Marky, 17, versucht in einer Welt zurechtzukommen, die Härte belohnt und Sensibilität als Schwäche liest. Seine Familie kämpft mit Schulden, Freundschaften kippen, die erste Liebe wird kompliziert – und Social-Media-Mythen über Männlichkeit ziehen ihn in eine gefährliche Richtung, in der toxische Männlichkeit zur vermeintlichen Lösung wird.
Du weißt nen Scheiß über Sterne ist ein radikal ehrlicher Coming-of-Age-Roman über Scham, Sehnsucht, digitale Überforderung – und den Mut, weich zu bleiben. Roh, poetisch, direkt – ein Generationsroman für Jugendliche und Erwachsene.
Der Roman erscheint im Vorfeld des Ehrengastauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse 2026.
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Ein Jahr, das unter die Haut geht
Nirvia aus Osterholz-Scharmbeck am 23.04.2026
Bewertungsnummer: 3118212
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Du weißt nen Scheiß über Sterne fühlt sich an wie ein Jahr im Leben eines Jugendlichen, das man hautnah miterlebt – manchmal chaotisch, manchmal schön, manchmal richtig hart.
Im Mittelpunkt steht Marky, 17, und komplett mitten im Leben: Freundschaft, Liebe, Streit, Drogen, Social Media, Gruppendruck – alles, was Jugendliche eben beschäftigt. Und das Buch zeigt das nicht glattgebügelt, sondern so, wie es sich wirklich anfühlt: durcheinander, laut, unsicher, manchmal peinlich, manchmal mutig.
Was ich richtig gut fand: Man merkt total, wie verloren Marky manchmal ist. Er will cool sein, dazugehören, stark wirken – und rutscht dabei immer mehr in so ein toxisches Männlichkeitsbild rein, das er aus dem Internet aufschnappt. Das ist erschreckend realistisch. Gleichzeitig gibt es aber diese kleinen, zarten Momente, in denen man merkt, wie verletzlich er eigentlich ist. Genau das macht ihn so echt.
Die Geschichte wird rückwärts erzählt, was am Anfang etwas verwirrend sein kann, aber irgendwann macht es total Sinn. Man versteht Stück für Stück, wie alles zusammenhängt. Und obwohl der Schreibstil manchmal ein bisschen holprig ist (wahrscheinlich wegen der Übersetzung), kommt man gut rein und bleibt dran.
Was mir besonders gefallen hat:
Die Clique wirkt real, nicht übertrieben.
Die Gefühle sind authentisch – dieses typische Auf und Ab.
Die Themen sind wichtig und nah an der Realität.
Es gibt Spannung, Drama, Liebe, Fehler, Wachstum.
Was nicht perfekt ist: Manchmal sind die Gedanken und Dialoge etwas wirr. Aber ehrlich gesagt passt das auch irgendwie zu Marky und seinem Alter. Teenager denken halt nicht in klaren, ordentlichen Sätzen.
Unterm Strich ist es ein Buch, das hängen bleibt. Kein leichtes, aber ein wichtiges. Es zeigt, wie schwer es ist, seinen Platz zu finden, wenn man von allen Seiten beeinflusst wird – und wie schnell man in die falsche Richtung laufen kann.
Für mich: eine klare Empfehlung.
Du weißt nen Scheiß über Sterne
Bewertung aus Schönebeck am 13.04.2026
Bewertungsnummer: 3108355
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich habe diesen Roman mit einer Mischung aus Neugier und Skepsis begonnen – und ziemlich schnell gemerkt, dass mich dieses Buch tiefer trifft, als ich erwartet hätte. Marky ist keine Figur, die man einfach „mag“. Er ist widersprüchlich, manchmal anstrengend, oft verloren – und genau darin liegt die Stärke des Romans. Er fühlt sich echt an.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist die schonungslose Ehrlichkeit, mit der die Geschichte erzählt wird. Die Themen – finanzielle Unsicherheit, bröckelnde Freundschaften, diese erste, überwältigende Liebe – sind nicht neu, aber hier wirken sie ungefiltert, fast roh. Vor allem aber trifft das Buch einen Nerv, wenn es um Männlichkeitsbilder geht. Diese leisen, schleichenden Einflüsse aus Social Media, die Marky immer tiefer in eine toxische Denkweise ziehen, sind erschreckend nachvollziehbar beschrieben. Man merkt beim Lesen, wie verführerisch einfache Antworten sein können, wenn man sich ohnehin verloren fühlt.
Gleichzeitig ist da aber auch eine große Zärtlichkeit im Text. Zwischen all der Härte blitzen immer wieder Momente auf, in denen Markys Verletzlichkeit durchkommt – und genau diese Momente sind es, die hängen bleiben. Das Buch stellt keine einfachen Lösungen bereit, sondern hält die Widersprüche aus. Es zeigt, wie schwer es ist, „weich zu bleiben“ in einer Welt, die genau das bestraft.
Sprachlich hat mich der Roman ebenfalls überzeugt. Er ist direkt, manchmal fast schon rotzig, dann wieder überraschend poetisch. Diese Mischung passt perfekt zur Figur und zur Stimmung des Buches. Man hat oft das Gefühl, sehr nah an Markys Gedanken zu sein – manchmal vielleicht sogar zu nah, was das Lesen stellenweise unangenehm macht, aber eben auch intensiv.
Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann vielleicht, dass die emotionale Wucht zwischendurch fast überwältigend ist. Es ist kein „leichtes“ Buch, keines, das man einfach nebenbei liest. Aber genau das macht es auch so besonders.
Für mich ist diese Story ein starkes, wichtiges Buch über das Aufwachsen in einer Zeit, in der Orientierung oft aus den falschen Quellen kommt. Es bleibt lange im Kopf – und vielleicht ist das das größte Kompliment, das man einem Roman machen kann.
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