Uncritical Theory Über die Unmöglichkeit poststrukturalistischer Gesellschaftskritik
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Paperback
Erscheinungsdatum
08.09.2026
Verlag
Ça-ira-VerlagSeitenzahl
504
Maße (L/B)
20,8/14 cm
Gewicht
378 g
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-86259-200-5
Nachdem nun wirklich niemand mehr den gegenaufklärerischen Charakter postmoderner Philosophie abstreiten kann, rückt eine Phalanx feuilletonistischer Autoren aus, dem ›Irrationalismus‹ postmoderner Theoriebildung kurzerhand mit ›Rationalität‹ und ›Wissenschaftlichkeit‹ zu begegnen, und so wird dem antiaufklärerischen Dekonstruktionsunternehmen attestiert, keine ›echte‹ Wissenschaft zu betreiben. Solch positivistischer Versuch der Mobilisierung von reiner Wissenschaftlichkeit gegen deren aktivistische Verballhornung verunmöglicht allerdings nicht nur jedes kritische Verständnis poststrukturalistischer Philosophie, sondern trägt, indem er den Zusammenhang zwischen Irrationalismus und gesellschaftlicher Verfassung kappt, wider Willen zur Verharmlosung postmoderner Gegenaufklärung bei, die als bloß äußerlich zur Gesellschaft und ihrer Wissenschaft hinzutretend verstanden wird. Das irrationale Moment in der Rationalität herrschender Verhältnisse und ihrer Denkformen kann keine um naive Wissenschaftlichkeit bemühte Auseinandersetzung mit der Postmoderne auf den Begriff bringen; vielmehr kann sie ihr nur in spiegelbildlicher Verkehrung gegenübertreten und dampft im Zuge dessen den Wahrheitsanspruch auf positive Faktizität ein – ganz so, als wäre die Dialektik der Aufklärung nie geschrieben worden.
Im Versuch, die gesellschaftliche Totalität, auf die es als ganze zu reflektieren gälte, in Vernunft und Aufklärung auf der einen und Unvernunft und Gegenaufklärung auf der anderen Seite aufzuspalten, wird die Auseinandersetzung zwischen den Gegnern der Postmoderne und deren Parteigängern zum Spiegelspiel, in dem die einen den anderen vorwerfen, keine unvoreingenommene Theorie zu formulieren, sondern bloß Aktivismus in theoretischem Gewand zu betreiben: so trügen die einen zur Aufrechterhaltung des herrschenden Status quo bei, den sie als Rationalität und Wissenschaftlichkeit von der Kritik auszunehmen versuchen; die anderen zur Austreibung von Vernunft und Autonomie, indem sie diese ganz unmittelbar mit zu dekonstruierender Macht und Herrschaft gleichsetzen.
Hiergegen gilt es einen Einspruch zu formulieren, der um die gesellschaftlichen Voraussetzungen postmoderner Theorie wie positiver Wissenschaft weiß – und der die gesellschaftliche Krise, die sich im Irrationalismus der Gegenaufklärung ausdrückt, ernst nimmt.
Die Essays des vorliegenden Bandes formulieren eine Kritik an den ideologischen Vorreitern der Postmoderne, ihren philosophischen Voraussetzungen und den politischen Konsequenzen ihres Denkens. Sie richten sich gegen die Homophobie und die Exorzierung der Natur in der Queer Theory, die Ontologisierung der Differenz im Antirassismus, die Verabsolutierung des Politischen in der Diskurstheorie und Dekonstruktion sowie den Angriff auf das Holocaustgedenken im Postkolonialismus und den Universalismus gegen Israel im Namen des Dekonstruktivismus.
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