Zwei Schwestern. Zwei Lebenswege. Ein Geheimnis, das sie über den Tod hinaus verbindet. Ein bewegender Familienroman zwischen Südfrankreich und Berlin, der Kunst, Architektur und menschliche Abgründe miteinander verwebt.Zeit ihres Lebens stehen sich die eineiigen Zwillingsschwestern Inès und Sotine Favre mit Zwietracht und Missgunst gegenüber - die eine als gefeierte Künstlerin, die andere als brillante Architektin. Während Inès in den 1960er- und 1970er-Jahren im schillernden Jetset Südfrankreichs der Kunst, den Drogen und der Selbstzerstörung verfällt, erschafft Sotine visionäre Bauwerke, die ihr internationale Anerkennung einbringen. Doch als Sotine 2002 in Berlin unter rätselhaften Umständen stirbt, gerät ein verborgenes Netz aus Lügen, Macht und Schuld ans Licht. Ihr Neffe Philipp Morel, der von seiner Mutter Inès einst verlassen wurde, erbt ein beträchtliches Vermögen - und stößt gemeinsam mit der Anwältin Sabine König auf die Aufzeichnungen seiner Tante.Was war der wahre Hintergrund des Berliner Immobilienskandals "Grüne Düne"?Welche Rolle spielte Sotines charismatischer Ehemann Gérard Bertrand?Und warum scheint das geheimnisvolle Gemälde "Mistral, Mistral" über Leben und Tod zu entscheiden?Ein Roman über Erbschaft, Rivalität und Verbundenheit, über die Frage, wie stark Blutsbande und Schicksal tatsächlich sind - und darüber, dass man selbst dem Wind, der alles verweht, nicht entkommen kann.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Fay Phoenix
aus Hannover
5/5
05.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten
Inès und Sotine Favre, sind eineiige Zwillingsschwestern, die sich leider so gar nichts zu sagen haben. Während die eine als Künstlerin komplett durchstartet und keinerlei finanzielle Sorgen hat, feiert die andere als erstklassige Architektin große Erfolge.
Leider spielen in der Welt von Inès Drogen eine ganz entscheidende Rolle, die ihr letztendlich auch zum Verhängnis werden. Bei ihrer Schwester Sotine spielen Drogen keinesfalls eine Rolle. Umso mehr Fragen kommen auf, als sie Jahre später in Berlin tödlich verunglückt und bei ihr etwas ganz besonderes gefunden wird.
Ins Fadenkreuz rückt ihr Neffe Philipp Morel, der zuerst gar nicht versteht, was dieser Tod bedeutet und was für einen riesigen Rattenschwanz er nach sich zieht. Gemeinsam mit der Anwältin seiner verstorbenen Tante, stößt er auf Aufzeichnungen, die unfassbare Dinge aufdecken. Hier geht es um Leben und Tod, Liebe, Intrigen und einem Gemälde, namens Mistral Mistral…
Ein super schöner Roman, der mich zwischen Frankreich und Berlin hat hin und her reisen lassen und mir richtig schöne Lesestunden beschert hat. Die Schreibweise ist modern und mitreißend und hat mir in Gedanken viele interessante Bilder geliefert. Diese gegenseitige Abneigung zwischen Inès und Sotine, diese vielen Intrigen und Geheimnisse und der Mix aus Rivalität und Verbundenheit hat mir sehr gut gefallen. Der kleine Ausflug in die Geschichte der Kunst, Architektur und Kriegszeit, hat mich ebenfalls richtig begeistert und ist wahnsinnig gut gelungen. Einige Dinge hatte ich bereits vermutet, dennoch hat mir die Geschichte richtig gut gefallen und mich auch mit viel Spannung und Überraschungen fesseln können. Von mir gibt es hier fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
Bewertung
aus Wertingen
5/5
10.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mistral Mistral
