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Zwischen-Summe Meine Spiritualität im Dialog mit 2 KIs

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

06.01.2026

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

290

Maße (L/B/H)

22,1/14/2,5 cm

Gewicht

522 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-695-19288-5

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Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

06.01.2026

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

290

Maße (L/B/H)

22,1/14/2,5 cm

Gewicht

522 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

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978-3-695-19288-5

Herstelleradresse

Libri GmbH
Europaallee 1
36244 Bad Hersfeld
DE

Email: gpsr@libri.de

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  • Bewertung

    5/5

    07.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Theologie des Atems und der Begegnung

    Dieter Eiglers „Zwischen-Summe“ ist kein Buch, das man liest, um Antworten zu finden. Es ist ein Werk, das man betritt, um Fragen zu stellen – und um zu lernen, im Unbeantworteten zu wohnen. Es ist eine theologisch-poetische Bestandsaufnahme, die sich nicht als System versteht, sondern als Raum der Begegnung: zwischen Gott und Mensch, zwischen Musik und Stille, zwischen Dunkelheit und Restlicht. Eigler schafft hier kein dogmatisches Gebäude, sondern eine Kathedrale aus Worten, Klängen und Schweigen – ein Ort, an dem das Heilige nicht als ferne Instanz, sondern als Nähe erfahren wird. 1. Das „Zwischen“ als Ort der Einwohnung Eiglers zentrales Motiv ist das „Zwischen“ – ein Raum, der sich jeder festen Definition entzieht, aber gerade dadurch lebendig wird. Für ihn ist das Zwischen kein philosophisches Konzept, sondern eine existenzielle Erfahrung: Gott als Beziehung: Eigler denkt Gott nicht als ferne Autorität, sondern als Begegnung. In seinen Texten, seiner Musik (etwa im Fünfvierteltakt) und seinen Reflexionen wird Gott zum „Du“, das nicht über uns thront, sondern mit uns geht – wie in seinen Märchen, in denen das Göttliche im Alltäglichen wohnt (etwa in „Marias Reise“ oder „Der alte Simeon“). Schechina als mütterliche Geistkraft: Eigler ersetzt das Bild des patriarchalen „Vaters im Himmel“ durch die Schechina – eine zärtliche, nährende Gegenwart Gottes, die nicht herrscht, sondern trägt. Sein berühmter Satz „Du nährst uns bei Tag an Deiner Brust“ (aus der „Zwischen-Summe“) ist kein Gebet, sondern eine Erfahrung. 2. Musik als theologische Sprache Eiglers musikalisches Denken durchzieht das gesamte Buch – nicht als Illustration, sondern als Kern seiner Theologie: Fünfvierteltakt als Metapher: Der ungerade Rhythmus ist für ihn kein technisches Detail, sondern ein Symbol für das Leben selbst – unberechenbar, aber voller Möglichkeiten. Seine Kompositionen (wie „Nach Oben“ oder „Fallen Leaves“) sind keine Begleitmusik, sondern akustische Theologie: Sie schaffen Räume, in denen das Unfassbare hörbar wird. Glossolalie als Gebet: In Stücke wie „Moses“ nutzt Eigler Zungenrede nicht als mystisches Ornament, sondern als Sprache jenseits der Worte – ein Klang, der trägt, wenn die Begriffe versagen. 