Tödlicher Handel zwischen Schuld und Schwarzmarkt Ostern 1948: In der frisch gegründeten Trizone wickeln die Menschen in der Eifel ihre Geschäfte noch immer mit Naturalien und Zigaretten ab. Zwischen Not, Improvisation und Schwarzmarkt regiert das Misstrauen. Als im Disselbacher Flüchtlingslager undurchsichtige Machenschaften ans Licht kommen, gerät der Dorfschmied Karl durch seinen ehemaligen Ausbilder, Feldwebel Karb, in den Strudel der Ereignisse. Kurz darauf wird ein Mord im örtlichen Waschhaus entdeckt - und Kommissar Peters ist nach einem fatalen Fehltritt kaltgestellt. Während die Behörden tatenlos bleiben, stößt Karl auf Verbindungen, die weit über das Lager hinausreichen. Hinter allem steht ein Mann, der skrupellos seine eigenen Ziele verfolgt. Und Karl muss entscheiden, wie weit er bereit ist zu gehen, um der Wahrheit näherzukommen. Ralf Lano gelingt eine seltene Mischung aus historischer Authentizität und spannender Erzählkunst, die seine Eifel-Nachkriegsreihe zu etwas Besonderem macht.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Manuela Hahn
5/5
28.03.2026
eBook (ePUB 3)
Tauschgeschäfte mit dem Teufel
Ostern 1948 in der Eifel: Die Trizone ist geprägt von Mangelwirtschaft, überfüllten Flüchtlingslagern und Schwarzmarkt‑Deals. Die Story beginnt mit dem Unfall eines Mannes in den Bunkeranlagen, der auf der Flucht vor Kommissar Peters und Wachtmeister Schillinger in den Tod stürzt. Peters hat einen Tipp bekommen, dass Werner Schomer sich in der Gegend aufhält, doch schnell stellt sich heraus, dass der Tote nicht Schomer ist. Als seine wahre Identität ans Licht kommt, gerät Peters in Schwierigkeiten, und Jean Dorfflinger vom luxemburgischen Militär schaltet sich ein. Er hat nicht nur ein berufliches Interesse daran, den Fall aufzuklären, denn der Tote war in seiner Kompanie und ein Freund aus Kindertagen, er hat also auch ein privates Interesse an dem Fall und nimmt sich Urlaub, um sich auf den Weg nach Disselbach zu machen.
Währenddessen taucht ein Fremder im Flüchtlingscamp auf, das immer noch von Friedrich Globkow und seiner Tochter Pauline geleitet wird. Ob Karl und Pauline jemals zueinander finden? Diese Frage stellt sich auch im vierten Band der Reihe immer wieder, auch wenn Karls Eltern sich eine andere Schwiegertochter wünschen würden, als Leserin sehe ich das natürlich anders. Aber ich schweife ab.
Karb freundet sich mit Frau Erna Solkowski an und rettet sie vor den Unverschämtheiten des ebenfalls im Flüchtlingslager lebenden Bergener, der sich aufführt, als gehöre ihm die Welt, und mit seinen scheinbar nicht versiegenden Barmitteln und Zigaretten eher eine zwielichtige Person ist. Bei Karb war ich immer etwas zwiegespalten.
Und dann geschieht ein weiterer Mord im Disselbacher Waschhaus. Gerade der Dorfpfarrer findet die geschändete und halbnackte Leiche einer Frau. Er lässt die Dorflehrerin Fräulein Schneebach rufen, die sofort die richtigen Maßnahmen ergreift. Wäre die Situation nicht so ernst, wäre die Vorstellung des puterrot geworden Pfarrers und der resoluten Art der preußischen Lehrerin sehr amüsant gewesen.
Ralf Lano führt viele Personen ein, und es ist nicht immer ganz einfach, sie alle richtig einzuordnen. Nicht immer wusste ich, wie ich sie einzuschätzen hatte ,wer ist gut, wer ist böse und kann man das im Hintergrund des gerade erst zu Ende gegangenen Zweiten Weltkriegs und den damit verbundenen Spannungen sowie des allgegenwärtigen Mangels überhaupt genau sagen? Tauschgeschäfte, Misstrauen und gesellschaftliche Spannungen bilden den Hintergrund für eine Handlung, die sich langsam, aber sicher zuspitzt.
Schnell wird klar, diesmal geht es nicht um den relativ harmlosen Schmuggel von Kaffee oder Zigaretten,was wirklich geschmuggelt wird, wird erst später klar es geht um Pervitin, das Aufputschmittel Methamphetamin, das in den 1930er und 1940er Jahren in Deutschland als Leistungssteigerer, beim Militär eingesetzt wurde, bevor man die hohen Abhängigkeitsrisiken erkannte.
Der Roman ist kein rasanter Page‑Turner, sondern ein atmosphärischer Krimi mit historischem Tiefgang.
Isabell
5/5
03.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Tolle Reihe
Ostern 1948 und zurück in Disselbach mit Karl, Pauline, Werner, Fräulein Schneebach & Kommissar Peters
Band 4 der Reihe fühlt sich für mich mittlerweile so an, als würde ich Updates von Freunden - in diesem Fall den Bewohnern Disselbachs erhalten
Besonders gefällt mir an den Büchern der humorvolle & historische Schreibstil und natürlich das mit wichtigste bei einer Buchreihe: die Weiterentwicklung der Protagonisten & deren Beziehungen.
