschaft, zu den Jahreszeiten.
Gegen Ende des Kriegs wird das gesamte Dorf evakuiert und die Familie in Thüringen einquartiert. Bertho, der mittlerweile 17 Jahre alt ist, wird in den letzten Kriegstagen zum Kriegsdienst eingezogen. Er erhält einen viertägigen Kurs und soll gemeinsam mit anderen Jugendlichen, von denen einige erst 14 Jahre alt sind, das Vaterland verteidigen und zum Endsieg verhelfen.
Wird es der Familie gelingen, gesund nach Hause zurückzukehren? Was werden sie vorfinden? Am Schluss hat der Autor noch einen wunderbaren Plottwist für uns parat.
Fazit: Ein großartiger Roman, in dem die Liebe des Autors zur Eifel auf jeder Seite spürbar ist. Sehr authentisch beschreibt er darin die schleichenden Auswirkungen des Nationalsozialismus auf die Dorfgemeinschaft aus Kinderaugen.
Bewertung
5/5
05.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Der rote Berg
Der rote Berg ist im Eifeler Literaturverlag erschienen und beinhaltet 225 lesenswerte Seiten. Das Cover passt sehr gut zur Geschichte. Es lädt zum Lesen des Romans ein.
Berthold Zündorf lebt mit seiner Familie in Bergstein am Nordrand der Eifel. Im Sommer liebt er die harte Feldarbeit mit seinem Vater. Im Winter schätzt er die Stille der Eifel.
Der Roman spielt von 1930 -1947. Die NSDAP gewinnt die Macht im deutschen Reich. Berthold Zündorf tritt erst in die Hitlerjugend ein, als es keine andere Möglichkeit für ihn gibt. Über seine Zweifel kann er nur mit seinem Vater und dem Maler Gustaf Heiser sprechen.
Als der Krieg beginnt, brechen für Berthold Zündorf und seine Familie schwere Zeiten an.
Der Roman ist flüssig und spannend geschrieben. Es ist ein Roman der zum Nachdenken anregt. Der Roman zeigt den Aufstieg und den Fall der NSDAP auf. Was hatte dies für einen Einfluss auf das Leben von Familie Zündorf? Der Krieg sorgt für Verluste und Schmerzen.
Der rote Berg gehört in jeden Geschichtsunterricht. Der Roman hat mich sehr berührt. Ich vergebe daher 5 Sterne.
Bewertung
aus Freudenberg
5/5
02.05.2026
Buch (Taschenbuch)
nachdenklicher Roman
Inhaltsangabe
Berthold Zündorf, den alle nur Bertho nennen, lebt mit seiner Familie im Dörfchen Bergstein am Nordrand der Eifel. Im Winter liebt er die Stille, im Sommer die harte Feldarbeit mit seinem Vater Manes und dem Pferd Fritz. Das Mädchen Gloria übt eine besondere Faszination auf ihn aus, vor dem Mossel – ein gefürchtetes Wesen, halb Mensch, halb Hund, das angeblich entlang des Weges hinab in das Tal der Rur arglosen Wanderern auflauert – hat er große Angst.
Als in den 1930er Jahren die NSDAP zunehmend an Einfluss gewinnt, kann Bertho den neuen Umständen wenig abgewinnen. Der Hitlerjugend tritt er erst bei, als es für ihn keine andere Möglichkeit mehr gibt. Über seine Zweifel kann er nur mit seinem Vater und dem im Dorf lebenden Maler Gustaf Heister sprechen.
Vom Krieg bekommt man in Bergstein zuerst wenig mit. Aber schon bald brechen auch für Bertho und seine Familie schwierigere Zeiten an.
Meine Meinung:
Ich hatte große Erwartungen an dieses Roman und wurde nicht enttäuscht.Der Autor hat mich mit dieser Lektüre sofort in den Bann gezogen.
Ich lernte Bertho kennen und verfolgte sein Leben von 1930-1947.Diese Zeit war geprägt vom Aufstieg des Nationalsozialismus.Der Schreibstil ist leicht,locker und flüssig.Die Seiten flogen nur so dahin und einmal angefangen mit lesen wollte ich das Buch kaum noch aus den Händen legen.Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt und so war ich meist mitten im Geschehen dabei.Durch den sehr ruhigen und doch mitreissenden Erzählerstil wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Die Spannung zog sich durch die gesamte Geschichte.Bertho und seine Familie hatten mit dem Krieg,vielen Verlusten und Schmerzen zu kämpfen und ich durfte hautnah dabei sein.Was der Aufstieg und letztendlich die Machtübernahme der NSDAP für die einfachen Leute bedeutete habe ich hier in dieser Geschichte erfahren.Vieles hat mich zum Nachdenken angeregt.
Auch das Cover finde ich sehr ansprechend und gut gewählt.Ich hatte viele lesenswerte Stunden mit dieser Lektüre und vergebe glatte 5 Sterne.
Bewertung
5/5
02.05.2026
Buch (Taschenbuch)
regt zum Nachdenken an
Bei „ Der rote Berg“ von Herbert Pelzer handelt es sich um einen Eifel – Roman.
Habe diesen Roman regelrecht verschlungen. Durch den tollen Schreibstil des Autors, lässt sich dieser Roman flüssig lesen und man möchte unbedingt wissen, wie es mit den Protagonisten weitergeht.
Dieser Roman beginnt an Bertho´s 6. Geburtstag im Jahre 1933 und endet als er schon längst erwachsen ist.
Der Plot regt zum Nachdenken an und nimmt einen stellenweise emotional sehr mit. Eine glückliche Familie, Krieg, Verluste etc. , Wiederaufbau, neues Leben, möchte hier aus Spoilergründen nicht in die Details gehen, all dies wird sehr bildhaft beschrieben. Ich konnte mich so gut in die Protagonisten hineinversetzen, ihren Gedanken folgen, mit ihnen fühlen u.s.w. als ob ich sie persönlich kennen würde.
Dies ist keine Lektüre, die man mal eben so liest und dann das nächste Buch in die Hand nimmt, sondern bei mir hat diese Geschichte noch ein paar Tage zum nachgewirkt.
Ich empfehle dieses Buch weiter.
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