Die verheimlichte Großmutter
Eine authentische Lebensgeschichte aus Bayern über das tabuisierte Kapitel Euthanasie in der NS-Zeit - Eine Enkelin auf der Suche nach Wahrheit und Erinnerung
Ein vergessenes Leben, ein verschwiegenes Schicksal - und eine Enkelin, die nach Jahrzehnten die Wahrheit ans Licht bringt.
In Die verheimlichte Großmutter erzählt Bestsellerautorin Roswitha Gruber nach den Erinnerungen und Unterlagen von Helene Leitner die bewegende Geschichte der Hebamme Therese Mühlberger.
Nach dem Tod ihres Großvaters stößt Helene auf ein Holzkreuz mit einem unbekannten Namen: Therese Mühlberger. Wer war diese Frau, die niemand in der Familie erwähnen will? Hartnäckig beginnt Helene zu forschen, entdeckt alte Briefe und Dokumente - und stößt schließlich auf ein erschütterndes Geheimnis, das bis in die NS-Zeit zurückreicht.
Mit Feingefühl und großer Eindringlichkeit zeichnet Roswitha Gruber das Leben einer Frau nach, die Hoffnung und Leid, Liebe und Verlust vereinte. Ein erschütterndes Familienporträt, das vom Schweigen erzählt - und von der Kraft, die Wahrheit nicht ruhen zu lassen.
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tolle Erzählung
gerdys_buecher.reich am 06.05.2026
Bewertungsnummer: 3130646
Bewertet: Buch (Paperback)
Die verheimlichte Großmutter
✒️Autorin: Roswitha Gruber
Verlag: Brunnen 2026
Print: 288 Seiten
Perspektive: Erzähler
⭐️: 5/5 Sternen
In die verheimlichte Großmutter erzählt die Autorin, Roswitha Gruber die Geschichte einer Frau, die Opfer der Nazis geworden war. Aufmerksam gemacht durch einen Zeitungsartikel, der davon berichtete, dass ein Stolperstein für ein Opfer der NS-Zeit verlegt werden sollte, macht sich Gruber daran die Geschichte hinter dieser Frau, Therese Mühlberger, in Erfahrungen zu bringen. Dafür kontaktiert sie deren Enkeltochter Helene Leitner. In Die verheimlichte Großmutter findet sich also die Geschichte der bayrischen Hebamme, so wie Helene Leitner sie durch Befragungen von Verwandten und anderen Personen, durch Ahnenforschungen, Einsicht in Krankenakten usw. rekonstruieren und in Erfahrung bringen konnte.
Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen. Es ist die Biografie einer Frau, die viele Hürden im Leben überwand, um ihren Traumberuf Hebamme ausüben zu können. Dass dieser ihr letztlich das Todesurteil bescheren würde, hätte sie niemals gedacht. Und dass sie über Jahrzehnte verschwiegen werden würde, wohl auch nicht.
Die Thematik war total interessant. Grundsätzlich mag ich solche Familiengeschichten. Sind sie doch Einblicke in eine vergangene Zeit. Und in diesem Fall hat sie den Blick auf ein Thema geworfen, das mir zwar bekannt war, aber noch nie so konkret unter die Augen gekommen war.
Erschütternd fand ich, wie viel Stillschweigen über Dinge gewahrt wurde und welche Folgen das für die einzelnen Personen hatte. Auch wenn die Geschichte tragisch endete, zeigt sie im weiteren Verlauf, wie wichtig es ist, das Schweigen zu brechen und Schicksale offenzulegen, damit die Familiengeschichte einerseits heilen kann, andererseits die Allgemeinheit aber auch gemahnt wird, damit solche Dinge nicht wieder geschehen!
Die Geschichte ist in einfacher Sprache gehalten. Ich hatte die ganze Zeit eine Stimme im Ohr, die erzählt. Helene, als würde sie mir gegenüber sitzen und ihre Geschichte erzählen. Dabei kann es natürlich zu einigen Sprüngen kommen, sodass es nicht immer chronologisch abläuft, doch letztlich entsteht ein Gesamtbild. Es war für mich spannend zu folgen, wie immer mehr Informationen zu Tage traten und sich die Geschichte der verheimlichten Großmutter offenbarte, sodass sie nicht länger in Vergessenheit geriet.
Eine tolle Erzählung, die ich gerne weiterempfehle!
Kleiner Hinweis: Obwohl in einem christlichen Verlag erschienen, hat das Buch keinen wirklichen Bezug zum Glauben.
Die verheimlichte Großmutter
Bewertung aus Wertingen am 19.03.2026
Bewertungsnummer: 3082555
Bewertet: Buch (Paperback)
Auch diesmal hat die Autorin Roswitha Gruber wieder die wahre Geschichte aus dem bäuerlichen Milieu erzählt. Bei der Beerdigung ihres Großvaters entdeckt Helene ein Grabkreuz mit dem Namen Therese Mühlberger, geboren 1898, gestorben 1940. Trotz wiederholter Nachfrage bei ihrer Mutter, wer dies war, erhält sie nie eine Antwort. Darum beginnt Helene selbst zu recherchieren. Nach und nach kommen Bruchstücke zusammen, die das tragische Leben ihrer Großmutter beschreiben. Therese wuchs in einer kinderreichen, kleinbäuerlichen Landwirtschaft auf. Schon früh mußte sie sich als Haushaltshilfe verdingen, arbeitete auch in einem Krankenhaus. Wegen ihrer guten Auffassungsgabe konnte sie eine Ausbildung als Krankenschwester beginnen. Man erwartete allerdings von den Schwesternschülerinnen, dass sie dafür in den Orden eintreten. Therese widersetzte sich und konnte ihren großen Traum erfüllen und wurde Hebamme, Sie heiratete, bekamt selbst eine Tochter. Doch dann erkrankte sie schwer, hat sich bei einer Wöchnerinnen mit Syphilis angesteckt, wurde dadurch psychisch krank und kam in eine Heilanstalt. Doch beim Hitlerregime wurde Euthanasie groß geschrieben, Thereses Leben endete in der Gaskammer. Und nie wurde in der Familie über die schwere psychische Erkrankung von Helene gesprochen. Das Buch ist mit großer Akribie geschrieben, die Autorin zeigt uns mit ihren besinnlichen Worten das Leben und das Leid der Familie und das Schweigen über Generationen hinweg. Über dieses Thema wurde einfach nicht gesprochen. Hier wird mit wirklich großem Gefühl und Eindringlichkeit Thereses Lebensweg beschrieben. Da das Buch in großer Schrift geschrieben ist, die Kapitel gut verständlich sind, läßt sich das Buch zügig lesen, beschäftigt den Leser aber noch lange. Die Enkelin Helene hat erreicht, das Therese Mühlberger nicht vergessen wird und hat einen Stolperstein vor dem ehemaligen Wohnhaus in Reit im Winkel aufstellen lassen.
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