An einem kalten und nassen Novembermorgen liegt vor der Pfarrkirche des beschaulichen Weinortes Malsch eine mit Nadeln durchsiebte Puppe. Ist der schaurige Fund ein Überbleibsel der feuchtfröhlichen Karnevalseröffnung, die am Abend zuvor im Pfarrheim stattfand, oder steckt mehr dahinter? Gibt es in Malsch vielleicht Anhänger eines dunklen Voodoo-Kults, die nachts schwarze Messen rund um die Pfarrkirche zelebrieren? Oder hat die Puppe mit einer Mordserie zu tun, die die friedliche Wallfahrtsgemeinde im Kraichgau vor Jahren bis ins Mark erschütterte? Tobias Stetten ist sich anfangs sicher, dass dem grausigen Fund keine tiefere Bedeutung zukommt. Doch als ein Freund bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben kommt und Tobias urplötzlich den heißen Atem eines rätselhaften Verfolgers im Nacken spürt, der den Familienvater sogar beim Golfen bedroht, wird Tobias klar, dass sein Leben an einem seidenen Faden hängt.
Kundinnen und Kunden meinen
3.3/5.0
Bewertung
5/5
05.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Gruselige Spannung
In diesem Krimi stellt man sich häufig die Frage „Konstruktion“ oder „wahres Leben“?
Nach einer Karnevalsveranstaltung findet sich eine mit Nadeln durchlöcherte Puppe vor der Kirche. Das ist makaber genug, um darüber nachzudenken. Schnell werden in der kleinen Gemeinde Verbindungen zu einer zurückliegenden Mordserie geknüpft.
Nun beginnt das, was die eigentlichen Längen des Buches ausmachen. Tobias und Dominik, wichtige Protagonisten der Handlung, werden ausführlich mit all ihren Bedenken und Überlegungen beschrieben. Diese Textpassagen stellen eine hohe Anforderung an uns Lesende, beim Text zu bleiben. Natürlich lohnt es sich, das zu tun.
Das vor Jahren begangene Verbrechen beeinflusst noch im aktuellen Fall die Denkvorgänge und letztlich auch die Handlungen von Tobias und Dominik. Auch ein fieberhaft gesuchter Elitesoldat und ein im Untergrund arbeitender Mann namens „Ritter“ tauchen auf und verschwinden phasenweise. Die Handlung hat trotz aller Spannung etliche Längen, was durch den Sprachstil des Autoren dem Buch eine spezielle Lesart verschafft.
Bewertung
5/5
20.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Sehr intelligente Geschichte
Tödliche Nachlese ist ein atmosphärischer Regionalthriller, der den beschaulichen Kraichgau in eine Bühne für Angst, Schuld und Vergeltung verwandelt. Matthias Melich gelingt es, die idyllische Kulisse rund um Malsch und die Weinberge Baden-Württembergs mit einer stetig wachsenden Bedrohung aufzuladen. Schon der Auftakt mit der von Nadeln durchstochenen Puppe vor der Kirche erzeugt ein beklemmendes Gefühl, das sich durch den gesamten Roman zieht.
Besonders stark ist die Mischung aus klassischem Krimi und psychologischem Thriller. Die Handlung entwickelt sich nicht nur über die Ermittlungen, sondern vor allem über die innere Unsicherheit der Hauptfigur Tobias Stetten. Er wirkt angenehm menschlich: kein überzeichneter Superheld, sondern ein Familienvater, der zunehmend merkt, dass ihn seine Vergangenheit einholt. Dadurch entsteht echte Spannung, weil die Gefahr jederzeit greifbar bleibt.
Melich beschreibt die Schauplätze sehr detailreich, ohne dabei langatmig zu werden. Gerade Leserinnen und Leser, die regionale Krimis mögen, werden die authentische Atmosphäre schätzen. Golfplätze, Weinorte, Pfarrkirchen und ländliche Straßen werden nicht bloß Kulisse, sondern Teil der Handlung. Das verleiht dem Roman eine ungewöhnliche Eigenständigkeit.
Der Schreibstil ist flüssig und filmisch. Die Kapitel enden oft mit kleinen Cliffhangern, wodurch man schnell weiterlesen möchte. Manche Nebenfiguren hätten zwar etwas mehr Tiefe vertragen können, doch insgesamt funktioniert das Zusammenspiel der Charaktere gut. Besonders gelungen sind die Szenen, in denen sich die Bedrohung langsam zuspitzt und Tobias nicht mehr weiß, wem er trauen kann.
„Tödliche Nachlese“ überzeugt vor allem durch seine dichte Stimmung und die gelungene Verbindung von regionalem Flair und moderner Thriller-Spannung. Wer intelligente Spannung mit lokalem Kolorit mag, findet hier einen packenden Krimi, der sich angenehm von austauschbaren Standardthrillern abhebt.