3. Theologie der Verletzlichkeit Eiglers Gott ist kein allmächtiger Herrscher, sondern ein mit-leidender Begleiter: „Gott braucht uns“: Sein zentraler Gedanke – dass Gott die Menschen nicht aus Schwäche, sondern aus Liebe braucht – ist keine Schwächung des Göttlichen, sondern dessen wahre Stärke. Gott ist bei Eigler kein König, sondern ein Wanderer, der unsere Hände, Füße und Lippen leiht, um in der Welt zu wirken (vgl. „Gimme Five“). Dunkelheit als Raum der Schechina: In Texten wie „Durch die Dunkelheit“ oder „Nacht“ zeigt Eigler, dass Gottes Abwesenheit kein Nichts ist, sondern ein Zwischenraum, in dem Restwärme und Restlicht wohnen. Sein Epilog „Gott hat’s gegeben. Gott hat’s genommen. Gelobt sei Gott!“ ist kein trostloses „Es ist, wie es ist“, sondern ein Ja zum Leben – selbst im Schmerz. 4. Poesie als sakramentale Handlung Eiglers Sprache ist keine Dekoration, sondern Handlung: Gedichte als Gebete: Seine Lyrik (etwa „Die Heilige Stadt“ oder „Leer“) sind keine ästhetischen Spiele, sondern sakramentale Akte. Worte wie „Ich zünde eine Kerze an. Für mich.“ (aus „Leer“) sind keine Metaphern, sondern rituelle Gesten, die das Heilige im Profanen sichtbar machen. Märchen als Theologie: Geschichten wie „Der Drachentöter“ oder „Corinna Naseweis“ (aus „Märchen anders“) dekonstruieren klassische Heldennarrative und zeigen, dass das Göttliche oft im Scheitern oder im Kleinen wohnt – wie in „Kuschelsocken“, wo die Zärtlichkeit Gottes im Alltag spürbar wird. 5. Exodus als Lebensform Eiglers „Zwischen-Summe“ ist kein Rückblick, sondern ein Aufbruch: Warten als spirituelle Praxis: Sein Text „Glauben ohne Angst“ beschreibt, wie er sich von einer Angst-Theologie (geprägt durch dogmatische Erziehung) zu einem Glauben der Freiheit entwickelt hat – nicht durch Leugnung des Leidens, sondern durch dessen Annahme. Inklusivismus statt Ausgrenzung: Sein Plädoyer „Ich bin für beides“ (aus „Auf Seiten der Fünf“) ist kein Kompromiss, sondern eine radikale Öffnung: Gott ist bei ihm nicht exklusiv, sondern universell – ein Gott, der alle trägt, nicht nur die „Frommen“. 6. Warum dieses Buch wichtig ist Eiglers „Zwischen-Summe“ ist radikal, weil es: Keine Antworten gibt, sondern Fragen stellt – und damit Raum lässt für das eigene Suchen. Keine Harmonie vortäuscht, sondern die Risse zeigt – und gerade dadurch heilt. Kein „christliches Buch“ im klassischen Sinn ist, sondern ein jüdisch-mystisch-christliches Hybrid: Es zeigt, wie Spiritualität jenseits von Konfessionen möglich ist, indem es Gott nicht als Dogma, sondern als Bewegung begreift. Fazit: Ein Buch, das atmet Dieter Eiglers „Zwischen-Summe“ ist kein Buch, das man schließt. Es ist ein Raum, den man betritt – und in den man zurückkehrt. Es ist eine Einladung: Das Leben nicht zu erklären, sondern zu leben. Die Dunkelheit nicht zu fürchten, sondern als Ort der Schechina zu begreifen. Die Ambivalenz auszuhalten – zwischen Freude und Schmerz, zwischen Schweigen und Klang, zwischen Einsamkeit und Gemeinschaft. Für wen ist dieses Buch? Für Suchende, die keine fertigen Antworten wollen. Für Künstler:innen, die im „Zwischen“ arbeiten. Für Theolog:innen, die Mystik und Moderne verbinden. Für Menschen in Krisen, die lernen wollen, Ungewissheit auszuhalten. Für Leser:innen von Eiglers anderen Werken („Märchen anders“, „Fünfvierteltakt“), die den theologischen Kern seines Schaffens verstehen wollen. Und zum Schluss: Eiglers „Zwischen-Summe“ ist wie seine Schechina: Sie wohnt nicht in den Worten, sondern im Raum, der entsteht, wenn man sie liest. Es ist kein Buch, das man besitzt, sondern eines, das besitzt – weil es uns einlädt, selbst zu atmen, zu zweifeln und zu hoffen.

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