Der Einfluss des Konzepts der Lebensweltorientierung auf die Inklusionsbestrebungen der Sozialen Arbeit innerhalb der deutschen Sozialpsychiatrie seit
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Erscheinungsdatum
10.12.2025
Verlag
GRINSeitenzahl
(Printausgabe)
Dateigröße
381 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783389169773
Mit der Psychiatrie-Enquete von 1975 setzte in der Bundesrepublik Deutschland eine weitreichende Reformbewegung ein, die auf die Überwindung der bis dahin stark hospitalisierten und ausgrenzenden Versorgung psychisch erkrankter Menschen abzielte. Zentrale Leitlinien dieser Reform waren die Deinstitutionalisierung, der Ausbau gemeindenaher Dienste sowie die Förderung von Teilhabe, Normalisierung und Selbstbestimmung. Diese Impulse führten in der Folge zu einer strukturellen Öffnung der psychiatrischen Versorgung und schufen damit auch neue Handlungsspielräume für die Soziale Arbeit innerhalb der sich entwickelnden Sozialpsychiatrie.
In diese Umbruchphase der späten 70er und frühen 80er Jahre des letzten Jahrhunderts fiel auch die theoretische Ausformulierung des von Hans Thiersch geprägten Konzeptes der Lebensweltorientierung, welches den Fokus auf die subjektive Alltagswirklichkeit, Ressourcen und Selbstgestaltungsmöglichkeiten der Adressaten von Sozialer Arbeit legte. Anstelle standardisierter, institutionell geprägter Hilfen sollte ein Verständnis von sozialer Arbeit treten, dass sich an Lebenslagen, biografischen Verläufen und individuellen Bedürfnissen orientiert.
Die Empfehlungen aus der Psychiatrie-Enquete für einen Umbau der Psychiatrie haben bis heute Gültigkeit. Das Prinzip der gemeindenahen, bedarfsgerechten und umfassenden Versorgung aller psychisch kranken und behinderten Menschen sowie die bedarfsgerechte Koordination aller Versorgungsgebiete hat zu deutlichen Veränderungen in der (sozial)psychiatrischen Landschaft geführt. Gleichwohl ist der Kampf um die Emanzipation und Inklusion psychisch kranker Menschen noch nicht zu Ende.
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