Dies ist bereits des siebte Buch und das Schriftstellerduo hat sich hier mehr als übertroffen, par excellence. Wir erleben die Zeit von 1950 bis 2002 und wir kommen von Shanghai nach Südfrankreich, wo wir reale Personen wie Gainsborough, Mick Jagger, Matisse, die Bardot und noch so viele andere treffen, weiter nach Paris und Berlin. Die eineiigen Zwillinge Sotine und Ines Favre gleichen sich äußrtlivh total, jedoch mit unterschiedlichen Charakteren und Fähigkeiten. Ines lebt ein Boheme Leben in Südfrankreich, ist eine erfolgreiche Künstlerin, heiratet, bekommt einen Sohn und hat ihre Liebhaber. Sotine ist eine anerkannte Architektin und hat eine Beziehung zu einer Frau. Als Sotine 2002 unter ganz verdächtigen Umstände stirbt, acht Jahre nach ihrer Zwillingsschwester, soll ihr Neffe Philippe Morel das Erbe antreten. Sotine war am Immobilienskandal Grüne Düne mitinvolviert. Ihr Geschäftsführer Gerard Bertrand macht dem Neffen das Erbe streitig. Da tritt Sotines Anwältin an Philippe heran und möchte ihm helfen, die Erbschaft zu verteidigen. Und dann geht es auch noch um das berühmte Gemälde Mistral, Mistral. Auf Philippe wird ein Mordanschlag verübt, dann wird er auch nach entführt. Hat die junge Anwältin Sabine etwas zu verbergen? Wie sind die Familiengeheimnisse? Philippe hatte zu seinen Eltern seit Jahren keinen Kontakt mehr. Er kommt immer tiefer unschuldig in die Mühlen und die Machenschaften seiner Familie hinein, ohne zu wissen, weshalb und warum. Das Buch ist interessanter als jeder Thriller, die menschlichen Abgründe scheinen unüberwindbar, Macht, Gier und Hass sind hier an der Oberhand. Bei jedem Kapitel trifft den Leser eine neue Überraschung, man kann das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Ganz vorteilhaft ist das Namensverzeichnis mit den Geburts- und Sterbedaten der Akteure. Die Autoren verstehen es, die Geschehnisse richtig bildlich darzustellen. Ich bin hin und weg von dem Buch und werde noch sehr lange darüber nachdenken müssen. Das Cover ist am unteren Teil mit einer Borte versehen und darauf befinden sich zwei Orangen. Man meint, den Mistral, den stürmischen Fallwind Südfrankreichs zu spüren.
Magnolia
5/5
17.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannend erzählt, undurchsichtig bis zum Schluss
Mistral, den starken, kalten Fallwind in Südfrankreich, kennen wir alle, zumindest dem Namen nach. Was es aber mit dem Gemälde, das hier eine tragende Rolle spielt, auf sich hat, erschließt sich mir vorerst nicht.
Zunächst gehen wir zurück ins Jahr 1949, als das Ehepaar Favre mit ihren Zwillingstöchtern Inés und Sotine mit dem Schiff von Shanghai mit Ziel Marseille unterwegs ist. Das Hauptaugenmerk aber liegt auf den erwachsenen, eineiigen Zwillingsschwestern, die trotz ihres äußeren Erscheinungsbildes unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide sind sie sehr begabt, sie stehen sich jedoch nicht nahe, man könnte sie ohne Weiteres als unversöhnlich beschreiben. Und das ihr Leben lang.
Inés große Zeit sind die 60er und 70er Jahre, die sie als sehr erfolgreiche Künstlerin in vollen Zügen inmitten des französischen Jetsets genießt. Sie ist schwer drogenabhängig, schafft es aber dennoch, sich oben zu halten und Sotine ist mit ihren visionären Bauprojekten als Architektin außerordentlich erfolgreich, bis ein Immobilienskandal ihre Welt erschüttert. Als sie plötzlich stirbt, ist ihr Neffe Philippe Alleinerbe, was nicht jedem gefällt.
Dieser Roman kommt mit voller Wucht daher, ich konnte und mochte ihn nicht weglegen, bin der Geschichte um die beiden Schwestern innerhalb zwei Tagen (oder besser gesagt Nächten) gebannt gefolgt. Nicht nur Philippe tritt auf den Plan, auch Sotines Geschäftsführer Bertrant sowie die Anwältin Sabine König und noch so einige mehr sind Teil dieser undurchsichtigen, absolut spannenden Story. Ein Detail über die Zwillinge wird wie nebenbei erwähnt, das mich schon stutzig macht. Als versierte Thriller-Leserin achte ich genau auf solche Einflechtungen, die mir dann nicht mehr aus dem Kopf gehen.
Es geht um Erfolg, um Drogenexzesse, um Verrat und Hinterhältigkeit, auch lese ich von Abhängigkeit, von Intrigen und Betrug, dabei treffe ich auf auch heute noch bekannten Berühmtheiten dieser Zeit. Wie sich die ganze Tragik letztendlich verbindet, wie sich das Ganze aufdröselt, ist fesselnd und mitreißend erzählt. Ein richtig gutes Buch mit Thriller-Elementen, dem hoffentlich noch so einige dieses Genres folgen mögen.
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