Vermutlich werden Reiseberichte vor allem deshalb so gern gelesen: Man kann es sich auf dem Sofa gemütlich machen und denken "Gut, dass ich nicht dabei gewesen bin".Anselm Pahl bleibt am liebsten zu Hause. Aber wenn er schon einmal verreist, soll es erstens einigermaßen exotisch zugehen – mit einer Datsche an der Müritz ist es da nicht getan – und zweitens braucht es einen fügsamen Begleiter zur Vermeidung von Langeweile, wofür sich Pahls willensschwacher Arbeitskollege bestens eignet. Das Reiseziel ist bald gefunden: Khnomo, eine Insel im Indischen Ozean, von der noch niemand gehört hat. Doch es gibt sie wirklich. Versprochen. Also auf nach Khnomo!
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Berlin
5/5
03.06.2026
Buch (Paperback)
Auf und davon
Sommer ist Reisezeit. Wir sind erpicht darauf, in die Ferne zu fahren und dort Neues kennenzulernen. Dann kommt man nach Hause und erzählt den Zurückgebliebenen Geschichten, die niemand nachprüfen kann. So in etwas ging es mir mit diesem Buch. Und, schon mal vorab, ich hatte mächtig Spaß damit. Anselm Pahl möchte mal so richtig in den Urlaub fahren. Was ganz Neues, was noch nicht jeder kennt. Dazu wählt er eine kleine Insel mitten im Indischen Ozean. Und damit er nicht so alleine ist, kommt ein namenloser Arbeitskollege mit auf diese Reise, mit dem ihn nichts verbindet außer dieselbe Arbeitsstelle und die Abenteuerlust. Was sie dann auf Khnomo erleben, ist einerseits so irre und surreal und andererseits so lebensnah als würde mir ein guter Freund von seinem Abenteuerurlaub in Südamerika berichten. Genau das hat für mich der Reiz dieses Buches ausgemacht. Andreas Brettschneider kann einfach unglaublich gut Geschichten erzählen. Und ich habe ihm am Anfang alles geglaubt, bis ich dann immer wieder, misstrauisch geworden, Google befragt habe. Umso lustiger waren die Erkenntnisse von Wahrheit und Fiktion. Eine sehr unterhaltsame und witzige Geschichte über eine Reise, von der mir ein Freund erzählen könnte und ich würde ihm jedes Wort glauben.
Bewertung
5/5
28.03.2026
Buch (Paperback)
eine sonderbare Reise auf eine fantastische Insel
"Ferien auf Khnomo" ist ein grandioser Spaß und ein sehr kluges Buch noch dazu. Mir hat ja schon der Reiseführer "Molwanien - Land des schadhaften Lächelns" gut gefallen, aber wo der Reiseführer sich irgendwie doch eher über Balkanländer lustig macht, nimmt Brettschneider sich das Reisen selbst vor und seziert es klug. Wir erleben die Rettung eines Mikhu (ein Vogel, der nicht das Fliegen verlernt hat, sondern das Laufen), es gibt eine feierliche Prozession zu Ehren des großen Maghi, von dem aber keiner mehr so genau weiß, warum überhaupt er der große Maghi ist, wir bereisen das Tal der Anh Kheni (das sprichwörtliche "uncanny valley") und noch unzähliges mehr. Wer "Die letzten ihrer Art" von Douglas Adams mochte, sollte "Ferien auf Khnomo" unbedingt lesen.
Übrigens: Obwohl der Erzähler mit dem Reisen und all den Mythen darüber eigentlich nichts anfangen kann, obwohl er stets betont, dass er für diese Erfahrungen auf Khnomo auch ebenso gut nach Dortmund-Brackel hätte fahren können, statt um die halbe Welt zu fliegen, verliebt er sich am Ende ja doch in diese kleine Insel im Indischen Ozean, die es vermutlich wirklich gibt. Ich jedenfalls habe mich sofort in Khnomo verliebt, höre täglich den traditionellen Khnado und freue mich, dass ich nicht extra dahinfliegen muss, um dort unterwegs zu sein.
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