Autor versteht es meisterhaft, Spannung, Atmosphäre und glaubwürdige Charaktere miteinander zu verbinden. Besonders beeindruckend ist der flüssige Schreibstil, der dafür sorgt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Die Handlung ist intelligent aufgebaut und überrascht immer wieder mit unerwarteten Wendungen, ohne dabei konstruiert zu wirken. Gerade die düstere Stimmung und die detailreiche Beschreibung der Schauplätze machen den Thriller unglaublich intensiv. Die Figuren wirken authentisch und vielschichtig, wodurch man emotional stark mit ihnen mitfiebert.
„Tödliche Nachlese“ ist ein packender Thriller, der Spannung auf hohem Niveau bietet und lange nach dem Lesen im Kopf bleibt. Für Fans von fesselnden Krimis und psychologisch ausgearbeiteten Geschichten ist dieses Buch eine absolute Empfehlung. Ich hoffe sehr auf weitere Werke von Matthias Melich .
Bewertung
aus Wertingen
5/5
12.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Tödliche Nachlese
An einem nebligen Novembermorgen findet die Mesnerin vor der Kirchentür eine Puppe, die mit Nadeln durchstochen scheint. Sofort denkt sie an den Mord vor einem Jahr, als an der gleichen Stelle die Leiche einer toten jungen Frau gelegen ist. Als der Lektor Tobias dazu kommt, denkt er zuerst an einen schlechten Scherz, denn die Faschingsgesellschaft hatte einen Tag zuvor feuchtfröhlich den Faschingsbeginn begossen. Doch die Vermutung der Mesnerin klingt in ihm nach und plötzlich fühlt er sich verfolgt und beobachtet. Als er dies seinem Tennispartner und Freund Dominik, einem Polizisten mitteilt, weist dieser es als Hirngespinst zurück. Tobias und Dominik hatten damals den Mörder der jungen Frau zur Strecke gebracht und nun meint Tobias, dass dessen Bruder sich an ihnen rächen will, der aber seit damals verschollen ist. Als dann noch ein Freund mit dem Auto von Dominik tödlich verunglückt ist klar, dass dies nicht mit rechten Dingen zugeht. Es kommt immer mehr zu recht seltsamen Vorfällen und man darf wirklich gespannt sein, wie es weitergeht. Der Autor knüpft hier direkt an den Vorgängerband an, aber durch kleine Zwischenberichte kann man auch dieses Buch für sich alleine lesen. Wir werden von einer sehr spannenden Situation in die nächste geführt, meint man, der Fall sei endgültig gelöst, erweist sich dies als Finte und es bleibt bis zur letzten Seite offen bis dann der große Showdown einsetzt. Es gibt hier immer wieder sehr brisante Situationen, die den Leser erschauern lassen, die Angst hält einen gefangen. Zwar ist anfangs die Schreibweise gewöhnungsbedürftig, aber nach den ersten Kapiteln hat man sich eingelesen. Auch sind zwischendrin einige Stellen etwas langatmig, ausschweifend und ermüdend, aber das wird dann bald wieder durch große Spannung und Gefährlichkeit aufgehoben. Das Cover ist sehr gut auf das Buch abgestimmt und sticht durch seine minimalistische und fast asketische Art heraus.
schmoekerstunde
aus Stuttgart
5/5
30.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein atmosphärisch dichter Krimi über Geheimnisse, Schuld und unerwartete Wendungen
Ein fesselnder Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht. Mit feinem Gespür für Spannung und Atmosphäre entfaltet sich eine dichte, glaubwürdige Geschichte, die den Leser nicht mehr loslässt.
Die Handlung ist klar strukturiert und logisch aufgebaut, sodass man unweigerlich miträtselt und immer wieder von unerwarteten Wendungen überrascht wird. Die Spannung zieht sich dabei wie ein roter Faden durch das gesamte Geschehen und hält das Niveau konstant hoch.
Die Figuren sind vielschichtig beschrieben, mit Ecken und Kanten versehen und dadurch bemerkenswert lebendig. Ihre Entscheidungen wirken nachvollziehbar und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Der Schreibstil ist flüssig, präzise und angenehm zu lesen, wodurch das Geschehen mühelos vor dem inneren Auge entsteht. Insgesamt ist „Tödliche Nachlese“ ein rundum gelungener Kriminalroman, der nachhaltig beeindruckt und uneingeschränkt empfehlenswert ist.
Bewertung
4/5
24.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannend
Es beginnt mit dem Fund einer Voodoo Puppe, welches erst vernachlässigt wird aber mit dem merkwürdigen Tod eines Kumpels von Tobias klingeln so langsam die Alarmglocken und er schaltet seinen Tenniskumpel und Polizist Dominik ein. Dann beginnt ein Kampf ums Überleben...
Mir hat der Krimi Recht gut gefallen. Der Schreibstil war ein wenig anders aber OK für mich. Zum Schluss hin bekam ich ein wenig Probleme damit, wegen der sehr kurzen Sätze aber es war OK. Alles groß zu schreiben wenn jemand schreit finde ich Klasse, da es sonst keine Erklärung Bedarf und den Lesefluss nicht unterbricht. Kenne das auch von anderen Büchern. Der Plot an sich war auch ein wenig anders und nicht schlecht. Dennoch nicht so ganz meine Richtung.
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