Produktbild: HOMO TAPIR

HOMO TAPIR Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.11.2025

Verlag

Edition Roesner

Seitenzahl

224

Maße (L/B)

21,5/14 cm

Farbe

Bordeaux / Messing

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9505711-6-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.11.2025

Verlag

Edition Roesner

Seitenzahl

224

Maße (L/B)

21,5/14 cm

Farbe

Bordeaux / Messing

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9505711-6-5

Herstelleradresse

EDITION ROESNER
Erlaufstraße 39/5
2344 Maria Enzersdorf
AT

Email: office@edition-roesner.at

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  • Bewertung

    5/5

    07.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Regine Koth Afzelius – HOMO TAPIR – Roman

    Wie der Tapir gefangen werden kann „Nicht die Geliebte in der Entfernung, sondern die Entfernung ist die Geliebte.“ Dieses Aperçu von Karl Kraus scheinen Tapire als Lebensmotto internalisiert zu haben. Zumindest jener der humaoiden Spezies. So ist die Beziehungsgrundlage mit einem Tapir stete Distanz. Wie diese selbst auf engstem Raum suggeriert werden kann, um nichtsdestotrotz eine Form von Nähe zu erfahren, beschreibt die Autorin eindrücklich. Ihre Befremdlichkeiten, ob der selbstverständlichen Nonchalance des sofabewohnenden Erdnussessers, werden mit erheiternder Akkuratesse geschildert. Wie lebt der Tapir in dem bald auch einem selbst fremden Habitat; am Land? Wenn im Buch auch manchmal auf Thomas Bernhard und seinen Ohlsdorfer Bauernhof rekurriert wird, erinnert die Szenerie eher an das Kalkwerk. Doch anders als bei Bernhard speist sich hier die Komik nicht aus genuiner Bösartigkeit, welche dessen Oeuvre durchzieht. Bernhard gibt seinen Protagonisten der Lächerlichkeit preis. In diesem sofazentrischen Weltbild wird die Lächerlichkeit der Alltäglichkeit aufs Korn genommen doch wird nie der Rubikon der Entwürdigung überschritten. Hier durchstreift ein liebevoller Wimpernschlag des Augenzudrückens die Erlebnisse, welche die Autorin mit sprachlicher Fulminanz zum Ausdruck bringt. Die Dichotomie von Brehms Tierleben und der hartmannschen Philosophie wird pointiert verkürzt und zum Schreien komisch entfaltet. Hier paart sich Yin/Yin und Yang/Yang und treffen am Ende virtueller sozialer Parallelen wieder aufeinander Mit stifterischer Gründlichkeit werden paarende Borkenkäfer und in Hüftfleisch schneidende Skalpelle mit makartscher Opulenz vor dem geistigen Auge ausgemalt. Kann der Tapir gezähmt werden? An sich ja, beweist das Buch, aber nicht im herkömmlichen Sinn. Die Zähmung erfolgt durch die der eigenen Ansprüche, welche man irrigerweise an den Tapir adressierte. Ausnahmen werden von jenem nur in ausgesprochenen Notsituationen akzeptiert, hier wird er zum verlässlichen, zwar eigenen Rhythmen folgenden Verantwortungsträger. Dann findet statt, was kein noch so eifrig ausgefülltes Mitteilungsheft vermochte. Strikte Abarbeitung des akzeptierten Unumgänglichen. Resümee oder gelingt die Vertapierung der Welt? Kurz gesagt, ja, wenn man sie klein genug hält. c) andreas wolfgang lenzmann 2025

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