Atmosphärischer Roman, v.a. für alle die aus dem Osten komnen, Literatur mögen und das Paris der frühen 90er kennen. Ein guter Schuss Romanze, kauzige Charaktere, wirklich liebenswerte Hauptfiguren und Dramatik.
Maja-Ines
aus Dresden
5/5
18.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich bin sofort eingetaucht in…
Ich bin sofort eingetaucht in diese (in Teilen autobiografische) Geschichte, vor allem Dank der bildkräftigen, schönen Sprache der Autorin. Ich finde das Buch unbedingt lesenswert. Einfach probieren!
Christopher Bahn
Book Circle Community
5/5
08.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Flucht nach Paris
Ein hinreißendes Buch der Autorin über ihre Ausreise aus der DDR 1989 nach Paris als junge Frau. Wir erfahren viel über ihre alltäglichen Erlebnisse und damit über das Leben in dieser großen Stadt. Mit dem typischen ostdeutschen Humor und Sprachstil geschrieben, kann ich das Buch als amüsante und interessante Sommerlektüre sehr empfehlen.
Silvi
aus Wismar
5/5
25.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fünf Sterne für drei Sommer – und ein Lebensgefühl, das bleibt
ℝ
Ich habe dieses Buch gelesen und es eigentlich eher verschlungen – wie ein Stück Croissant, das man nicht kauen, sondern direkt auf der Zunge zergehen lassen will. Drei Sommer lang Paris ist kein klassischer Paris-Roman mit Eiffelturm und Baguette-Romantik, sondern ein sehr lebendiger, ehrlicher, fast filmisch erzählter Blick auf eine Stadt und eine junge Frau, die beide in Bewegung sind.
Ulrike – 21, neugierig, mutig bis zur Naivität – springt ohne Netz ins Leben und landet mitten in Paris, ohne Sprachkenntnisse, ohne Plan, aber mit einem unerschütterlichen Drang nach Freiheit. Ich habe sie sofort gemocht. Vielleicht, weil sie nicht diese überzeichnete Heldin ist, sondern ein Mensch, der sich treiben lässt, mal scheitert, mal staunt, mal sich selbst verliert – und dadurch immer echter wird.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist, wie Patricia Holland Moritz diese Zeit – den Sommer ’89, die letzten Atemzüge der DDR, das vage Gefühl von „etwas Großem“ – in die Atmosphäre hineinschreibt, ohne dass es jemals belehrend oder pathetisch wirkt. Geschichte schwingt hier eher im Hintergrund mit wie eine alte Melodie, die man nicht mehr ganz zuordnen kann, aber sofort wiedererkennt.
Der Schreibstil ist angenehm unprätentiös – oft poetisch, aber nie überladen. Man merkt, dass hier jemand schreibt, der viel beobachtet hat, der die Ränder der Stadt kennt, nicht nur die Postkartenmotive. Die Begegnungen, die Ulrike hat – mit anderen Auswanderern, mit Parisern, mit sich selbst – wirken so beiläufig und gleichzeitig bedeutungsvoll, dass ich mich mehr als einmal gefragt habe, wie viel davon wohl autobiografisch ist.
Was bleibt nach der Lektüre? Ein bisschen Wehmut. Ein bisschen Aufbruchsstimmung. Und das Gefühl, dass man manchmal einfach in einen Zug steigen muss, auch wenn man das Ziel noch nicht aussprechen kann.
Für mich ein ganz besonderes Buch – leise, ehrlich, mutig und sehr nah dran am echten Leben. Ich kann es jedem empfehlen, der Lust auf eine Geschichte hat, die nicht laut daherkommt, aber lange nachhallt.
Nicole Kleber
aus Eisenberg
5/5
04.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine große Lesefreude
Es ist der Sommer 1989 und die letzten Monate der DDR, als Ulrike im Zug von Leipzig nach Paris sitzt. Sie spricht kein Wort Französisch, wird aber von ihrer Mutter und deren zweitem Mann in Empfang genommen, die dort seit einigen Jahren leben.
Ulrike ist ungemein Literaturbegeistert, sie ist neugierig und mutig, hat eine unbandige lebensfreudige und unbedarfte Lust auf diesen Neuanfang - und geht diesen beherzt an!
Auf den Spuren verstorbener Künstler: innen und Berühmtheiten entdeckt sie ein Paris, das Kultur geradezu atmet. Sie verbringt ihre Tage damit, Cafés, Straßen, Parks und Hausnummern zu suchen, immer ein Buch, ein Text und vor allem ihre Rolleiflex im Anschlag. Den Sprachkurs absolviert sie in Rekordzeit, ihr begegnen die wunderbarsten, skurrilen Personen - die zu Freund: innen werden (und die ich so schnell nicht vergessen werde!) und einen Job in einer Speditionsfirma ergattert sie auch.
Die erste, eigene Wohnung lässt nicht lange auf sich warten und da scheint sich auch eine Liebe anzukündigen ...
„Ülrike“ hatte mich bei all ihren Erkundungsgängen im Schlepptau, hat mich teilhaben lassen an ihrem (aus der Ferne) Blick auf die alte Heimat und vor allem auf die neue. Sie hat mich ein Paris entdecken lassen, das ich sofort auf eigene Faust erobern will und wie aufregend war es, mich mit ihr in Gilles zu verlieben, ihn auszuspähen!
Wie wunderbar! So viel Herz und Witz und Leben - und funkensprühender Geist. Und vor allem: gänzlich ohne stereotype Darstellungen.
Patricia Holland Moritz hat den Ton dieser Zeit perfekt getroffen, ihr Personal ist zum Niederknien gut ausgearbeitet und ihre Sprache lässt meine Leserinnenherz vor Begeisterung hüpfen!
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