Die war in diesem Band besonders stark, denn Karl & Pauline haben endlich mal ein normales und längeres Gespräch. Ebenso die Freundschaft zwischen Karl & Kommissar Peters wird immer tiefer ☺️
Natürlich passiert aber wieder ein Mord in Disselbach. Die Aufklärung war spannend mitzuverfolgen und das Ende, mit den ganzen Verstrickungen & Geheimnissen die ans Licht kamen waren sehr spannend inszeniert
Mein Fazit:
Wer die Reihe nicht kennt und Historische Kriminalromane liebt, sollte unbedingt Bekanntschaft mit Schmied Karl und den Dorfbewohnern Disselbachs machen
Bewertung
5/5
20.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Wie gewohnt: Top Krimi-Unterhaltung von Ralf Lano
Der Inhalt :
Die Eifel ist 1948 von Schwarzmarkt, Misstrauen und der Hoffnung auf einen baldigen Währungswechsel prägt. Niemand weiß so richtig wer in welche krummen Geschäfte integriert ist und der Schmied Karl Berms versucht sich aus allem bestmöglich rauszuhalten. Doch wie es der Zufall will ist plötzlich sein alter Ausbilder Karb in Disselbach und er erfährt wieder mehr als im lieb ist. Als dann noch eine Dame aus dem nahegelegenen Flüchtlingslager ermordet wurde bleibt Karl nichts anderes übrig als nachzuforschen, da die Behörden nicht handeln.
Der Schreibstil ✍️:
Wie gewohnt wird man von Ralf Lano auf ruhige Art und Weise zum mitdenken und grübeln angeregt. Stück für Stück fügt sich das Puzzle zusammen. Währenddessen wird man immer wieder mit spannenden Themen aus der Nachkriegszeit versorgt, was einem eine tolle Mischung aus Krimi und Historie bietet.
Persönliches Fazit :
Durch und durch ein toller Krimi, der mich sehr gut unterhalten konnte. Allerdings frage ich mich ob das mit Karl und Pauline je was werden wirdin mini Schritten kommen die beiden sich näher und man möchte denen einfach in den Hintern treten. Also ich glaube Ralf hat auch ein Händchen für "Slow Burn"aber das nur nebenbei erzählt. Auch Kriminalkommissar Peters hat mir wie immer Freude gemacht, durch seine trockene Art und die coolen Sprüche.
Genau das was man sich von einem historischen Krimi erhofft... und besser!
5/5⭐
Bewertung
5/5
17.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannend und humorvoll
Back in Disselbach! Im vierten Teil der historischen Eifelkrimi-Reihe hat Ralf Lano mich mal wieder mit einer neuen Erzählweise überrascht: dieses Mal starten wir die Geschichte mit vielen kleinen Handlungssträngen, begleiten altbekannte Figuren sowie neu angereiste Charaktere, bis die Ereignisse sich mehr und mehr verweben und sich ein ganzes Bild ergibt.
Obwohl von der ersten bis zur letzten Seite nonstop etwas passiert, wirkt die Geschichte nie überladen oder konstruiert, alles fügt sich nach und nach wie selbstverständlich zusammen.
Auch dieses Mal konnten die Disselbacher mich wieder gut unterhalten: Pauline wirkte endlich mal etwas nahbarer (mmh, woran könnte das wohl gelegen haben…?), Dorfschmied Karl landet bekanntermaßen mehr oder weniger freiwillig mitten im Geschehen und agiert gescheit und souverän und mein liebstes Fräulein Schneebach hat sich sowohl bei Entdeckung der Frauenleiche als auch im weiteren Verlauf wieder mit ihrer frech-forschen und resoluten Art gegen alle Widrigkeiten behauptet.
Eine Krimireihe, die immer wieder Spaß macht, und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir hier nicht das letzte Mal in Disselbach ermittelt haben…
Bewertung
5/5
04.05.2026
Buch (Taschenbuch)
geniale Reihe
Mit Tauschgeschäfte mit dem Teufel von Ralf Lano bin ich nun schon beim vierten Band dieser Reihe angekommen – und jedes Mal habe ich das Gefühl, ein Stück mehr nach Hause zu kommen.
Offiziell ist es ein historischer Kriminalroman. Für mich ist es viel mehr. Es ist ein Eintauchen in eine Welt, die sich inzwischen so vertraut anfühlt, als würde ich durch die Straßen von Disselbach gehen und die Menschen dort persönlich kennen.
Die Charaktere sind längst keine Figuren mehr – sie sind mir ans Herz gewachsen. Es fühlt sich an wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Besonders schön war es, Pauline noch einmal von einer anderen Seite zu erleben, und natürlich hat auch Peters wieder genau die Präsenz, die ihn für mich so besonders macht.
Was mich immer wieder beeindruckt, ist die Atmosphäre dieser Reihe. Die Nachkriegszeit wird so authentisch und greifbar beschrieben, dass man beim Lesen beinahe vergisst, dass es „nur“ eine Geschichte ist. Man ist mittendrin, erlebt alles unmittelbar mit, spürt die Stimmung, die Menschen, das Leben. Dabei schafft es Lano jedesmal mit einem tollen Gespür für Situationen und Humor einen auf fabelhafte Weise zu unterhalten.
Diesmal rückt unter anderem das Flüchtlingslager stärker in den Fokus, und auch der Ausflug nach Bitburg erweitert die Welt um Disselbach. Es passiert viel, ohne dass es sich je überladen anfühlt – die Geschichte trägt einen von Anfang bis Ende.
Und dann ist da dieses Gefühl am Schluss: Man möchte eigentlich noch bleiben. Noch ein bisschen durch Disselbach gehen, noch ein Gespräch führen, noch ein Kapitel lesen.
Umso schwerer fällt es mir, das Buch zu schließen – und zu wissen, dass es eine Weile dauern wird, bis es mit Disselbach weiter geht.
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